Interview mit Sven Friedrich von Zeraphine
Vier Jahre war es ruhig um die Goth-Rocker von Zeraphine. Heute melden sie sich mit ihrem neuen Album „Whiteout“ zurück – mit kompaktem Sound, einem Täuschungsmanöver zu Beginn und schönen Texten über das Schlechte in der Welt. Der Titel des fünften Zeraphine-Albums spielt auf ein Phänomen an, das vor allem in den Polargebieten auftritt: Schneedecke und Himmel erstrahlen in hellem Weiß und verschmelzen so zu einer Fläche ohne jeden Kontrast. Der Bogen von diesem Bild zu dem neuen Album könnte wie folgt gespannt werden: „Whiteout“ klingt homogener als der Vorgänger „Still“. Das dynamische Spiel zwischen Laut und Leise weicht einem reduzierten, dichten und weniger düsterem Alternative-Rock-Sound. Der Fokus liegt auf der Gitarre. Dennoch schimmern immer wieder elektronische Fragmente, Klavier- und Streicherklänge durch. Sänger Sven Friedrich erzählt im Steinberg-Interview, warum die vergangenen vier Jahre alles andere als eine Auszeit waren, was uns auf dem neuen Album erwartet und welche Steinberg-Produkte er bei der kreativen Arbeit einsetzt.
Am 11. Juni erscheint das lang ersehnte neue Zeraphine-Album „Whiteout“. Was erwartet die Fans?
Ein organisches, teils aggressives, aber auch experimentelles Album. Man merkt, dass die Band schon sehr lange zusammenspielt und es somit sehr „rund“ klingt. Meiner Meinung nach ist es das bisher beste Zeraphine-Werk.
Neben den Dreadful Shadows, mit denen Du ein sehr erfolgreiches „Bühnen-Comeback“ feiern konntest, und Zeraphine hast Du Dir 2008 einen musikalischen Traum erfüllt und Solar Fake ins Leben gerufen – ein rein elektronisches Projekt ist. Wie kam es dazu?
Ich mag elektronische Musik und habe schon mehrere Remixe gemacht. Es hat mich seit langem gereizt, etwas Eigenes – vor allem aber auch Abwechslungsreiches – in diesem Genre zu kreieren. Nun habe ich endlich die Zeit dafür gefunden.
Ist es nicht schwierig an mehreren Projekten gleichzeitig zu arbeiten und nebenbei noch als DJ aufzulegen?
Eigentlich nicht! Das ist immer eine Frage der Organisation und das bekomme ich ganz gut geregelt.
Du warst letztes Jahr mit Solar Fake auch als Support von VNV Nation auf Tour. Wie war diese Tour für Dich? Wird es auch hier bald ein neues Album geben?
Die Tour war großartig und hat wirklich Spaß gemacht. VNV Nation ist ein tolles Projekt und wir haben auf der gemeinsamen Tour oft ein positives Feedback bekommen. Ein neues Solar-Fake-Album ist auf jeden Fall geplant – ich kann aber momentan noch nicht sagen, wann es soweit sein wird.
Wann und wie bist Du das erste Mal mit Steinberg-Produkten in Berührung gekommen?
Das war in den 90er Jahren auf einem Atari. Damals habe ich zusammen mit einer Berliner Band produziert. Ich habe früher auch mit Hypersonic gearbeitet – ein wirklich tolles Produkt! Daher freue ich mich zu hören, dass es schon bald einen Nachfolger geben wird.
Wie helfen Dir Cubase und WaveLab bei Deiner Arbeit? Was findest Du besonders gut an diesen Produkten?
Cubase und WaveLab helfen mir definitiv bei meiner Arbeit. Die Keyboards beispielsweise nehme ich mit Cubase auf. WaveLab ist ein tolles Masterprogramm, das ich bei Solar Fake einsetze, z.B. gibt es auf der EP „Resigned“ auch einige PDF-Files. Ich damit auch die Bonus-DVD mit Live-Songs bearbeiten, die bei dem neuen Zeraphine-Album in der limitierten Fan-Edition dabei sein wird. Man gewöhnt sich schnell an den Workflow von Cubase und WaveLab, wenn man ein paar Mal damit gearbeitet hat. Außerdem finde ich es sehr positiv, dass man unabhängig von der verwendeten Hardware ist. Ich freue mich, dass WaveLab bald auch auf dem Mac läuft.
Du schreibst die meisten Songs selbst. Was inspiriert Dich dabei? Welche Themen behandelst Du?
Ich schreibe viele Songs selbst, das ist richtig. Es geht in meinen Songs um soziale und globale Themen. Es sind aber meistens Ereignisse oder Erlebnisse, die in meiner Umgebung stattfinden und mich berühren. Das können ganz verschiedene Dinge sein, aber hauptsächlich geht es um Menschen und deren Geschichte.
Ein weiteres großes Thema für Dich ist der Tierschutz. Wie engagierst Du Dich dafür?
Der Tierschutz ist in der Tat eine sehr wichtige Sache, die ich gerne mit Spenden unterstütze. Außerdem habe ich eine Hündin, die ich aus einem spanischen Tierheim gerettet habe.
Wie sehen deine Zukunftspläne aus?
Als Erstes steht natürlich der Release-Termin für das neue Zeraphine-Album an und die damit verbundene Tour im Herbst. Danach werde ich mich mit Solar Fake beschäftigen. Ansonsten werden wir sehen, was die Zeit so bringt.
Vielen Dank für das nette Gespräch und viel Erfolg für das neue Album und die Tour!
Zeraphine Website
Zeraphine auf Myspace


















