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Delain - Hollands Metal Newcomer im Interview

Die niederländische Gothic Metal Band Delain wurde 2002 von Martijn Westerholt, ehemals Keyboarder von Within Temptation, gegründet. Seit ihrem Debüt Album „Lucidity“ wird Delain als einer der heißesten Metal Newcomer Hollands gehandelt. Ihr zweites Album „April Rain“ wurde vor kurzem weltweit veröffentlicht. Wir hatten die Möglichkeit mit Martijn zu sprechen, der sich bereits lange vor der Gründung von Delain für Cubase entschieden hat.

Delain

Martijn, du benutzt Cubase schon sehr lange. Wann hast du mit dem Musikmachen angefangen und wie hast du das erste Mal von Cubase gehört?
Das muss so etwa 1995 gewesen sein als ich 15 Jahre alt war.  Mein Bruder Robert benutzte bereits Sequenzer auf Atari, Amiga und Apple Rechnern. Immer wenn Robert nicht zuhause war, schlich ich mich in sein Zimmer mit dem ganzen Equipment. Zu dieser Zeit begann ich, Cubase zu benutzen. Das war damals natürlich alles MIDI, gesynct mit einem 4-Spur Recorder. Später, für das erste Delain Album „Lucidity“, habe ich dann Cubase VST benutzt.

Heute, viele Jahre später, ist Cubase immer noch der Sequenzer deiner Wahl. Gibt es etwas, das dir ganz besonders daran gefällt?
Cubase ist sehr übersichtlich und benutzerfreundlich. Ich habe in der Vergangenheit auch einige andere Sequenzer ausprobiert, weil ich neugierig war oder kostenlose Promo-Versionen bekommen hatte, aber ich bin immer wieder zu Cubase zurückgekehrt. Für mich ist es einfach das Beste.

Seit einiger Zeit arbeitet ihr jetzt auch mit dem Steinberg MR816 X Audio-Interface. Seid ihr damit zufrieden?
Das ist das Baby unseres Gitarristen Ronald. Er ist total begeistert davon. Es gefällt ihm sogar so gut, dass er mich immer damit ärgert, wie einfach alles geht, wie wenig Bugs es gibt und wie gut sein Interface in Cubase integriert ist – im Gegensatz zu meinem. [lacht] Also vielleicht sollte ich es auch mal ausprobieren.

Welche Rolle spielt Cubase bei der Produktion der Delain Songs? Habt ihr ein eigenes Studio?
Cubase ist ein essentieller Bestandteil unseres Produktionsprozesses. Ich schreibe die Musik in meinem Homerecording-Studio. Im nächsten Schritt bearbeitet unser Co-Producer, Arrangeur und Vocal Coach, Oliver Philipps, die Rohfassungen – ebenfalls mit Cubase. Genaugenommen sind alle Tracks unseres Albums mit Cubase aufgenommen und abgemischt worden. Und auch alle anderen, die Songs für Delain schreiben, arbeiten ebenfalls mit Cubase. Guus Eikens (der nicht in der Band spielt aber seit Anfang an in den Songwriting-Prozess involviert ist) und Ronald benutzen zuhause ebenfalls Cubase.

Wie sind die anderen Bandmitglieder involviert?
Ronald und Guus schreiben auch Songs zuhause und geben diese dann an mich weiter. Ich höre sie mir an und entscheide dann, was wir für das Album verwenden können und was nicht. Und wenn ich mit einem meiner Parts Probleme habe, sende ich ihn an die beiden, denn frische Ohren sind sehr hilfreich, um ein Problem zu lösen. Charlotte schreibt die gesamten Texte und die meisten Gesangslinien. Sie ist bereits in einer sehr frühen Phase des Songwriting-Prozesses involviert. Genau wie Ronald und Guus kommt sie häufig bei mir im Homestudio vorbei.

Martijn of Delain

Es scheint so, als müssten Delain Recordings immer eine zeitlang reifen, bevor sie veröffentlicht werden. Seit der Veröffentlichung von “Lucidity” sind drei Jahre vergangen und auch damals hat die Produktion drei Jahre gedauert. Gibt es einen speziellen Grund für diese langen Zyklen?
Ja, ich arbeite sehr langsam. [lacht] Ich bin sehr kritisch mit unserem Material und überarbeite die Songs immer und immer wieder, bis ich mit dem Ergebnis wirklich zufrieden bin. Viele Ideen verwerfe ich bereits in einer sehr frühen Phase, weil ich das Gefühl habe, dass sie nicht funktionieren. Wenn ich aber etwas habe, von dem ich glaube, dass es am Ende gut wird, arbeite ich daran bis es in meinen Ohren perfekt klingt. Und das dauert sehr lange.

Genau wie beim letzten Album, sind auch auf „April Rain“ wieder Gastmusiker zu hören, wie etwa Marco Hietala von Nightwish. Ist es Teil eures Konzepts, andere Musiker und Einflüsse zu integrieren?
Ja, das ist definitiv ein typischer Teil von Delain. Es ist sehr erfrischend, mit verschiedenen Leuten zu arbeiten. Durch ihren Input kommt unsere Musik oft zu einem überraschenden Ergebnis. Das ist sehr spannend. Es ist aber sehr wichtig, die richtige Person für eine Gast-Performance auszuwählen. Die passenden Leute für den Job zu finden, ist wirklich ausschlaggebend. Bisher hat diese Vorgehensweise unsere Erwartungen fast immer noch übertroffen, die Ergebnisse waren zu 90% sehr positiv.

Auf Wikipedia steht, dass das komplette Album bereits zwei Wochen vor der offiziellen Veröffentlichung am 16. März im Internet zu finden war. Das lag wahrscheinlich an den Promo-Versionen, die euer Label Roadrunner verschickt hat?
Um ehrlich zu sein, war ich einfach nur froh, dass es nicht schon vorher passiert ist. Leider ist so was ja heute normal. Ich will mich daher auch gar nicht beschweren, sondern bin ganz zufrieden damit, dass es nur zwei Wochen vor der Veröffentlichung war.

Kurz darauf stellte Roadrunner Records einen kompletten Stream des Albums in Netz. War das eine Reaktion auf diese Geschichte oder eine länger geplante Marketing-Strategie?
Das war von vornherein geplant. Du musst deine Musik bei den Leuten bekannt machen. Und hier liegt ja einer der großen Vorteile des Internets…Meine Nachricht an die Musikindustrie lautet: Das Internet bietet für Künstlern auch viele Vorteile und Chancen. [lacht]

Siehst du das Internet also als Chance für kommerzielle Bands oder überwiegen für dich die Nachteile?
Dann mach ich mal da weiter, wo ich aufgehört habe. Ich denke das ganze Internet Business ist nicht zu stoppen. Es zu bekämpfen ist sinnlos, denn diese Schlacht wurde bereits vor Jahren verloren. Natürlich bietet das Web auch viele Möglichkeiten. Das Einzige was eine Band machen kann ist also, sich daran anzupassen und kreativ zu bleiben – dann sind immer noch viele Sachen möglich.

Du bist gerade von einer Tour durch Europa zurückgekehrt. Da eure Musik ja recht komplex und symphonisch ist, könnte man vermuten, dass ihr auch auf der Bühne Samples einsetzt. Ist das der Fall?
Nein, eher nicht. Ich habe große Vorbehalte, was den Live-Einsatz von Samples betrifft. Ich betrachte das als notwendiges Übel und versuche den Sample-Einsatz so minimal wie möglich zu halten. Mindestens 90% unserer Live-Show besteht aus echten Instrumenten. Leider haben wir aber nur zwei Hände und daher spielen wir einige Samples und Backing-Vocals von einem Alesis HD24 ab. Aber viele der Spuren, die auf dem aktuellen Album zu hören sind, lassen wir weg. Wenn das System abstürzt, sollen die Zuhörer keinen nennenswerten Unterschied merken. Wenn sie es tun, hast du zu viel laufen. Ich muss dazu aber auch sagen, dass wir schon einige Erfahrungen mit Festplattencrashes machen mussten. [lacht]

Was sind die Zukunftspläne für die Band?
Wir geben dieses und nächstes Jahr jede Menge Konzerte in Europa. Mit diesem Album möchten wir unsere Live-Erfahrung vertiefen.

Danke, dass du dir die Zeit genommen hast!
Gern geschehen!

Delains Website: www.delain.nl
MySpace-Seite: www.myspace.com/delainmusic