Steinberg Media Technologies GmbH

Creativity First

Frankenstraße 18 b
20097 Hamburg

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Steinberg Modell-Schule

Im Rahmen der Education-Initiative "Steinberg Modell-Schule" schließt Steinberg Kooperationen mit öffentlichen Schulen, die sich durch einen besonders ambitionierten Musikunterricht auszeichnen und über eine spezielle musik-technische Ausstattung (z.B. Musikrechnerräume) verfügen. Die Steinberg Modell-Schule ist als Ort für Fortbildungen, Seminare und Workshops rund um den Computereinsatz im Musikunterricht gedacht und dient als zentrale Anlaufstelle für interessierte Lehrer. Zugleich soll die Einrichtung als Kommunikationsplattform fungieren und den Austausch zwischen Musik- (pädagogischen) Hochschulen, Musikschulen, praktizierenden Lehrern und Verlagen fördern. Ziel dabei ist die Entwicklung und praktische Erprobung verschiedener Einsatzszenarien von „neuen Medien“ im Musikunterricht und deren sinnvolle Überführung in Unterrichtsleitfäden und -materialien.

Das Pilotprojekt: Gesamtschule Hamburg-Horn

2005 startete Steinberg in Kooperation mit der Gesamtschule Horn in Hamburg die erste Steinberg Modell-Schule. Die GS Horn ist eine Schule mit mittlerweile langer Geschichte und vor allem mit viel Herz und Charakter. Sie gehört zu den wenigen Schulen, die von der Vorschule bis zum Abitur besucht werden können. Das Einzugsgebiet der Schule gehört zu einem der sozialen Brennpunkte Hamburgs, in dem laut inoffiziellen Zahlen rund 70 % der Einwohner einen Migrationshintergrund haben.

Bild Modellschule

Im Laufe ihrer über 40-jährigen Geschichte hat die Schule zahlreiche Arbeiten veröffentlicht und an unzähligen öffentlichen Musik-Wettbewerben teilgenommen. Zahlreiche Schul-CDs, zwei große Musical-Produktionen, zwei Liederbücher, viele erste und zweite Preise in Lieder- und Chorwettbewerben sowie ein renommierter Gosplechor und unzählige Schüler-Bands verdeutlichen das herausragende musikalische Engagement der Schüler- und Lehrerschaft.

Der Fachbereich Musik

An der GS Horn hat man früh erkannt, dass die aktive Beschäftigung mit Musik nicht nur die Kreativität fördert oder das Rhythmusgefühl trainiert, sondern in großem Maße auch die soziale Kompetenz der Schüler stärkt. Daher spielt der Fachbereich Musik hier seit Jahren eine zentrale Rolle und ist besonders praxis- und zielorientiert ausgerichtet.

Der Ansatz der GS Horn beruht auf der Erkenntnis, dass gerade kulturell eher ungeübte Jugendliche nur durch das aktive Erschaffen eigener (Klein-)Kultur (nicht durch das Betrachten "großer" Kunst) einen persönlichen Bezug zu ihrer kulturellen Umwelt herstellen können. Daher wird der Unterricht durch ein vielfältiges außerschulisches Projektangebot zur Popularmusik ergänzt. Der hierbei erlernte professionellere Umgang mit Musik führt nicht selten schon nach kurzer Zeit zu einem deutlichen Zuwachs an Selbstwertgefühl, welches nicht unbedingt zu den besonders ausgeprägten Eigenschaften der GS Horner Klientels gehört. Besonders wichtig aber ist das Gefühl des „eingebunden Seins“ der SchülerInnen in die Entwicklungsprozesse ihres Musikbereichs und die daraus entstehende Indentifikation mit ihrer Schule.

Bild Modellschule

Die Instrumente sind nirgendwo eingeschlossen, sondern befinden sich spielbereit offen in den Räumen. Dennoch oder gerade deshalb wurden seit 12 Jahren, seit der Umstrukturierung des Bereichs in Richtung offenes Lernen, weder Instrumente gestohlen noch bewusst zerstört. Die Schüler wissen, wofür sie im Musikbereich der GS Horn mitarbeiten: für ihren Musikbereich, ihren Spaß, für ihren neuen Rechnerraum und ihre Interessen. Und diese Interessen decken sich immer häufiger mit denen der Schule, mit ihrer Schule.

Die Idee: Eine Rechner-Raum Musik

Während der Produktion einer Instrumentenkunde-CD-Rom im schuleigenen Tonstudio der GS Horn, an der über 300 SchülerInnen der Schule beteiligt waren, konkretisierte sich zum ersten Mal die Vorstellung von einem Musikrechner-Raum. Die Idee bestand darin, einen separaten Raum mit mehreren vollausgestatteten Musik-PCs einzurichten, in dem die SchülerInnen der GS Horn Audio-CDs und Musik-CD ROMs selber herstellen können. Zugleich sollte dieser Rechner-Raum auch anderen Schulen, Studenten und Erwachsenen für Fortbildungen zur Verfügung gestellt werden.

Auf der Suche nach dem richtigen Partner für das neue Projekt wandte sich die GS Horn an Steinberg. Fasziniert von der praktischen Arbeit der Musiklehrer, der teilweise professionellen Ausstattung und dem besonderen Engagement für die SchülerInnen der Gesamtschule im sozialen Brennpunkt, entschied sich Steinberg schnell für eine aktive Unterstützung des Projektes und stellte der Schule ein Software-Paket, bestehend aus allen im Hause Steinberg entwickelten Produkten, zur Verfügung. Mit diesem Fundament wurde der schuleigene Musik-Rechner-Raum als Trainings-Zentrum für Musikproduktionen am PC in Verbindung mit praktischem Musizieren auf Musikinstrumenten eingerichtet.

Bild Modellschule

Schüler-, Lehrer- und Studentengruppen können in den angrenzenden Musik- und Übungsräumen Spieltechniken, Patterns, Melodien oder Harmonien live einüben und diese dann im Rechnerraum aufnehmen und weiterbearbeiten. Der Raum eignet sich auch besonders als Fortbildungsraum für praktizierende und angehende MusiklehrerInnen und MusikerInnen sowie SchülerInnen-Gruppen anderer Schulen, da diese mögliche Vorurteile gegenüber „technisierter Musik“ in einem gewohnten, musikalischen Ambiente eher ablegen mögen.

Übergeordnetes Ziel ist es zudem, über Musikunterricht und Musikprojekte hinaus in der Steinberg Modellschule generell weitere Einsatzszenarien neuer Medien zu eröffnen. Mögliche Einsatzgebiete sind:

  • Das Aufnehmen, Abmischen und direkte Brennen von Einzel- und Gruppenproduktionen
  • Videovertonungen im Fremdsprachenunterricht (z.B. mehrsprachige Tonspuren zu einem Film erstellen), Nutzung der Möglichkeiten als „Sprachlabor“
  • Hörspielprojekte, Darstellendes Spiel im Film, Präsentationen
  • Schulradioprojekte, Projektwochen-TV usw.
  • Kunst-Experimente, Sound-Installationen u.v.m

Diese Projekte können einen Beitrag dazu leisten, den kulturellen Erfahrungshorizont der SchülerInnen im Umgang mit den neuen Medien zu erweitern und eine aktive Auseinandersetzung mit der digitalen Welt zu fördern.
Gerade in unseren Zeiten ist es wichtig, besonders auch sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche zu fördern und ihnen mit Hilfe von kulturellen Angeboten in den Schulen die Integration in die gesellschaftlichen Regel- und Arbeitsprozesse zu erleichtern oder sogar erst zu ermöglichen.
Die Steinberg Modellschule ist ein entscheidender Schritt in diese Richtung.

Mehr über die Steinberg Modellschule finden Sie auf der Website der GS Horn.