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Holy Moses und Steinberg Software

Bereits seit über 25 Jahren ist die deutsche Band Holy Moses eines der Aushängeschilder der internationalen Thrash Metal Szene. Gegründet wurde die Band 1980 und es blieb nicht aus, dass es über die Jahre diverse Besetzungswechsel in der Band gab. Seit 1981 ist die Konstante der Band Sabina Classen, die als Frontfrau in einer Metalband Pionierarbeit geleistet hat und Bands wie die ebenfalls sehr erfolgreichen Arch Enemy inspiriert haben dürfte. Nach einer Pause in den 90er Jahren, begann die Band im Jahr 2001 mit einem neuen Lineup um Sabina und Gitarrist Michael Hankel, an die Erfolge vor der Schaffenspause anzuknüpfen.

Michael, seit wann setzt Ihr für Eure Produktionen Steinberg Software ein und wie kam es zu der Entscheidung, einen Steinberg Sequencer zu nutzen?
Ich weiß gar nicht genau wie lange es her ist, aber ich habe mit Cubase Audio XT damals meine ersten Schritte unternommen. Seit dieser Zeit habe ich alle Updates mitgemacht, bis jetzt hin zu Nuendo 4.2. Da es damals kein anderes Produkt gegeben hat, was meine Anforderungen erfüllen konnte, bin ich halt zu Cubase gekommen. Die Arbeitsweise ist sehr intuitiv und lenkt nicht von der eigentlichen Produktion ab.

Wie laufen bei Euch generell die Vorbereitungen zu einem neuen Album ab? Wohnen alle Bandmitglieder in der Nähe oder läuft es eher darauf hinaus, Songideen durch die Weltgeschichte schicken zu müssen, um Euch auszutauschen?
Wir wohnen sehr weit auseinander. Da muss man schon genau die Produktion im Auge behalten, wenn man sich mal im Studio trifft. In der Vorproduktionsphase haben wir uns die Takes gegenseitig auf den Server gestellt und in Cubase oder Nuendo eingepflegt. Das ging so lange, bis die Songs standen und wir uns dann zu den eigentlichen Aufnahmen getroffen haben. Das Schlagzeug haben wir in Hannover in unserem zweiten Studio aufgenommen. Carlos hat seinen Part in USA eingespielt und mir auf den Server gestellt. Genau wie unser Bassist Thomas, der seine Parts bei sich im Studio aufgenommen hat und ebenfalls auf den Server gestellt hat. Während der Produktion wurden einige Gigabytes zum Gegenhören durch die Leitung geschickt!

Habt Ihr ein eigenes Studio für Eure Produktionen?
Ja, eines in unserem Haus, in dem ich die Gitarren, den Bass und die Vocals aufgenommen habe und ein größeres in Hannover, in dem die Drums eingespielt wurden.

Wie sieht Eurer Studio- und Computersetup aus?
In meinem Studio bei Hamburg arbeite ich auf einem Core 2 Duo 3,2 GHz PC mit RME-Audiohardware. Als Screens kommen zwei 19"-Monitore zum Einsatz. Und für DSP Power sorgt eine TC Powercore mit diversen Plugins. Zwei unterschiedliche Studiomonitor-Paare dienen als Abhöre. Unterwegs arbeite ich auf einem Dell Latitude 2,4 GHz Core 2 Duo mit dem RME Multiface. Im Studio in Hannover steht ebenfalls ein schneller PC.

Ich überlege gerade, mir die neue Steinberg Hardware zuzulegen, da sie ziemlich gute Features hat. Dann werde ich die auch für das Produzieren unterwegs verwenden.

Dann habe ich natürlich die üblichen Verdächtigen, wie z. B. Vocal Preamp, Line6 POD als 19" Variante und als X3 Floorboard für Gitarre, Bass, sowie Kompressoren usw. Hauptsächlich arbeite ich aber mit den Effekten von Nuendo. Seit der 4er Version klingen die Effekte auch sehr gut und authentisch, so dass ich mein Outboard wohl verkaufen werde.

Kommen neben Nuendo noch andere Steinberg-Applikationen zum Einsatz?
Meine Hauptanwendung ist Nuendo für den ganzen Produktionsprozess. Zum Mastern setzte ich dann WaveLab in Verbindung mit der TC Powercore ein. WaveLab ist ganz einfach das beste Werkzeug, wenn es um Mastering geht. Die Algorithmen, die zum Rechnen eingesetzt werden, klingen meiner Meinung nach am besten und natürlichsten. Die Audiomontage von WaveLab ist das Beste, das ich für diese Aufgabe gesehen habe. Dann natürlich die Surround-Plugins und einige VST Instrumente von Steinberg.

Ihr befindet Euch gerade wieder auf einer ausgedehnten Tour, die Euch einen Monat lang fast ohne Pause durch ganz Europa führt. Gehört Ihr zu den Bands, die auch im Tourbus neues Material schreiben und sogar schon erste Demos aufnehmen?
Ja, das kommt vor, wenn wir die Zeit und den Platz dafür haben. Wenn du so lange unterwegs bist, ist der Bus mit Klamotten voll und Du hast wenig Platz, um in der Lounge zu arbeiten. Daher passiert so etwas dann meist spontan im Backstage Raum. Auf unserer Tour im Januar mit Obituary sind so noch einige Ideen zu unserer grad erschienen CD „Agony of Death” hinzu gekommen. Als die Jungs von Obituary auf unserer gemeinsamen Tour im Januar mitbekommen haben, dass wir am Produzieren sind, wollten sie gleich etwas einspielen. So sind die Solos von Ralph Santolla und Trevor zu Stande gekommen. Auch Schmier von der Band Destruction hat so noch etwas beigesteuert.

Kommen wir zu einer für eine Thrash Metal Band wahrscheinlich eher heiklen Frage: setzt Ihr bei Euren Liveshows auch Cubase ein, um z.B. zusätzliche Samples einzuspielen oder kommt Ihr ohne Computertechnik aus? Bei Eurem Auftritt auf dem Wacken Open Air sah man ja immerhin schon mal einen Keyboarder auf der Bühne...
Ja, das war Ferdy Doernberg mit den Keyboards. Auf der neuen CD hat er die Sounds für die Intros beigesteuert. Und da wir ohnehin geplant hatten, die Intros auf Wacken zu spielen, war es ganz cool, die Intros live von Ferdy spielen zu lassen. Auf der jetzt laufenden Tour kommen die Intros allerdings tatsächlich von meinem Laptop. Dazu benutze ich die Arranger-Spur in Nuendo, so dass ich immer nur auf die Spacetaste hauen muss und das Intro automatisch am Ende stoppt.

Innerhalb der Songs kommt nichts von dem Rechner, da wir eh nicht mit Klick spielen, macht das auch keinen Sinn. Wenn dein Soundmann zum x-ten mal vergisst, das Intro zu starten oder vergisst die CD zu stoppen und das nächste Intro im Song zu hören ist, dann überlegst Du nicht lange und machst es lieber selbst. Bei zwei Gigs allerdings kam der komplette Bass aus dem Rechner. Unser damaliger Bassist wurde kurzfristig krank, da habe ich den Bass dann in der Nacht vor den Shows auf Klick eingespielt. Zu der Zeit war ich als einziger Gitarrist bei Holy Moses, so das es doch arg dünn ohne Bass geklungen hätte. [lächelt] So etwas würde ich allerdings nicht noch einmal machen, da es meiner Meinung nach sehr unmusikalisch klang. Unsere Musik muss von Hand gemacht sein!

Gibt es für die Zeit nach der Tour schon weitere Pläne für die Band?
Ja, wir werden ab Januar 2009 wohl für 3 Monate durch die USA Touren und bis dahin stehen jede Menge Gigs an. An eine neue CD mag ich gerade nicht denken, da wir mehr als zufrieden mit dem gerade erschienenen Album sind. „Agony of Death” ist die wohl mit Abstand beste Produktion von Holy Moses. Aber das behauptet wohl jeder Musiker von sich…

Website: www.holymoses.de
MySpace Seite: www.myspace.com/holymosesgermany