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Benjamin Stanford, Dub Fx

“Cubase ist für mich essentiell, wenn es darum geht, meinen Live-Sound für ein Album aufzubereiten. Ich liebe die neuen Effekte im Channel Strip. Das Saturation PlugIn verwende ich sehr viel und Magneto ist fantastisch!”

Dub Fx über Crowdfunding, Komposition und Cubase

Von Nils Wiere, 19. Mai 2014

Dub Fx aka Ben Stanford ist ein einzigartiger Loop Recording Artist aus Melbourne. Bekannt geworden durch seine legendären Street Performances, tourt er heute durch die angesagtesten Clubs weltweit, spielt auf den größten Festivals und hat bereits mehr als 100.000 Platten verkauft. Doch Ben ist nicht nur ein unglaublich innovativer Küntler sondern auch ein talentierter Producer. Wir sprachen mit ihm über seine Arbeitsweise, die Bedeutung von Crowdfunding für seine Projekte und warum Cubase seine Lieblings-DAW ist.

Für alle, die deinen musikalischen Ansatz nicht kennen, kannst du einmal kurz erklären, aus welchen „Zutaten“ deine Musik besteht?

Die Hauptzutat meiner Musik ist mein Gesicht! Ich mache alle meine Beats mit Beatboxing, anschließend schichte ich Harmonien übereinander, um Akkorde oder Flächenklänge zu erzeugen und singe durch einen Synthesizer, um Bass-Sounds anzusteuern.

Und wie fängst du mit einem neuen Song an?

Ich beginne meistens an der Gitarre an und versuche einen Song zu schreiben, der akustisch funktioniert. Ich finde das äußerst wichtig, denn wenn man kein solides Fundament hat, auf dem man aufbauen kann, versucht man am Ende alles mit Sound-Design rauszureißen und das kann sehr erschöpfend sein.

Wo findest du deine Inspiration?

Ich suche nicht danach oder finde sie, meistens findet sie mich. Ich kann gerade mit allem Möglichen beschäftigt sein, wenn plötzlich eine Idee in meinem Kopf auftaucht. Meistens ist es eine Hookline oder eine Melodie, die sich in meinem Kopf festsetzt – dann nehme ich meine Gitarre und fange mit der Ausarbeitung an.

Du hast auf einigen der größten internationalen Festivals gespielt, darunter Sziget, Coachella und Glastonbury, und tourst weltweit durch die Clubs. Andererseits hast du deine Popularität deinen Auftritten als Straßenmusiker zu verdanken. Was ist für dich der größte Unterschied zwischen der Straße und den Festivals/Clubs?

Dub FX wurde auf der Straße geboren. Alle Ideen, Sounds und Konzepte sind von meinen Street Performances inspiriert. Dort habe ich Ideen ausprobiert und meinen Stil als Musiker entwickelt. Diesen einzigartigen Sound nehme ich mit auf die Bühnen der Clubs und Festivals und performe ihn dort mit einem echten Sound-System. Ich liebe es, in allen möglichen Umgebungen zu spielen, um flexibel zu bleiben.

Studio Setup

  • MacBook Pro
  • 2x Lynx Aurora 
  • Focal SM9 Monitore
  • SPL Neos
  • SPL Tube Vitalizer
  • Manley Voxbox
  • Cubase 7.5
  • WaveLab
  • FabFilter PlugIns, Spectrasonics Stylus, Trilogy und Omnisphere
  • Røde K2, Soundelux U195, Telefunken M80
  • Boss GT-10B
  • Boss RC-505
Dub Fx at Klubsen, Hamburg

Dein aktuelles Album, Theory of Harmony, wurde über Crowdfunding finanziert. Warum hast du dich für dieses Vorgehen entschieden und welche Herausforderungen gab es dabei?

Crowdfunding ist ein großartiges Konzept. Ich habe mich dafür entschieden, um vollkommen unabhängig zu sein und weil ich keine Maschinerie haben wollte, die für mich mein neues Album promotet. Diese Methode macht für mich besonders Sinn, da jedes einzelne meiner Alben von mir direkt an die Fans verkauft wurde. Wir haben bereits eine persönliche Beziehung. Die größte Herausforderung bestand darin, alle Versprechungen, die wir gemacht hatten, zu erfüllen.

Du bist vollkommen unabhängig von Plattenlabels (außer deinem eigenen) und tatsächlich gibt es mit YouTube, Facebook und den ganzen Möglichkeiten des Internets keine Notwendigkeit mehr für ein Label. Hast du einen Rat für Musiker, die ein größeres Publikum erreichen möchten?

Social Media und Street Performance ist ein perfekter Weg zum Aufbau einer Fan Base und Crowdfunding ist das Sahnehäubchen! Ich denke, das Wichtigste ist es, ein überzeugendes Produkt am Start zu haben. So etwas kann man nicht im Wohnzimmer oder im Proberaum erreichen. Du musst deine Musik vor Publikum spielen, um herauszufinden, was damit nicht stimmt. Straßenmusik ist hierfür eine ideale Möglichkeit, da wirst du fürs Üben und Optimieren deiner Performance bezahlt.

Du musst deine Musik vor Publikum spielen, um herauszufinden, was damit nicht stimmt. Straßenmusik ist hierfür eine ideale Möglichkeit, da wirst du fürs Üben und Optimieren deiner Performance bezahlt.

Wann war deine erste Begegnung mit Cubase?

Das war in meinem zweiten Jahr in der High-School, im Jahr 2000. Ich war in einem Kurs, in dem es darum ging einen eigenen Song aufzunehmen. Um es mir einfach zu machen, habe ich einen Akustik-Song mit Gitarre und Gesang aufgenommen.

Wie passt Cubase heute in deinen Produktionsprozess?

Ich verwende Cubase hauptsächlich zum Arrangieren und Ausarbeiten meiner Musik. Die meisten Ideen und Inspirationen stammen von meinen Live-Jams mit der Loop Station. Cubase ist für mich essentiell, wenn es darum geht, meinen Live-Sound für ein Album aufzubereiten. Was mich ursprünglich zu Cubase gebracht hat war das gute Preis-Leistungs-Verhältnis. Mittlerweile bin ich so daran gewöhnt und mir gefällt auch wie es aussieht. Ich weiß, es gibt eine Menge Konkurrenzprodukte auf dem Markt, die sich gut für das Herumspielen mit Loops eignen, aber das mache ich lieber mit meinem Live Equipment. Für das Arrangieren meiner Songs bevorzuge ich den klassischen Weg. Das hilft mir meine Musik zu finalisieren anstatt endlos weiter daran rumzuschrauben.

Was ist dein Lieblingstool in Cubase und warum?

Ein spezielles Lieblingstool habe ich nicht, aber liebe die neuen Effekte im Channel Strip. Das Saturation PlugIn verwende ich sehr viel und Magneto ist fantastisch! Ich nutze Saturation für die meisten meiner Tracks, um sie etwas anzuzerren. 

Crowdfunding ist ein großartiges Konzept. Diese Methode macht für mich besonders Sinn, da jedes einzelne meiner Alben von mir direkt an die Fans verkauft wurde.

Watch Dub FX 'Flow' feat. Mr. Woodnote on Vimeo

Dieses Jahr bist du mit einem ganz neuen Konzept auch Tour.  Es sollen Hörner und Percussion sowie andere akustische Instrumente mit dabei sein. Kannst du mehr darüber verraten?

Ja, ich arbeite mit einem Musiker namens Andy V zusammen, der ein absoluter Ausnahmemusiker ist. Wir kennen uns bereits 10 Jahre und haben früher Jazz Gigs zusammen gespielt. Er ist wie ein Schweizer Messer! Andy spielt Keyboard, Saxofon, singt und verwendet eine Loop Station, um diese Elemente live aufzunehmen und sie mit meinen Loops zu mischen. Wir haben auch Cade mit dabei, meinen Manager. Er macht Backing Vocals und setzt Plattenspieler für Scratches in Effekten und Loops ein. Wir werden auch eine abgefahrene Video-Produktion machen und die Show auf ein ganz neues Niveau zu bringen.

Woran arbeitest du zur Zeit?

Ich habe gerade mein neues Album beendet, aber ich bin schon wieder dabei, Ideen für das nächste zu schreiben und kleine Aufnahmeschnipsel zu sammeln. Ich hoffe es irgendwann 2015 fertig zu haben.

Gibt es einen besonderen Ort, an dem du immer schon immer einmal eine Show spielen wolltest?

Bisher habe ich immer an ziemlich zufälligen Locations gespielt. In einem Flugzeug würde Spaß machen. Oder noch besser: In einem Raumschiff!

Besuchen Sie dubfx.net für mehr Informationen über Dub Fx.

Letzte Veröffentlichung

Im Dezember 2013 hat Dub Fx sein zweites Studioalbum veröffentlicht. Das Album Theory of Harmony wurde vollständig von Fans aus 45 Ländern über Crowdfunding finanziert.

Das vollständige Album können Sie hier online hören.