Steinberg Media Technologies GmbH

Creativity First

Frankenstraße 18 b
20097 Hamburg

Tel: +49 (0)40 210 35-0
Fax: +49 (0)40 210 35-300

Artists Stage Visual

Star-Produzent David Kahne überzeugt von Cubase und Nuendo

Kelly Clarkson, The Strokes, Bruce Springsteen und Paul McCartney gehören zu den vielen bekannten Künstlern, die von David Kahne produziert wurden. Ob als A&R bei großen Plattenfirmen oder als Produzent im eigenen Studio – Kahne hat sich in seiner langjährigen Karriere nie auf eine Sache oder einen Stil festgelegt. Er schreibt Songs für TV Shows und Kinofilme, macht Live-Recordings und produziert Künstler der verschiedensten Genres. 1994 erhielt er einen Grammy für Tony Bennetts „MTV Unplugged“ Album. Bei so vielen erfolgreichen Produktionen ist es klar, dass David Kahne heute zu den berühmtesten Produzenten der Rock und Pop Geschichte gehört.

Wie bist du zum Musikbusiness gekommen?
Ich habe an der High School unterrichtet und damit aufgehört als ich einen Plattenvertrag bekommen habe. Danach habe ich als Musiker gearbeitet, aber das hat mir nicht gefallen. Also habe ich mich entschieden, Produzent zu werden und bekam einen Job in Wally Heiders Studio in San Francisco. Dort habe ich angefangen, Demos zu produzieren. Wir konnten das Studio nach Feierabend benutzen, was heute in den meisten Studios nicht mehr erlaubt ist. Ich war oft die ganze Nacht da, nachdem alle anderen weg waren. Damals gab es eine Menge cooler Bands in San Francisco.

Einige meiner Demos wurden zu erfolgreichen Alben, was mir eine A&R Position einbrachte. Der Präsident von Columbia hörte zwei verschiedene Projekte am selben Tag und stellte fest, dass ich an beiden beteiligt war. Er war so davon begeistert, dass er mich nach New York einfliegen ließ und mich anstellte.

Wie lange hast du als A&R gearbeitet?
Ich habe etwa 15 Jahre bei Columbia gearbeitet und dann 5 Jahre bei Warners. In dieser Zeit habe ich mit vielen erfolgreichen Künstlern zusammengearbeitet, darunter The Bangles, Fishbone, Presidents of the United States of America, Tony Bennett, Billy Joel, Bruce Springsteen und viele mehr.

David Kahne

Wie bist du dann wieder zur Studioarbeit gekommen?
Als A&R war ich fast jeden Tag im Studio. Ich war auf der Suche nach guter Musik und immer daran interessiert, wie man sie noch besser machen könnte, um sie am Markt zu platzieren. Man konnte damals einfach Bands signen. Heute ist das ein sehr viel komplizierterer Prozess. Als ich Columbia 1995 verließ, waren dort über 200 Artists unter Vertrag. Jetzt sind es glaube ich um die 35 aktive Künstler.

Wann bist du das erste Mal mit Steinberg Produkten in Berührung gekommen?
Ich war Logic User als ich irgendwann eine Nuendo Demo bei Sam Ash gesehen habe. Ich kam gerade vorbei und hörte wie der Präsentator gerade die tieffrequenten Anteile einer Bass-Spur bearbeitete. Die tiefen Frequenzen kamen verblüffend gut rüber. Ich habe mir noch am selben Tag Nuendo geholt und benutze seitdem Steinberg Produkte.

Kannst du uns bitte dein Studio beschreiben?
Im Zentrum meines Studios steht ein AMD PC mit einem MADI System. Die 64 Ausgänge werden durch Summierer von Dangerous Music geroutet. Ich habe eine Menge analoge Prozessoren, die ich als Outboard-Effekte einsetze. Wenn ich Drums aufnehmen möchte, wo das Phasenverhalten besonders kritisch ist, benutze ich sie als externe Effekte in Cubase. Sobald die Phase nur ein kleines bisschen verschoben ist, ist es ein großes Desaster.
Mein Studio ist ein einem Raum der Avatar Studios in New York untergebracht.

Ich habe einen zusätzlichen Computer für unterwegs, wenn ich mit Paul McCartney auf Tour in Großbritannien bin. Ich halte beide Computer immer identisch, so dass ich Projekte zwischen den beiden Systemen direkt austauschen kann.

Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Paul McCartney?
Er rief mich an, um mit mir zu sprechen, da er einige meiner Produktionen gehört hatte. Wir sprachen über Musik und ihm gefielen meine Ideen. Also haben wir beschlossen, eine Platte zusammen zu machen. Er hatte meine Projekte mit Sugar Ray, Fishbone, Sublime und Tony Bennett gehört. Ich denke, die Vielfältigkeit gefiel ihm. Ich habe eben nicht nur eine bestimmte Sache gemacht. Bisher habe ich zwei Live Alben für Paul gemacht – „Back in the U.S.“ und „Back in the World“ – sowie zwei Studio-Alben: „Driving Rain“ und „Memory Almost Full“. Wir produzieren gerade ein Projekt zusammen.

Wie war es, mit Kelly Clarkson zusammen zu arbeiten?
Sie ist eine fantastische Sängerin und hatte viele Songs dabei, die sie selbst geschrieben hat. Sie macht die Texte und Melodien. Es hat viel Spaß gemacht, sie war sehr schnell. Mit einem guten Sänger zu arbeiten macht einfach soviel mehr Spaß als mit einem schlechten. Zwei ihrer Bandmitglieder sahen während des Projekts Cubase in Aktion und sind sofort umgestiegen. Das ist mir jetzt schon ein paar Mal bei der Arbeit mit verschiedenen Leuten passiert.

Mischst du auf einer Konsole oder im Rechner?
Ich habe gar keine Konsole. Wenn ich eine Konsole benutze dann nur als Summierer mit allen Fadern auf 0 dB. Ich mache nicht so viel Automation, sondern benutze hauptsächlich die Lautstärkehüllkurven der einzelnen Clips. Ich benutze gerne den Envelope Shaper und liebe den alten VST2 Multiband-Kompressor. Ich habe nie etwas Vergleichbares gehört. Er ist sehr leistungsstark. Das FM Radio Preset ist ein hervorragender Ausgangspunkt.

Machst du auch MIDI Sequencing als Ergänzung zum Audio Engineering?
Ich habe gerade die Musik für einen Film in Cubase komponiert und dabei VST Expression eingesetzt. Ich habe ein sehr aufwändiges Setup mit einer großen Key Switch Library und das hat sich schon oft bewährt. So tiefe Noten lassen sich in normalen Partituren nicht darstellen. Ich benutze auch HALion ONE sehr oft, tolle Soundlibrary, schnell und einfach zu bedienen. Es ist für mich perfekt zum Festhalten von Ideen. Cubase ist eine schnelle, effektive Lösung zum Komponieren und Arrangieren.

Hast du dich schon mit LoopMash beschäftigt?

LoopMash ist toll, es macht soviel Spaß damit zu arbeiten. Ich versuche aber immer noch, es zu verstehen. Es hat eine große Zufallskomponente und ist trotzdem so musikalisch. Man könnte den Rest seines Lebens mit LoopMash verbringen – das wäre zumindest ein besserer Zeitvertreib als Facebook.

Welchen Eindruck hast du von Groove Agent ONE?
Ich benutze Groove Agent ONE viel zusammen mit dem Beat Designer MIDI PlugIn. Damit lässt sich extrem schnell arbeiten. Ich habe tausende Kicks und Snares und erstelle daraus eigene Kits. Ich kann einfach nach Belieben verschiedene Samples auf die Pads ziehen während es spielt und einfach schnell zwischen Velocity Layern umschalten. Die Swing Funktion beim Beat Designer ist so subtil und gut. Ein Schritt und du hast es.

Hattest du schon die Möglichkeit, das neue Pitch Correct PlugIn auszuprobieren?
Der Formant Controller ist erstaunlich. Die Klangfarbe der Stimme ändert sich ohne irgendwelche Artefakte.

Hast du einen Rat aus A&R Sicht?
Auch wenn es ziemlich banal klingt: Es ist wichtig, die bestmögliche Produktion zu haben, wenn man im Musikbusiness Fuß fassen möchte. Die Labels sind sehr wählerisch. Sie möchten ein fertiges Projekt hören, dass sie direkt morgen herausbringen könnten. Sie haben weniger Geld, weniger Künstler und weniger Veröffentlichungen. Ein Entwicklungsprozess existiert praktisch nicht. Es ist also besser die harte Arbeit so früh wie möglich zu machen. Wenn ich an etwas arbeite, lasse ich es niemanden hören bis ich das Gefühl habe, dass ich zwei Singles fertig habe.

Wie helfen dir Steinberg Produkte bei der Arbeit?
Ich kann zu einer Probe gehen, alles aufnehmen und sicher sein, dass die Sound-Qualität stimmt. Ich kann die Aufnahmen später im Studio weiterverwenden und von verschiedenen Computern darauf zugreifen. Ich kann mit so wenig Equipment so viel machen. Ich nehme ein kleines Lautsprecher Set überall mit hin, so dass ich immer die gleichen Ergebnisse habe, egal wo ich gerade bin. Alle PlugIns und Instrumente lassen sich immer ohne Störungen sofort verwenden. Der REVerence Hall, die EQs und die Kompressoren klingen allesamt hervorragend. Ich fühle mich sicher und frei das zu machen, was ich gerade will, denn ich weiß, dass Cubase funktionieren wird. Es fühlt sich gut an, sich auf so eine stabile Software verlassen zu können.

Website: www.vincristin.com