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Erran Baron Cohen komponiert Brüno Filmmusik mit Cubase

Der Musikproduzent, Filmkomponist und langjährige Steinberg User Erran Baron Cohen ist nicht nur ein virtuoser Trompeter, Keyboarder und gefragter DJ, sondern auch Teil der hochgelobten Londoner Band ZOHAR, die mit ihrer einzigartigen Mischung aus Electronica, Hip Hop und Worldmusic Musikliebhaber weltweit begeistern. Richtig bekannt wurde Baron Cohen aber durch seine Musik zur TV-Serie „Da Ali G Show“, für die er mit Künstlern wir Travis und Supergrass zusammenarbeitete sowie durch die Filmmusik zu „Borat“, der Kino-Sensation aus dem Jahr 2006.

Baron Cohens erstes Solo Album „Songs in the Key of Hanukkah“ erschien 2008 und wurde von Musikkritikern hoch gelobt. Die Platte enthält Bearbeitungen bekannter jüdischer Hanukkah Songs sowie Neukompositionen mit Gast-Performances von Israels Superstar Idan Raichel und US-Rapper Y-Love.

Zurzeit sorgt Erran Baron Cohen mit dem Soundtrack zu „Brüno“, dem neuen Film seines Bruders Sacha, für Aufsehen. Steinberg hatte die Möglichkeit, Erran ein paar Fragen zu stellen.

Erran, bitte erzähle unseren Lesern etwas über deinen musikalischen Background. Wann hast du deine Liebe zur Musik entdeckt und welche Musiker haben dich beeinflusst?
Ich habe mit 8 Jahren angefangen Trompete und Klavier zu lernen. Irgendwann war mein Klavierlehrer so über mich verärgert, dass er sich weigerte, mich weiter zu unterrichten. Von da an habe ich mich rein nach Gehör selbst weiter geschult. Ich habe auch klassische Trompete gelernt und in unserem hiesigen Jugendorchester gespielt. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich in der Mitte des Orchesters saß und den gewaltigen Sound genossen habe. Später in der Schule habe ich dann in einer Rockband gespielt, die von Kraftwerk, David Bowie, Brian Eno und Talking Heads beeinflusst war. Damals habe ich mir auch meinen ersten monophonen Synthesizer gekauft, einen Moog. Ich hatte das Glück, dreimal Miles Davis spielen zu sehen, was mein Interesse für Jazz geweckt hat. Und auch Keyboard-Meister Joe Zawinal in seiner Burg von Synthies auf der Bühne zu sehen, hat mich mit Sicherheit geprägt.

ZOHAR

Du bist auch Teil von ZOHAR und legst als DJ auf. Was hat es damit auf sich?
ZOHAR haben bisher zwei internationale Alben veröffentlicht (“onethreeseven” und „Do you Have any Faith?“), die auf Miles Coplelands CIA Label erschienen sind. ZOHAR ist ein elektronisches Projekt mit musikalischen Einflüssen und Samples aus dem mittleren Osten. Ich habe eine regelmäßige ZOHAR Nacht in London veranstaltet, wo wir live mit Drums, Bass, Keyboards und Gesang gespielt haben. Dabei habe ich auch Cubase verwendet, um live Loops zu triggern und diverse Samples und Sounds abzuspielen. Zwischen den Live-Performances habe ich als DJ aufgelegt. Das brachte mir letztendlich viele DJ-Sets in London und der ganzen Welt ein.

Du hast auch schon mit dem Produzenten und Grammy-Gewinner Narada Michael Walden sowie dem französischen DJ und Gründer der legendären Buddha Bar in Paris, Claude Challe, zusammengearbeitet. Du scheinst Kollaborationen mit unterschiedlichsten Künstlern sehr zu mögen…
Ich hatte das Glück, mit vielen fantastischen Künstlern unterschiedlichster Genres  zusammenzuarbeiten. Die Arbeit mit Sängern, Produzenten und Musikern inspiriert mich sehr und meine Musik profitiert davon jedes Mal. Auch der kreative Prozess wird durch die Zusammenarbeit interessanter und macht viel mehr Spaß. Obwohl wir heute diese unglaubliche Technologie haben, mit der man alles selbst am Computer machen kann, geht doch nichts über die Zusammenarbeit mit echten Menschen. Meiner Meinung ist es genau das, wodurch Musik erst wirklich gut wird.

Erran Baron Cohen

Hat sich für dich nach dem „Borat” Soundtrack irgendetwas verändert?
„Borat” war das größte und erfolgreichste Projekt, an dem ich bis dahin gearbeitet hatte und natürlich war es ein hervorragendes Sprungbrett für weitere Projekte.

Du hast auch die Filmmusik zu „Brüno” geschrieben, der gerade in Deutschland in die Kinos kommt. Wie war deine Arbeitsweise bei diesem Projekt und welche Rolle hat Cubase dabei gespielt?
Ich benutze Cubase bereits seit Atari Tagen und es ist immer noch mein zentrales Produktionssystem. Ich komponiere alles in Cubase, von House Music über Rock und Pop bis hin zu komplexen Orchester-Scores.

Film scoring

Welche Cubase Funktionen benutzt du am häufigsten? Beeinflusst Cubase deinen Kompositionsprozess?
Ich liebe die Möglichkeit der rückwirkenden Aufnahme. Außerdem arbeite ich viel mit Markern, Audio Warp und der Tempospur, um meine Musik mit dem Bild zu synchronisieren. Ich benutze Cubase sowohl zum Erstellen finaler Mixe bestehend aus einer Kombination von MIDI- und Audiospuren als auch zum schnellen Festhalten musikalischer Ideen, die später durch echte Musiker ersetzt werden.

Gibt es noch andere Steinberg Produkte, die du gerne verwendest?
Ja, ich benutze HALion, Groove Agent, The Grand, Virtual Guitarist und natürlich Hypersonic. Die VSTis sind alle großartig, einfach zu bedienen und sehr kreative Tools.

Hast du ein eigenes Studio und welches Equipment benutzt du außer Cubase?
Ich habe mein eigenes Studio, aber da ich viel unterwegs bin, arbeite ich oft mit einem mobilen System bestehend aus meinen Laptop, einigen Terabyte Sounds, einem USB-Keyboard, einem MOTU Ultralite Interface, einem Røde Mic und Genelec Monitoren.

Was steht 2009 noch bei dir an?
Die Veröffentlichung von „Brüno” am 10. Juli, die Re-Release meines Albums „Songs in the Key of Hanukkah” (New Line Records) sowie verschiedene Aufträge für BBC. Ich bin auch für die Musik zu einigen amerikanischen Filmen im Gespräch.

Das sind doch vielversprechende Neuigkeiten! Vielen Dank, dass du dir die Zeit für dieses Interview genommen hast.

ZOHAR Website: www.zoharmusic.com