Mark Zonder - Slavior
Nach vielen Jahren als Drummer der Progressive Metal Band Fates Warning hat sich Mark Zonder anderen Projekten zugewandt wie Cans und Warlord. Ende März erschien nun das lang erwartete Debüt-Album von Marks neuer Band Slavior, das komplett mit Cubase produziert wurde.
Warum hast du dich dazu entschlossen, Fates Warning zu verlassen und dich anderen musikalischen Territorien zuzuwenden?
Es war für mich einfach an der Zeit eine eigene Band zu gründen und die Dinge so zu machen, wie ich sie möchte, sowohl in musikalischer wie auch in geschäftlicher Hinsicht. Das war keine spontane Idee, ich habe ziemlich lange nach den Musikern gesucht. Ich habe eine Menge musikalischer Ideen für deren Verwirklichung ich meine eigene Band brauchte. In den letzten Jahren habe ich viel über die Arbeitsweisen im Musikbusiness gelernt – sowohl Gutes als auch Schlechtes. Der zentrale Punkt ist, dass nun meine eigenen musikalischen Ideen die Basis unserer Songs bilden. Ich arbeite ständig an meinen Ideen und nehme sie auf. Außerdem wollte ich eine Band, die der breiten Öffentlichkeit mehr zugänglich ist, da sie nicht von vorne herein in irgendeine musikalische Schublade gesteckt wird.
Haben die neuen Einflüsse und Erfahrungen mit anderen Musikern irgendeinen Einfluss auf deine Schlagzeug Technik gehabt?
Nicht wirklich, die Band hat mehrere Songs, die mit Drums starten. Ich wollte meine Ideen umsetzen, ohne groß rumprobieren zu müssen und sie in den Song von jemand anderen zu passen. Das ist ziemlich schwierig.
Du betreibst seit 15 Jahren dein eigenes Studio: “Bill’s Place”. Die letzten 15 Jahre waren für jeden Studio-Besitzer eine große Herausforderung. Auf der einen Seite gab es den Durchbruch des digitalen Studioequipments und des computerbasierten Sequencings, auf der anderen Seite wurde es immer schwieriger, im Musikbusiness seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Wie hast du diese Veränderungen erlebt? Hast du zu den ersten Anhängern der digitalen Studiotechnologie gehört?
Obwohl Bill’s Place hauptsächlich über Proberäume und Sound Stages verfügt, gibt es auch zwei Recording Studios. Meine Erfahrungen damit sind nicht so gut. Ich war sozusagen zwischen der analogen und der digitalen Welt gefangen. Ich gehöre zu den Leuten, die sich teure, automatisierbare analoge Konsolen angeschafft haben, kurz bevor die digitale Welle die Studio-Welt erreichte. Versteh mich nicht falsch, ich liebe das analoge Zeug, aber aus finanzieller Sicht war es ein Fiasko. Bereits nach kurzer Zeit war die Konsole nur noch 1/10tel des Preises wert, den ich bezahlt hatte. Ich kann mich daran erinnern, dass Kunden hereinkamen und nach Pro Tools fragten, obwohl sie nicht mal wussten, ob Pro Tools ein Hammer, eine Säge oder ein Mikrofon ist. Es war einfach nur ein Schlagwort, von dem damals alle sprachen. Also habe ich angefangen, mir verschiedene DAWs anzugucken und entschied mich für Cubase.
Kannst du uns einen kurzen Überblick geben, was du heute für Equipment in deinem Studio benutzt?
Cubase ist immer noch das Herz meines Studios. Ich benutze auch immer noch meine große analoge Konsole und das ganze analoge Outboard Equipment. Ich denke, ich habe damit das Beste aus beiden Welten. Ich mische auch nicht viel im Computer, sondern hauptsächlich auf meiner Konsole. Hier ein paar der Geräte, die ich gerne benutze: Neve mods, Cal Rec mods, Manley, Summit Audio, Lexicon pcm 91, Distressors etc. Gute Mikros sind natürlich auch immer wichtig. Als Interface benutze ich Motu I/Os.
Cubase spielt nun schon eine ganze Weile die zentrale Rolle in deinem Studio. Weshalb hast du dich für Cubase entschieden und nicht für eine andere Software?
Um ehrlich zu sein war der Preis ausschlaggebend. Eine WAV-Datei ist eine WAV-Datei und mit Cubase konnte ich alles machen, was ich wollte, da ich die volle Palette an analogem Studioequipment zur Verfügung hatte und nicht Monat für Monat Geld für ein Produkt ausgeben musste, das nach ein paar Monaten schon wieder überholt war.
“Slavior” wurde komplett mit Cubase produziert, obwohl du bei dieser Platte mit einem externen Produzenten zusammengearbeitet hast. Hat dein Produzent Joe Marlett schon vorher einmal mit Cubase gearbeitet und wie ist er mit der Produktion zurechtgkommen?
Joe hatte bereits mit Nuendo gearbeitet. Von den neuen Cubase Features war er sehr begeistert.
Stehen noch andere Projekte bei dir an in nächster Zeit?
Slavior nimmt momentan meine ganze Zeit in Anspruch. Darüber hinaus halten mich meine neugeborenen Zwillinge ganz schön auf Trab.
Mehr Informationen zu Mark Zonder und Slavior: www.markzonder.com



