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Guy Cuyvers – Filmmusik mit Cubase

Seit seiner Filmmusik zu Lauras Stern 2, der Verfilmung des populären Kinderbuchs von Klaus Barmgart, genießt der belgische Komponist Guy Cuyers die verstärkte Aufmerksamkeit von Filmmusikliebhabern und Kritikern. Damit tritt Cuyvers in die Fußstapfen eines der bekanntesten und erfolgreichsten Komponisten Hollywoods, denn der erste Teil des Animationsfilms wurde von keinem geringeren als Hans Zimmer musikalisch untermalt. Beide Filmmusiken wurden mit Cubase komponiert. Ein Zufall? Wir denken nicht.

Neben seiner erfolgreichen Karriere als Filmkomponist verfolgt Guy Cuyvers weiterhin mit großer Leidenschaft seine erste musikalische Berufung als klassischer Konzertgitarrist. Heute komponiert Guyvers Filmmusik, schreibt und veröffentlicht Arrangements für Gitarre und spielt mit seiner Band Lunes eine Mischung aus traditioneller spanischer, portugiesischer, mexikanischer und brasilianischer Musik.

Guy Cuyvers

Bitte gib uns einen kleinen Einblick in deinen musikalischen Werdegang. Woran hast du bisher gearbeitet?
Ich habe gerade meinen ersten Auftrag für Warner Bros. fertig gestellt, die Filmmusik für Lauras Stern 2, einem deutsch-chinesischen 3D-Animationsfilm. Damit bin ich in die Fußstapfen von Hans Zimmer getreten, der die Musik für den ersten Teil gemacht hat. Meine Karriere als Filmkomponist begann 1995 mit der amerikanischen Produktion „Sea Fever“. Dieser erste Soundtrack brachte mir direkt einen weiteren Auftrag ein, die Musik für die internationale Co-Produktion „Into the Rising Sun“, mit weltweiter Ausstrahlung. Der Sountrack wurde mit The Flemish Orchestra & Choir aufgenommen und von PolyGram (jetzt Universal) veröffentlicht. Ein Jahr später folgte „Sea Power“ mit demselben Orchester und daraus enstand die CD „Sea Suites“. Im Herbst 2001 habe ich die Musik für „Setting Sail“ fertig gestellt, einer vierteiligen internationalen Fernsehserie über die Geschichte der Seefahrt. Der Soundtrack zu „Setting Sail“ wurde im May 2002 mit Unterstützung der Hafenbehören Antwerpen veröffentlicht.

2003 habe ich angefangen mit meiner neu gegründeten Band Lunes aufzutreten. Unser erstes Album wurde im Mai 2005 veröffentlicht. Ende 2008 habe ich die Filmmusik für Tokaido fertig gestellt und mein 5. Gitarrenbuch veröffentlicht. Als Gitarrist nahm ich Privatstunden bei Angel Romero und Pepe Romero. 1984 erhielt ich eine Auszeichnung in der Meisterklasse von José Thomas und ein Jahr später war ich Finalist im Tenuto Wettbewerb des belgischen Fernsehens.

Kannst du noch etwas zu deiner musikalischen Ausbildung erzählen?
Ich habe am Königlichen Flämischen Konservatorium für Musik in Antwerpen und an der American University in Washington D.C. studiert. In Antwerpen erhielt ich Auszeichnungen in Solfège, Gitarre und Kammermusik sowie Zertifikate in musikalischer Analyse, musikalischer Form und Musikpädagogik. In Washington nahm ich am Master of Arts Programm teil und vertiefte mein Studium auf den Gebieten Gitarrenspiel, Komposition, Orchesterleitung und Musikmanagement.

Wann hast du dich dafür entschieden dein Leben der Musik zu widmen?
Als ich das erste Mal Paco de Lucia gehört habe. Ich hatte schon einige Jahre Gitarre gespielt und von da an habe ich mein Leben dem Gitarrenspiel gewidmet. Zu dieser Zeit war ich 16 und an Dirigieren und Komponieren habe ich damals noch nicht gedacht.

Gibt es andere Musiker, die dich beeinflusst haben?
Als klassischer Gitarrist würde ich da natürlich Paco de Lucia nennen, aber auch Romeros und Julian Bream. Als Komponist sind die Einflüsse zu vielfältig um alle Musiker aufzuzählen. Wenn ich drei nennen müsste, dann wären es Grieg, Ravel und Yes.

Was war das erste Konzert, das du besucht hast?
Abgesehen von klassischer Musik und Gitarrenkonzerten waren meine ersten Konzerte von Yes und Queen.

Kannst du den Stil deiner Musik beschreiben?
Vor meiner Karriere als Filmkomponist habe ich für hauptsächlich für Kammermusik, Chor, Gitarre, Musical und Bands Musik geschrieben.

Warum machst du Musik?

Um Menschen Freude zu bereiten.

Wie kommst du auf die Ideen für deine Kompositionen?
Meine Ideen kommen mir überall: Im Auto, im Flugzeug und sogar während ich schlafe. Also trage ich immer ein leeres Notenblatt mit mir herum.

Wie setzt du deine Ideen um?
Bei orchestraler Filmmusik präsentiere ich dem Produzenten den Entwurf mit Cubase 5 und Orchester-PlugIns. So bekommt der Produzent einen guten Eindruck davon wie die Musik klingen wird, nachdem Sie mit einem Orchester aufgenommen wurde.

Wann hast du das erste Mal von Cubase gehört?

Ich habe vor langer Zeit mit dem Pro 24 auf dem Atari angefangen. Soweit ich weiß, hat sich Cubase daraus entwickelt und ich bin dabei geblieben.

Welche Teile des Programms benutzt du am meisten?

Ich benutze Cubase hauptsächlich als Sequenzer und für Notendruck, manchmal mache nehme ich auch Audio-Demos auf.

Hast du Tipps für andere Cubase Nutzer?

Lest das Handbuch. Das ist ein guter.

Beeinflussen die Möglichkeiten von Cubase deine Musik?
Ja, es ist toll zu hören, was du schreibst. Vor 20 Jahren benutzten wir Papier und Stift und es gehörte eine Menge Glück dazu ein Orchester oder eine Band zu haben, die deine Kompositionen gespielt hat. Heute kann man sogar auf Knopfdruck alle Instrumente transponieren.

Welche virtuellen Effekte und VST-Instrumente benutzt du am häufigsten?

Ich verwende nur die Effekte, die zu den Instrumenten gehören. Ich benutze die folgenden VST-Instrumente: EWQL Symphonic Orchestra, EWQL Symphonic Choir, RA, Silk, Garritan Personal Orchestra, MOTU Symphonic Orchestra und natürlich HALion Symphonic Orchestra.

Welches Equipment benutzt du?
Heute verwende ich nicht mehr viel Hardware. Ich habe früher mit Sound-Modulen wie Proteus und Roland XP gearbeitet sowie einem 24-Kanal Fostex Mischpult. Jetzt steht das alles nur noch rum, denn Cubase hat alles was ich brauche. Ich benutze nur noch ein kleines Keyboard für meine MIDI Eingänge. Es beinhaltet ein Interface mit allen Extras, so dass ich kein großes Keyboard mehr benötige.

Wie sieht deine Computer Konfiguration und dein Studio Setup aus?
Ich habe zwei Setups. Eines für Zuhause und ein tragbares für unterwegs. Zuhause benutze ich einen Quad Core mit 8 GB RAM und Windows 64-Bit. Außerdem habe ich ein MacBook Pro mit 4 GB RAM. Da 4 GB für EWQL Samples nicht ausreichen, benutze ich hauptsächlich HALion Symphonic Orchestra auf dem Mac. Die Samples sind nur etwa 1/20 so groß wie die EASTWEST Samples und klingen dennoch hervorragend. Vielen Dank an Steinberg für dieses tolle Instrument!

Was denkst du über Musik im Internet und das Internet als Medium zur Veröffentlichung von Musik?
Für mich geht das alles zu schnell. Ich staune jeden Tag darüber was man alles machen kann und sobald ich etwas kennengelernt und verstanden habe, gibt es schon wieder etwas Neues.

Inwieweit beeinflussen Plattenfirmen und/oder das Management die Arbeitsweise von Komponisten?
Nicht genug. Mein Land ist zu klein, um etwas zu bewegen. Wir haben nicht ein einziges Management für Filmmusik-Komponisten.

Welche musikalischen Ziele hast du?

Ich möchte weiterhin Filmmusik schreiben und diese mit großartigen Orchestern aufnehmen.

Was ist dein nächstes Projekt?

Ich werde Songs für meine Band schreiben.

Website: www.guycuyvers.com