Non-destruktives Editing in der Audio Montage
Die Audio Montage ist das Herzstück für das nicht-destruktive editieren in WaveLab. Alle Bearbeitungsschritte werden in Echzeit oder beim Rendern auf die der Audio Montage zu Grunde liegenden Audiodateien angewandt. Die Audio Montage unterstützt nicht nur die Verwendung von unterschiedlichen bis zu 8-kanaligen Audiospuren, sondern auch die Einbindung einer Videospur oder einer Spur für die Slide Show einer DVD-Audio. Audiodateien in der Audio Montage werden als so genannte Clips dargestellt. Jeder dieser Clips stellt dabei ein Fenster auf Teile oder die gesamte darunter liegende Audiodatei dar. Der Ausschnitt kann vergrößert oder verkleinert werden oder unter Beibehaltung der Größe über das Audiomaterial verschoben werden (Slide).
WaveLab 6 unterstützt nun auch das Spur-übergreifende Editieren von Clips und erleichtert damit den Schnitt von zusammengehörigen Spuren einer Mehrkanalaufnahme. Bei gedrückter ALT-Taste werden die Veränderungen, die an einem Clip vorgenommen werden, auf alle selektierten Clips angewendet. Bestehende Fade-Ins und Fade-Outs bleiben dabei ebenso erhalten wie vorhandene Änderungen in den Volume und Panorama Kurven. Zahlreiche Gruppierungsfunktionen und die Verwaltung von Gruppen gewährleisten die Übersicht innerhalb eines Projekts.
Integration von externer Hardware
WaveLab 6 erlaubt die Einbindung von externen Effektgeräten in die Signalverabeitungskette der Master Section. Durch die Einbindung als PlugIn kann jedes Hardware-Effektgerät an einer beliebigen Stelle in der Prozesskette innerhalb der Master Section eingebunden werden. WaveLab unterstützt dabei bis zu 8 parallele Ein- und Ausgangskanäle auf ASIO - kompatiblen Audio-Interfaces.
WaveLab ermittelt automatisch die Latenz der verwendeten Hardware und gleicht diese aus, um eine perfekte Synchronisation zum Timecode zu gewährleisten. Die Anpassung an die Signalpegel der Hardware lässt sich über den Send Level steuern.
Restauration mit dem Spektrum-Editor
Der Spektrum-Editor ist ein mächtiges Werkzeug zur Restauration und Bearbeitung von Audiodateien im Frequenzbereich. Die hochwertigen linear-phasigen Filter ermöglichen die Bearbeitung von sehr schmal-bandigen Frequenzbereichen.
Der Spektrum-Editor stellt das Signal als Spektrogramm dar. Dabei wird der zeitliche Verlauf des Signalpegels über der Frequenz durch unterschiedliche Farben dargestellt. Für die Bearbeitung des Signals stehen zwei verschiedene Modi zur Verfügung Surgical Processing und Master Section Processing.
Surgical Processing
Der Surgical Processing Modus stellt drei Filtertypen zur Verfügung, die auf sechs verschiede Arten angewendet werden können. Mit Hilfe des Hochpass-, Tiefpass- oder Bandpass Filters können Frequenzen gedämpft, per Fade ein- und ausgeblendet oder durch Dispersion verwischt werden. Die Dämpfung und Steilheit der Filter ist in weiten Grenzen einstellbar.
Master Section Processing
Dieser Modus erlaubt die Bearbeitung des ausgewählten Frequenzbereichs mit Hilfe der PlugIns, die in der Master Section verwendet werden, inklusive der Dithering- und Noiseshaping-Algorithmen. Damit kann z.B. eine Störung frequenz-selektiv durch den DeClicker oder andere Restaurations-PlugIns bearbeitet werden oder auch eine Dynamikanpassung für bestimmte Frequenzbereiche erzielt werden.
Eine weitere Möglichkeit der Bearbeitung ist das Kopieren von ähnlichen Bereichen an die Stelle des zu bearbeitenden Bereiches. Dabei kann mittels Source/Destination Bereichen sehr schnell ein geeigneter Bereich gefunden und auch mehrfach kopiert werden. Der zu bearbeitende Frequenzbereich wird als Rechteck mit der Maus aufgezogen. Der so markierte Bereich lässt sich verschieben, vergrößern oder verkleinern. Die Bearbeitung kann unabhängig pro Kanal oder auf beide Kanäle einer Stereo-Datei angewendet werden.
Clip-basierte Effekte und PlugIn Chains
WaveLab 6 unterstützt die Verwendung von frei definierten PlugIn Chains. Die PlugIn Chains können aus beliebigen in WaveLab 6 verfügbaren PlugIns bestehen. Die Erstellung der PlugIn Chains erfolgt in der PlugIn Page der Audio Montage per Drag & Drop, indem das gewünschte PlugIn in die Chain gezogen wird.
Die Reihenfolge der PlugIns innerhalb der Chains kann beliebig geändert werden, genauso können PlugIns aus der Chain entfernt werden, ohne jemals das PlugIn selbst zu öffnen. Zum Öffnen und Editieren der PlugIns genügt ein Doppelklick auf den Namen in der Liste. Jede der Chains kann gespeichert werden und kann auf jeden beliebigen Clip oder jede Spur der Audio Montage angewendet werden.
Plug-ins während der Aufnahme
WaveLab 6 erlaubt die Aufnahme von Signalen, die durch die Effekte der Master Section bearbeitet wurden. Auf diese Weise können schon bei der Aufnahme Kompressoren, Equalizer, Noisegates usw. verwendet werden. Das aufgenommene Signal kann somit zur späteren Verwendung optimal vorverarbeitetet werden.
Sofern die ASIO – kompatible Audio Hardware dies unterstützt, können bis zu 8 Kanäle gleichzeitig aufgenommen werden um z.B. die Subgruppen des Mischpultes oder auch Surround Aufnahmen mit WaveLab aufzunehmen. Die Abtastrate wird dabei nur von der Leistungsfähigkeit der ASIO – kompatiblen Audio Interfaces begrenzt, WaveLab 6 unterstützt Abtastraten bis zu 384 Khz.
Loudness-kompensierter Bypass von PlugIns
Effekt-PlugIns können den Laustärkeeindruck eines Signal gewollt oder ungewollt verändern. Wird nun ein PlugIn oder eine Kette von PlugIns auf Bypass geschaltet, um das bearbeitete Signal mit dem unbearbeiteten zu vergleichen, kann der Lautstärkeunterschied den Vergleich erschweren. WaveLab 6 bietet eine "Smart Bypass"-Fuktion, die automatisch diesen Lautstärkeunterschied ausgleicht. Durch die Verwendung von Smart Bypass bleibt die wahrgenomme Lautstärke des Signals immer gleich, ungeachtet ob die Signalstärke durch ein oder mehrere PlugIns verändert wurde. Dabei können auch externe Effektgeräte über das External Effects PlugIns in die Master Section eingebunden sein.
Cross Fades
WaveLab 6 verfügt über ein sehr intuitives Konzept zur Bearbeitung von Cross Fades mit der Maus. Sobald sich zwei Clips in der Audio Montage überlagern, wird automatisch ein Cross Fade erzeugt. Dabei repräsentiert die Wellenform der überlagerten Clips das Ergebnis des Cross Fades und gibt damit eine visuelle Hilfestellung zur genauen Positionierung des Fades. Funktionen wie "Snap to Waveform" und "Snap to Fade" beschleunigen dabei die Arbeit und ermöglichen ein sehr effizientes Arbeiten in WaveLab.
Der linke und rechte Rand des Cross Fades können sowohl unabhängig voneinander der gewünschten Position angepasst werden, als auch symmetrisch zum Mittelpunkt des Fades verschoben werden. Ebenso kann der gesamte Cross Fade kann unter Beibehaltung aller Settings auf der Zeitachse verschoben werden, um die optimale Position zu ermitteln.
Mehrkanal Editing
Die Audio Montage unterstützt das Arbeiten mit mehrkanaligen Surround-Aufnahmen. Beim Import von 5.1 Mehrkanaldateien werden diese automatisch auf zwei Stereo- und zwei Monokanäle aufgeteilt. Die Spuren können unabhängig voneinander den verfügbaren Ausgangskanälen zugeordnet werden. Für Audiospuren, die dem LFE Kanal zugeordnet werden, kann zusätzlich ein Tiefpass Filter in den Signalweg eingeschleift werden.
Pro Audiospur können Sie ein oder mehrere globale PlugIns laden, um Effekte auf alle Clips der betreffenden Spur anzuwenden. Für jeden Clip können Lautstärke und Panaroma per Hüllkurve individuell und samplegenau angepasst werden. Ebenso können die Fade-Ins und Fade-Outs mit der Maus bearbeitet werden oder vordefinierte Fade-Kurven geladen werden.
Stapelverarbeitung
WaveLab 6 enthält sehr mächtige Werkzeuge zur Stapelverarbeitung von Audiodateien. Dabei stehen zahlreiche unterschiedliche Möglichkeiten der Signalbearbeitung zur Verfügung.
Einbindung von Remote Controllern
WaveLab 6 bietet die Möglichkeit, die Applikation von einem beliebigen MIDI Remote Controller fernzusteuern. Dabei kann die Zuordnung der Hardware Parameter völlig frei gestaltet werden.
Jeder MIDI-Befehl, der von dem Remote Controller gesendet werden kann, kann einem beliebigen Befehl von WaveLab 6 zugeordnet werden. WaveLab 6 bietet dabei eine intuitive Unterstützung an. Im Key Commands Editor wird der WaveLab eigene Befehl auswählt und an dem Remote Controller der gewünschte MIDI-Befehl ausgelöst. Alle Zuordnungen können als Datei gespeichert werden. Somit können auch unterschiedliche Controller nach Belieben ausgewählt werden.











