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Artists Stage Visual

Powerwolf auf Beutezug

Ende April veröffentlichte die deutsch-rumänische Band Powerwolf ihr drittes Album „Bible of the Beast“, das von der Fachpresse mit hervorragenden Kritiken bedacht wurde und als erstes Album der Band in die deutschen Charts eingestiegen ist. Für uns war das natürlich Anlass genug, mit den Gitarristen Charles und Matthew Greywolf zu sprechen, die bereits seit einiger Zeit begeisterter Cubase User sind.

Powerwolf

Mit Powerwolf habt ihr euch innerhalb kurzer Zeit einen Namen in der Metalszene gemacht, der neben erstklassigen Veröffentlichungen zum Teil sicherlich auch mit dem Image zu tun hat, das ihr euch aufgebaut habt. Eure Liveauftritte haben einen geradezu sakralen Touch – ganz zu Schweigen von euren kirchlichen Gewändern, die auf Promo-Shots und auch live zu bewundern sind. Man könnte also fast von einer Corporate Identity sprechen. Wie wichtig ist euch dieser Aspekt der Band?
Matthew: Der visuelle Aspekt war von vorn herein ein wichtiger Teil von Powerwolf und das wird er immer sein. Wir wollen unsere Fans mit auf eine Reise nehmen, musikalisch wie optisch. Gerade live ist es uns daher wichtig, auch in Sachen Show etwas zu bieten. Wir arbeiten live mit aufwändigen Bühnendekorationen, einer speziellen Lightshow und sehen uns durchaus zu einem gewissen Grad als Schauspieler, wenn wir auf die Bühne gehen. Das darf natürlich alles nicht in Konkurrenz zur Musik stehen.

Charles: Gerade in Deutschland wird das immer wieder mal missverstanden: Die Musik steht an erster Stelle – wenn unsere Alben musikalisch nichts zu bieten hätten, würde sich niemand für unsere Show interessieren – wir verstehen das Visuelle als einen Bonus, etwas, was dazu beiträgt, die Stimmung der Musik zu transportieren.

Trotzdem seid ihr mit einer Menge Humor bei der Sache und nehmt euch im Gegensatz zu einigen anderen Bands nicht allzu ernst.  So heißen eure Songs z.B. „Raise Your Fist, Evangelist“ oder auch „Saturday Satan“. Wie muss man sich den Songwriting-Prozess in einer deutsch-rumänischen Band vorstellen?
Matthew: Man muss da klar unterscheiden. Wir erlauben uns gelegentlich das ein oder andere Augenzwinkern, sei es durch musikalische Zitate oder eben auch durch Wortspiele in den Texten – aber wir sind keine Band, die sich über den Humor definiert oder gar Witze erzählt. Es ist so: Unsere Texte basieren größtenteils auf religiösen Mythen und Gleichnissen. Wir erzählen von spirituellen und religiösen Dingen, aber wir urteilen nicht, wir sind keine Prediger. Und genau da setzt bei uns das Augenzwinkern an. Denn durch solche kleinen textliche Einwürfe sollte jedem klar werden, dass wir eben keine religiösen Fanatiker sind, die missionieren wollen. Unsere Mission ist unsere Musik.

Charles: Zu deiner Frage was unser Songwriting anbelangt. Wir schreiben alles gemeinsam, ganz im klassischen Bandsinne. Die Grundstrukturen und Bauteile der Songs entstehen im Proberaum. Nur dort herrscht diese gewisse Magie, die wir brauchen, um einen typischen Powerwolf-Song zu kreieren. Steht ein Grundgerüst für einen Song, dann arbeiten wir auch durchaus mal Details im Studio bzw. bei der Vorproduktion aus.

Wie ist Cubase in diese Abläufe eingebunden?
Charles: Wir nutzen Cubase sobald es an die Vorproduktion geht. Gerade bei einem komplexen Album wie „Bible Of The Beast“ ist eine detaillierte Vorproduktion sehr wichtig. So mussten wir z.B. schon vor den eigentlichen Aufnahmen die später dazukommenden Chorparts einplanen, die ihrerseits aus einem kompletten vierstimmigen Chorsatz bestanden. Ohne den Einsatz von Cubase, und die damit verbundenen Möglichkeiten wäre das wohl ein sehr schwieriges Unterfangen geworden.  Es ist mit Cubase natürlich ein leichtes, die Arrangements anzulegen, umzustellen und dadurch die Songs wesentlich flexibler zu halten.

Charles und Matthew, wann habt ihr mit der Musik angefangen und seit wann begleitet euch Cubase dabei?
Charles & Matthew: Mit Musik haben wir beide Ende der 1980er angefangen. Cubase nutzen wir beide, aber Charles besonders intensiv, seit mehr als 5 Jahren.

Charles, wie bist Du auf Cubase aufmerksam geworden?
Charles: Ich war nach dem Umstieg von analoger zu digitaler Aufnahmetechnik lange auf der Suche nach der richtigen Software für meine DAW. Bei einem Kollegen bin ich dann auf Cubase gestoßen. Die sehr intuitive Bedienführung hat mir die Entscheidung dann leicht gemacht, auf Cubase zu setzen.

Hattest Du bereits Gelegenheit, Dich mit Cubase 5 zu beschäftigen? Was gefällt Dir besonders gut an der neuen Version?
Charles: Das neue Vocal Editing ist wirklich stark. Mit bisherigen VST Varianten anderer Hersteller bin ich lange nicht so gut klar gekommen wie mit dem nun integrierten Editor. Nach kurzer Eingewöhnungszeit ist dieses Tool wesentlich weniger zeitintensiv in seiner Nutzung als andere. Ebenso scheint der neue Faltungshall ein Volltreffer zu sein.

Charles, hast Du ein eigenes Studio, in dem Du Vorproduktionen machst? Wie sieht Dein Setup aus?
Charles: Mein Setup ist folgendes: Als Mischpult bzw. Vorverstärker muss ein Soundcraft Spirit M12 herhalten. Als Wandler nutze ich z.Zt. 2 Fostex VC-8 in Verbindung mit einer RME Hammerfall DIGI 9636/52. Auf meiner DAW (PC Dual Core) läuft Cubase 5. Den Mix mache ich prinzipiell „in the box“.

Bei den doch recht komplexen Arrangements könnte ich mir vorstellen, dass ihr live auch mit Samples und Playbacks arbeitet. Ist Cubase dann auch live dabei?
Charles: Live greifen wir auf HD Drives zurück. Sollte es live Probleme mit dem Strom geben, sind diese Geräte wesentlich schneller wieder hochgefahren als ein PC.

Plant ihr neben den Festivals im Sommer auch eine Clubtour mit Powerwolf?
Der Wolf wird definitiv im Herbst zur Messe bitten. Wo und in welchem Rahmen, das ist im Moment noch Gegenstand von Verhandlungen. Es ist uns sehr wichtig, dass wir bei kommenden Shows unseren Fans unsere volle Show bieten können. Gerade Touren im Paket mit anderen Bands müssen wir daher mit Bedacht auswählen, denn im Rahmen solcher Touren ist es nicht immer ganz einfach eine aufwändige Show mitzunehmen. Aber jetzt stehen erst einmal einige große Sommerfestivals an und auf denen ist die volle Show garantiert…

Website: www.powerwolf.net
MySpace: www.myspace.com/powerwolfmetal