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Interview mit Rodrigo González
 
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Interview mit Rodrigo González

Von Sebastian Mönch

Anlässlich des Steinberg Days an der noisy Academy (Steinberg Certified Training Center) in Berlin hat uns Rod einige sehr interessante Einblicke in seine Tätigkeit als Musiker, Produzent und Komponist gegeben.

 

Du bist Mitglied der "besten Band der Welt". Wie hat es bei dir mit der Musik angefangen?

Der auschlaggebende Punkt war sicherlich mein erstes Album "Rubber Soul" von den Beatles. Damit habe ich mir das Gitarre spielen beigebracht, zusammen mit dem schrecklichen "Beatles Complete" Gitarrenbuch. Schrecklich, weil das Buch komplett falsch transkribiert ist und ich das meiste raushören musste damit man zur Platte spielen kann – aber das hat mich sicherlich um einiges weiter gebracht. Mit meiner ersten Punkplatte "Go Buddy Go / In The Shadows" von The Stranglers war dann klar, dass ich auch in einer Band spielen kann (nach dem Motto: "Das kannst du auch"). Und damit begann eigentlich meine Laufbahn als Musiker auf der Bühne und im Studio.

Sebastian and Rod

Was mir besonders gut an Cubase gefällt ist, dass Audio und MIDI immer mehr verschmelzen, und ich eben auch Audiomaterial fast so wie MIDI behandeln kann, ohne das Programm zu wechseln.

Rodrigo González

Wie kam es zu ¡Más Shake! ?

Ich war 2004 in Südamerika und war fasziniert von der tollen Musik, die dort in den 60er Jahren gemacht wurde. Speziell die Beatmusik aus Uruguay hat den Ausschlag gegeben, mich intensiver damit zu beschäftigen. Der Wunsch, diese Songs mal mit einer Band in Deutschland zu spielen, wuchs immer mehr. Ich fand dann schließlich 2010 Musiker, die diese Idee auch gut fanden. Seit 2011 nehmen wir Vinyl-EPs auf und bringen diese auf meinem Label Rodrec raus.

 

Was inspiriert dich zu neuen Songs?

Alles mögliche! Aber die stärkste Motivation ist für mich vermutlich eine Deadline, also ein festes Ziel zu haben – das scheint meine Kreativität zu fördern.

Wenn du eine neue Melodie oder einen ganzen Song im Kopf hast, hast du dann auch schon einen Sound im Ohr? Oder ist das für dich Zweierlei?

Melodie und Sound kommen fast zeitgleich, das heisst ich abstrahiere das von meinen krachigen Demos, und versuche das dann später zu reproduzieren.

Du spielst nicht nur mehrere Instrumente, sondern machst auch selbst Aufnahmen und mischst diese. Was gefällt dir an der Arbeit mit Cubase?

Zu allererst gefällt mir an Cubase, dass es funktioniert, und plattformunabhängig läuft. Da ich es eher wie eine Bandmaschine mit Mischpult (also oldschool) nutze, ist Cubase für mich ideal – und eben auch die logische Art mein Analogequipment einzubinden. Was mir besonders gut gefällt ist, dass Audio und MIDI immer mehr verschmelzen, und ich eben auch Audiomaterial fast so wie MIDI behandeln kann, ohne das Programm zu wechseln.

Hast du einen strikten Workflow oder ist das eher fließend?

Ganz klassisch: erst der Clicktrack, dann die Changes, dann Drums, Bass, Gitarre etc. Durch die jahrelange Arbeitsweise mit Bandmaschinen geschieht das eher automatisch. 

Rodrigo González
Credits: Nela Koenig 
 

Neben deinem Musikerdasein bei Die Ärzte und ¡Más Shake! bist du unter anderem auch Filmkomponist. Worin liegt für dich der Reiz, Filmmusik zu komponieren? Was ist daran anders?

Filmmusik hat eine ganz andere Befriedigung. Hier kommt die Inspiration rein von der Handlung und den Bildern. Das ist wirklich ein sehr intuitiver, fließender Prozess. Das tolle an Filmmusik ist jedesmal der "Aha-Effekt", wenn man ein Thema an eine Szene anlegt und dadurch eine Stimmung verstärkt oder aufbricht. Das ist immer ein kleiner Höhepunkt – ganz anders als wenn man mit fertigen Songs ins Studio geht.