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Situation Leclerq - Glitzerndes Debüt mit Tanzzwang

Situation Leclerq sind vier Cubase-begeisterte Jungs aus Hannover, die mit ihrem Debüt-Album "Glaxo" einen furiosen Start in der Indie-Szene hingelegt haben. Erschienen auf Alison Records, beinhaltet das Album 11 energetische Tracks, die stilistisch irgendwo zwischen Indie-Rock und Elektro angesiedelt sind. Situation Leclerq mischen gekonnt elektronische Grooves und analoge Beats mit rockigen Gitarren und discoiden Bassläufen zu einem durchweg dancefloortauglichen Sound. Auch wenn das Album durchaus Wohnzimmer-kompatibel ist, so bekommt man doch spätestens bei "Shiny Boots" oder "Elevator Boy" den unbändigen Drang, die Anlage aufzureißen oder – besser noch – direkt das nächste Situation Leclerq Konzert zu besuchen. Hierzu gibt es in den nächsten Monaten auch noch reichlich Gelegenheit, denn die vier Musiker haben noch einige Konzerte in ihrem Terminkalender, um ihr neues Album zusammen mit dem Publikum gebührend abzufeiern. Ab Mai werden sich Situation Leclerq dann erstmal wieder in ein Ferienhaus zurückziehen, um mit Cubase 5 ihr zweites Studioalbum zu produzieren.

Steinberg hatte die Möglichkeit mit Nils Normann, Keyboarder und Gitarrist der Band, ein Interview zu führen.

Situation Leclerq

Wie kam es zur Gründung von Situation Leclerq?
Situation Leclerq wurde 2003 gegründet, auferstanden aus der Asche der Indie-Rock Band Byron. Nachdem unser Drummer die Band verlassen hatte, ist Sascha zu uns gestoßen. Aber anstatt weiter den gleichen Sound zu spielen, haben wir uns entschieden, mit elektronischen Instrumenten zu experimentieren. Es hat etwa drei Jahre gedauert, bis wir den Sound gefunden hatten, der uns allen gefiel.

Was ist euer musikalischer Background?
Unser musikalischer Backgrond ist sehr unterschiedlich aber drei von uns haben ihre Wurzeln in der Hardcore-Musik und später der Indie-Szene. Unser gemeinsamer Nenner ist aber die Liebe zur Indie/Elektro-Musik und zum Sound der späten 70er und 80er Jahre wie Gary Numan, The Cars, Depeche Mode, Joy Division und Talking Heads.

Ihr habt gerade euer erstes Album "Glaxo" auf Alison Records veröffentlicht. Wie lief die Produktion des Albums ab?
2007 sind wir nach Dänemark gefahren, um neue Songs zu schreiben und aufzunehmen. Wir hatten ein Haus direkt an einem Fjord gemietet und die Atmosphäre dort wirklich sehr genossen. Als wir zurück nach Deutschland kamen, hatten wir nicht nur 10 neue Songs im Gepäck, sondern waren auch 100% zufrieden mit unserem Werk – das erste Mal in unserer Bandgeschichte. Wir fingen dann an, verschiedene Labels zu kontaktieren und lange Gespräche mit ihnen zu führen. Im Mai 2008 trafen wir Alison Records bei der Pop Up Messe in Leipzig. Wir hatten sofort ein gutes Gefühl bei den Jungs. Keine großen Versprechungen, nur eine sehr sympathische Darlegung der Fakten. Nachdem wir mit Alison den Vertrag unterzeichnet hatten, lief alles sehr gut für uns. Der erste Teil der Tour war absolut fantastisch.

Wie fangt ihr mit einem Song an? Habt ihr dabei ein typisches Vorgehen?
Meistens starten wir mit einem Loop oder einer Sequenz und fangen an, dazu zu improvisieren. Dann nehmen wir das alles auf und arrangieren den Song im Sequenzer. Erst wenn wir voll zufrieden mit der Klangästhetik sind, widmen wir uns Gesang und Text. Sobald wir die Vocals aufgenommen haben und der gesamte Song im Grundgerüst steht, versuchen wir, die Anzahl der Spuren auf ein Minimum zu reduzieren.

Wie sieht euer Setup aus?
Wir benutzen eine Menge Analog-Equipment wie etwa den Yamaha DX7 und andere alte Synthesizer. Ich habe ein MacBook Pro auf dem Cubase läuft mit diversen Softsynths und Ableton Live in Rewire. Die aufgenommen Synthies schicken wir häufig noch durch Verstärker und Hallgeräte, um unserem Sound ein analoges Feeling zu verleihen.

Situation Leclerq

Warum hast du dich für Cubase als Recording-System entschieden? Kannst du dich erinnern, wann du Steinberg Software kennengelernt hast?
Cubase war das Programm, mit dem ich in den späten 90ern angefangen habe und ich bin dabei geblieben. Es ist ungeheuer einfach zu benutzen und ich kann sehr schnell alle Arten von Änderungen vornehmen. Der MIDI Funktionsumfang ist einfach fantastisch und ich liebe die Möglichkeit, Audioparts direkt modifizieren zu können.

Wie erstellt ihr die Sounds für eure Songs? Verbringt ihr viel Zeit mit Sounddesign?
Das ist für uns eine der Hauptaufgaben beim Songwriting. Das eigentliche Schreiben der Songs geht sehr schnell aber wir verbringen viele Stunden damit, an Sounds herumzuschrauben. Presets zu vermeiden kann ziemlich schwierig sein. Daher sampeln wir viel selbst, beispielsweise verbale Geräusche, die wir mit dem Computer modifizieren. Und natürlich benutzen wir auch häufig unsere Analog-Geräte, um unserer Musik den speziellen Touch zu geben.

Welche VST-PlugIns magst du am liebsten?
Wir benutzen nicht viele VST-Effekte, aber ich liebe den HALion Player.

Was habt ihr nach der Tour vor?
Wir haben gerade das Video zu Shiny Boots abgedreht, das Ende Februar veröffentlich wird. Im April erscheint unsere neue Single "B.O.O.K.S." zusammen mit einigen Remixes und Bonus Songs. Danach werden wir dann wieder auf Tour gehen. Und im Mai haben wir ein Haus in der Lüneburger Heide gemietet, um Songs für unser zweites Album zu schreiben.

Zum Schluss noch einmal die beliebte Einsame-Insel-Frage: Welches sind die fünf Platten, ohne die du nicht leben könntest?
Dark Side of the Moon (Pink Floyd), Revolver (The Beatles), Black Celebration (Depeche Mode), Gymnopédies & Gnossiennes (Erik Satie) und Le Sacre du Printemps (Igor Strawinski).

Vielen Dank für das Interview. Es hat viel Spaß gemacht, mit dir zu sprechen.

Situation Leclerq auf MySpace: www.myspace.com/situationleclerq