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Warum Mastering?

Viele Musiker und Heimstudio-Produzenten werden es kennen: Lange Stunden sorgsamen Aufnehmens und Abmischens liegen hinter Ihnen und doch ist das Ergebnis unbefriedigend. Im direkten Vergleich klingen kommerzielle Produktionen lauter und druckvoller. Die Songs aus den Charts haben das gewisse Extra mehr Glanz. Und auch wenn Sie mit Ihrem Mix zunächst noch ganz zufrieden waren − spätestens beim Abspielen des Songs auf der Stereoanlage im Wohnzimmer oder dem Player im Auto setzt die Ernüchterung ein.

Warum also klingen Ihre Songs nicht so, wie die Musik im Radio oder das neueste Album Ihrer Lieblingsband?

Die Antwort ist: Professionelle Musikproduktionen werden gemastert!

Was ist Mastering?

Das Mastering steht am Ende einer Musikproduktion und verleiht ihr den letzten Schliff. Der Klang wird gezielt veredelt und an gängige Standards und Hörgewohnheiten angepasst. Ein richtig ausgeführtes Mastering stellt sicher, dass der Song auf allen Musikanlagen gut klingt − vom Küchenradio bis zur Club-PA. Im Gegensatz zum Mix wird beim Mastering nicht mehr mit einzelnen Spuren, sondern nur noch mit der Summe gearbeitet. Neben der Optimierung des Sounds gehört auch das Zusammenfügen mehrer Songs zu einem Album und das Erstellen des Premaster-Mediums als Vorlage für das Presswerks zum Aufgabenbereich des Mastering-Engineers.

Stereo Mixdown vor dem Mastering
Gemasterte Version

Digitales Mastering

In der analogen Zeit war Mastering Sache spezialisierter Tonstudios. Ein einziger  Effektprozessor kostete gerne mal soviel wie ein Kleinwagen und entsprechend teuer war die Dienstleistung der Masteringstudios. Ohne Plattenvertrag war es für Musiker kaum möglich, in den Genuss gemasterer Versionen ihrer Songs kommen. Dank der Computertechnik hat sich diese Situation heute grundlegend geändert. Mit einer Software wie WaveLab ist es möglich, Musik ganz ohne teure Studiohardware professionell zu mastern. Als Hardwareausstattung reicht ein aktueller Mac oder PC und ein gutes Abhörsystem.


Lautheit

Eine der wichtigsten Aufgaben des Masterings ist das Anheben der Lautheit. Der Begriff Lautheit bezeichnet die subjektive Laustärkeempfindung, die ein Audiosignal beim Hörer erzeugt. Die meisten kommerziellen Produktionen sind heute so ausgelegt, dass ein sehr hoher Lautheitspegel erzielt wird. Ein Song der nicht entsprechend nachbearbeitet wurde klingt daher immer zu leise. Spätestens wenn man seinen Song veröffentlichen möchte, wird dies zum Problem, denn Radiostationen und TV-Sender regeln die Lautstärke einzelner Songs normalerweise nicht nach. Das Erreichen einer höheren Lautheit bei gleichbleibendem dB-Pegel wird durch die Begrenzung der Dynamik erreicht. Hierfür kommen Dynamikprozessoren wie (Multiband-)Kompressoren und Limiter zum Einsatz. 

CD-Erstellung

Ob Album oder Compilation − für jeden Longplayer ist es wichtig, dass die einzelnen Tracks wie aus einem Guss klingen und die CD ein stimmiges Gesamtkonzept vermittelt. Im Rahmen des Mastering-Prozesses werden daher Lautstärken, Frequenzspektren und Raumempfindung zwischen den verschiedenen Titeln angeglichen, um ein einheitliches akustisches Erlebnis zu schaffen. Mit Hilfe der Audiomontage werden die einzelnen Titel in die gewünschte Reihenfolge gebracht, Trackindizes gesetzt und Pausen oder Übererleitungen zwischen den CD-Titeln erzeugt. Abschließend wird eine Premaster-CD im Red-Book Standard für Audio-CDs erstellt, die als Vorlage für das Presswerk dient.

Frequenzspektrum und Stereobild

Nicht nur die Lautheit, sondern auch das Frequenzspektrum wird beim Mastering an den üblichen CD-Standard angepasst. Das wichtigste Werkzeug hierfür ist der Equalizer. Mit ihm können beispielsweise die tiefen Frequenzen abgesenkt werden, wenn der Song insgesamt zu basslastig klingt. Mit schmalen EQ Notchfiltern oder speziellen Tools lassen sich störende Frequenzen entfernen. Verschiedene Analysetools und Anzeigen helfen dabei, das Frequenzspektrum zu optimieren. Sehr aufschlussreich sind z.B. A/B Vergleiche mit kommerziellen Produktionen der gleichen Stilrichtung. Das Gleiche gilt für das Stereobild. Damit ein Song auf den unterschiedlichsten Musikanlagen gut klingt, muss der Mastering-Engineer für ein ausgewogenes Stereobild und ein gute Mono-Kompatibilität sorgen.

Grenzen des Masterings

Ein Hinweis zum Schluss. Mastering kann nicht zaubern. Mastering verleiht einer Produktion den letzten Feinschliff, aber aus einem wertlosen Stein wird nie ein Diamant werden. Erwarten Sie daher nicht, dass schlechte Aufnahmen oder ein schlechter Mix nach dem Mastering plötzlich wie eine High-End-Produktion klingen. Wenn Sie aber allen Schritten der Musikproduktion die nötige Aufmerksamkeit widmen, werden Sie − zusammen mit etwas Erfahrung − gute Ergebnisse erzielen.

3D Spektrum-Analyse
Verschiedene Analyse-Tools