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Lucas Vidal

Lucas Vidal: Ein junger Komponist mit großem Talent

20. Februar 2014, von Stefan Trowbridge

Lucas Vidal ist eine der vielversprechendsten Entdeckungen der letzten drei Jahre im Bereich Filmmusik. Mit seinen Soundtracks für erfolgreiche US Kinofilme wie „Fast and Furious 6“ und „The Raven“ gelang dem spanischen Komponisten der internationale Durchbruch. Vidal teilt seine Zeit zwischen Spanien und den USA und betreibt mit seinem Partner Steve Dzialowski in L.A. die Firma Music and Motions Productions. Das Unternehmen bietet eine Vielzahl verschiedener Dienstleistungen an, von Filmmusik in unterschiedlichen Musikstilen bis zu kompletten Musikproduktionen.

Wann hast du angefangen Musik zu machen und zu komponieren?

Ich habe mit 4 Jahren angefangen Klavier zu spielen. Kurz darauf habe ich Flöte gelernt. Als Kind konnte ich Stunden damit verbringen zu stummgeschalteten Filmen zu improvisieren. Ich denke, dass war meine erste Berührung mit Filmmusik.

Danach kam bestimmt erstmal ein umfangreiches Studium?

Das Musikstudium nimmt einen wichtigen Platz in meinem Leben ein. In meiner Jugendzeit habe ich Piano und klassische Komposition am Konservatorium in Madrid studiert. Als ich 16 Jahre alt war, habe ich ein 5-Wochen Programm am Berklee College of Music absolviert und Saxophon gelernt. Ich war vollkommen süchtig. Danach habe ich ein Stipendium erhalten, um in Berklee Komposition und Film Scoring zu studieren. Ich hatte das Glück bei einigen der besten Dozenten zu lernen und war von talentierten Studenten umgeben. Vier Jahre später bin ich nach New York gezogen, um an der Juliard School bei Richard Danielpour zu studieren. Bis heute besuche ich Kurse mit klassischen Komponisten und studiere Kompositionen in meinem Studio während ich Mittag esse.

Und deine Kenntnisse in Recording und Production hast du während des Studiums in Berklee erworben?

Das meiste über Musikproduktion habe ich von den erfahrenen Recording- und Mixing-Engineers gelernt, mit denen ich zusammengearbeitet habe. Bei ihnen allen sieht es immer so einfach aus, einen großartigen Sound zu erreichen, aber dabei hat jeder sein eigenes Rezept. Letztendlich muss man eigentlich nur seinen Ohren und seinen Instinkten folgen.

Studio Setup

  • 3x Mac Pros, einer mit Cubase und verschiedenen Electro Instrumenten/PlugIns, zwei mit Vienna Ensemble Pro
  • 2x 30" Apple Cinema Displays
  • 50" Samsung TV für Video (abgespielt von Cubase)
  • MOTU 2408 Audio Interface
  • PreSonus Central Station für Monitoring und Talkback
  • Millennia HV-3D PreAmp
  • Mackie Control Universal Pro über USB
  • ATC SCM25As Studiomonitore
  • Yamaha Motif XS8 MIDI Controller/Synth
  • Peavey PC 1600x MIDI Controller Faders
  • Yamaha Baby Grand
  • 2x Chameleon Labs Mics
  • 2x AKG 414 Mics
Studio von Music and Motion Productions
Studio von Music and Motion Productions

Bitte erzähle uns etwas über die Firma Music and Motion Productions, die du mitgegründet hast.

Meinen Geschäftspartner Steve Dzialowski habe ich in Berklee kennengelernt, wo er Music Business studiert hat. Wir haben massenhaft Recording Sessions nach der Schule gemacht und bereits während des Studiums unsere eigene Firma gegründet. Nach unserem Abschluss machte es einfach Sinn Music and Motion Productions mit Vollgas auszubauen. Wir haben jetzt ein fast 500qm großes Studio in Venice, Kalifornien, auf das wir sehr stolz sind. Im April gründen wir ein Subunternehmen mit dem Namen Chroma Music und Chris Ramsdell als neuem Partner, welches sich ausschließlich auf Werbung für Filmmusik spezialisieren wird.

Wie hast du in der Filmindustrie Fuß gefasst?

Meinen ersten Spielfilm-Soundtrack habe ich bereits als Student komponiert. Damals habe ich soviele Kurzfilme gemacht wie ich konnte und immer mit Orchester aufgenommen. Nach einem Jahr in New York haben Steve und ich gemerkt, dass wir nach L.A. ziehen mussten. Wir kamen hierher ohne jemanden zu kennen und das fühlte sich etwas beängstigend an. Aber die Leute haben uns nett willkommen geheißen und wir haben hart gearbeitet, ein Projekt nach dem anderen.

The Cold Light of Day - Behind the Scenes auf Vimeo ansehen
The Cold Light of Day - Behind the Scenes auf Vimeo ansehen

Was ist das letzte Filmprojekt, an dem du gearbeitet hast?

Ich habe gerade meine Arbeit an „Tracer“ abgeschlossen, einem Action-Film, der in der Parkour Szene spielt. Der Produzent hat auch die Twilight Saga gemacht und Twilight Star Taylor Lautner spiel ebenfalls mit. Für den Film wollte der Regisseur einen elektronischen Score haben und das gab mir die Möglichkeit meine eigenen Grenzen zu überschreiten. Auch wenn wir uns primär auf die Dramaturgie der Story konzentriert haben sind auch die Action Szenen sehr cool geworden.

Hast du eine spezielle Vorgehensweise wenn du ein neues Projekt beginnst? Und wie eng arbeitest du mit dem Regisseur zusammen?

Jedes Projekt ist unterschiedlich und meine Herangehensweise ist dementsprechend immer anders. Als erstes versuche ich immer, die Vision des Regisseurs zu verstehen. Er beschäftgt sich seit Jahren mit dem Projekt, manchmal sogar noch weitaus länger, also weiß er besser als jeder andere was der Film tatsächlich braucht. Musik ist dabei nur ein Stück des Puzzles. Die enge Zusammenarbeit mit dem Regisseur ist also essentiell. 

Ist das für dich eine Einschränkung in deinem kreativen Prozess?

Ganz im Gegenteil. Ich finde es einfacher kreativ zu sein, wenn ein grundlegender Rahmen und eine Vision vorgegeben sind. Ich liebe die Zusammenarbeit. Ich würde es sehr langweilig finden, den ganzen Tag alleine im Studio zu arbeiten ohne jemanden, der einem sagt was gut oder schlecht ist.

Woher nimmst du deine Inspiration bei der Komposition verschiedener Musikstile?

Wenn ich für einen Film komponiere ist es sehr einfach Inspiration zu finden, denn was auf dem Bildschirm zu sehen ist bringt schon so viele Ideen. Dann geht es eigentlich nur noch darum, mit viel Mühe die Ideen auszuarbeiten. Ich studiere die Werke anderer Komponisten, höre mir viele verschiedene Musikstile an und analysiere Partituren wann immer ich Zeit habe.

Wie passt Cubase in deinen Kompositionsprozess? Warum ist Cubase das Tool deiner Wahl?

Ich habe einen sehr klassischen Hintergrund und auch wenn ich immer sehr an Technologie interessiert war kann ich mich selbst nicht als Experten bezeichnen. Ich hatte immer kompetente Leute um mich herum und verwende die intuitivste Software. Ich mache jetzt schon seit einigen Jahren elektronische Musik aber erst seitdem ich Cubase verwende macht es mir richtig Spaß. Es ist alles so einfach und ich fühle mich nie eingeschränkt. Ich habe oft Meetings mit Kunden, bei denen ich direkt Änderungen vornehmen muss und mit Cubase geht das sehr einfach.

Lucas Vidal beim Komponieren
Lucas Vidal beim Komponieren

Was ist dein bester Rat für angehende Filmkomponisten?

Glaube an dich selbst und gib niemals auf. Es ist sehr wichtig zu wissen, dass du alles erreichen kannst was du möchtest. Es kommt nur darauf an wie sehr du deinen Träumen folgen möchtest. Wenn du dabei bleibst dich anzutreiben und an Türen zu klopfen, wirst du überrascht sein, wie viele Möglichkeiten sich ergeben. Aber du must darauf vorbereitet sein, also höre niemals auf zu lernen.

Besuchen Sie die Website von Lucas Vidal unter www.mumoproductions.com.