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10+ Fragen an Kris Menace

Der deutsche Produzent und Electronic Artist Kris Menace aka Christophe Hoeffel hat geschäftige Zeiten hinter sich. Nicht nur, dass er in den letzten Jahren eine beeindruckende Zahl Singles unter seinem eigenen Künstlernamen herausgebracht hat und zwei erfolgreiche Plattenlabel betreibt, Kris ist auch Remixer für Musikgrößen wie Lana Del Ray, Kylie Minogue, Depeche Mode, Robbie Williams und viele weitere. Sein aktuelles Album Electric Horizon ist auf dem besten Weg eine der herausragenden Veröffentlichungen der elektronischen Musiksparte des Jahres 2012 zu werden.

 
Studio Setup
Studio Setup 

Wie lange bist du schon im Musikbusiness aktiv und was ist dein musikalischer Background?
Ich habe ungefähr 1995 angefangen, Musik zu produzieren.

Ich komme aus einer sehr musikalischen Familie. Mein Vater war ein Sammler von R’n’B, Soul und Funk Platten. Meine Mutter hat klassische Musik gehört während meine Schwester die Anfänge des deutschen Technos miterlebte. Ich kann mich noch gut daran erinnern wie ich den ersten Techno Track hörte und dachte, das müsste Musik aus einer andern Welt sein.

Wie würdest du deine Musik mit einigen kurzen Worten beschreiben?
Meine Tracks haben viel Emotion und folgen keinen gängigen Strukturen oder Regeln. Du kannst zu meiner Musik tanzen oder weinen, du kannst sie im Auto hören, du kannst dich gut oder schlecht fühlen, aber letzten Endes mache ich einfach die Musik, die mir gefällt und schere mich nicht um Trends oder Hypes. Ich versuche immer etwas Neues zu kreieren, anstatt einfach Samples zu benutzen. Außerdem würde ich mich selbst nie auf ein bestimmtes Musikgenre beschränken, somit hat meine Musik viele Einflüsse aus meiner Jugendzeit.

 
 

Du hast gerade Anfang April dein neues Album Electric Horizon veröffentlicht. Wie lange hast du daran gearbeitet und kannst du uns etwas über den Produktionsprozess erzählen?
Ich wollte schon immer ein Space Disco Album machen, das aber nach 2012 klingt. Im letzten Jahr habe ich hauptsächlich an einem Vocal Album und anderen Projekten gearbeitet, aber immer wenn ich Lust hatte, habe ich an diesen Tracks gebastelt. Ich habe einfach Musik für mich selbst gemacht und herumgespielt… und um ehrlich zu sein, habe ich damals nicht daran gedacht ein Album zu machen oder die Tracks zu veröffentlichen. Als ich dann aber darüber nachdachte, die Tracks in mein DJ Set zu integrieren, habe ich festgestellt, dass es ein sehr schönes Album ergeben könnte. Also entschied ich, Electric Horizon vor meinem Vocal Album und anderen Projekten zu veröffentlichen.

Du hast für einen Gig im April in Barcelona mit den Jungs von Hexstatic zusammengearbeitet. Wie ist es dazu gekommen?
Hexstatic werden ab jetzt alle meine Live Gigs begleiten. Ich habe die Jungs vor ein paar Jahren getroffen als wir an ihrem Track „Space Invaders“ gearbeitet haben, den ich für ihr Remix Album und mein vorheriges Album Idiosyncrasies geremixt habe. Mein Ex-Manager und Robin von Hextatic haben zusammen gewohnt und ich bin schon seit Jahren ein großer Fan ihrer Kunst. Als Electric Horizon fertig war wusste ich, dass sie die Visuals für mich machen mussten.

 
Kris Menace
Kris Menace 

Wie sieht dein Studio Setup aus?
Mein Studio ist eine Mischung aus analog und digital. Ich habe sowohl ein digitales Mischpult als auch ein analoges. Ich arbeite mit Cubase als zentrale Steuerung und Sequenzer. Für die Audiobearbeitung benutzte ich die Waves PlugIns. Was die digitale Synth Sounds angeht, so verwende ich am liebsten die VST-Instrumente von Arturia und für analoge Synth Klänge habe ich eine nette kleine Sammlung von Spielzeugen wie Jupiter 8, Juno, D550, Virus und viele andere...

Cubase ist also die DAW deiner Wahl. Warum ist das so?
Ich liebe es, wie schnell ich mit Cubase arbeiten kann. Wenn ich eine Idee im Kopf habe, ist es für mich sehr wichtig, sie schnell mit Leben zu füllen, ohne viel wertvolle Zeit zu verlieren. Natürlich habe ich die letzten Jahre mit Cubase gearbeitet und kenne es dementsprechend sehr gut. Ich habe mir natürlich auch andere Sequenzer angeschaut, aber keiner hat mir das gegeben, was ich in Cubase finde. Ich denke, es ist eine persönliche Entscheidung und ihr bei Steinberg macht zweifelsfrei einen tollen Job!

 
 

Danke, Kris. Wir freuen uns, das zu hören. Also, was ist dein Lieblingstool in Cubase? Und wie verwendest du es in deinen Produktionen?
Cubase als Ganzes ist mein Lieblingstool. Ich habe das Programm nie richtig gelernt, sondern mir alles selbst beigebracht. Am Anfang habe ich Musik in einem anderen Studio produziert und alles aufgesogen, indem ich jemand anderem über die Schulter geschaut habe. Wenn ich heute Gäste in meinem Studio habe, können die mir immer noch neue Features zeigen und ich staune oft  „Oh ok…das ist cool“ [lacht]. Vermutlich könnte ich immer noch mit Cubase VST 32 arbeiten und wäre trotzdem happy [lacht wieder].

Ich liebe es, wie schnell ich mit Cubase arbeiten kann. Wenn ich eine Idee im Kopf habe, ist es für mich sehr wichtig, sie schnell mit Leben zu füllen, ohne viel wertvolle Zeit zu verlieren.

 

Das kann ich dir nicht so richtig glauben. Du bist doch immer ganz heiß darauf, so schnell wie möglich auf die neue Version upzudaten. Was waren denn für dich bisher die Highlights deiner Karriere?
Ich erfahre keine Highlights in der Art, wie andere dies erleben. Ich bin so tief in meiner Welt und der Musik versunken, dass ich nicht sagen könnte, dass es ein oder zwei Highlights gab. Alles was ich erfahre sind Highlights… gute und schlechte.

Du betreibst auch zwei Labels, Work It Baby und Compuphonic. Gibt es einen Unterschied in Genre, gesignten Artist ect. zwischen den beiden?
Work It Baby ist ein French House Label, auf dem ich hauptsächlich Musik von Freunden veröffentliche. Ich bin persönlich kein French House Artist, aber ich liebe die Musik und ich experimentiere gerne mit einem Touch French. Work It Baby ist Musik, die wirklich von Herzen kommt und liebe das ganze Konzept schon von dem Moment an, an dem mit der Name "Work It Baby" das erste Mal in den Sinn gekommen ist. Allerdings bin ich heute nicht mehr in das Tagesgeschäft des Labels involviert, so wie dies früher der Fall war.

Compuphonic dagegen ist mein persönlicher Spielplatz für alle Verrücktheiten von Kris Menace. Hier kann ich alles machen, worauf ich Lust habe, ohne mit von einem A&R reinreden zu lassen. Mir macht es wirklich Spaß mein eigenes Label zu haben und ich merke mehr und mehr, dass ich die Möglichkeiten, die mir dies bietet, noch lange nicht ausgeschöpft habe.

Gibt es noch andere Pläne für 2012/2013, die du gerne mit uns teilen möchtest?
Ich werde mein nächstes Album im Oktober veröffentlichen, auf dem viele großartige Gastsänger zu hören sein werden, wie etwa Julian von The Presets, Robert Owens, Miss Kittin, Xavier Naidoo, Romanthony und viele weitere. Ich habe mich außerdem mit Lawrence Simon Lord für ein neues Projekt zusammengetan, das bald aus der Taufe gehoben wird. Außerdem gibt es ein Disco Projekt mit Lawrence Tompson von der US TV Show Pregnant in Heels für Aeroplanes Eskimo Label und letztes Jahr habe ich ein Easy Listening/Experimental Projekt mit einem Freund gemacht, das im Herbst 2012 veröffentlich wird. Einige Singles von Black Van mit KoweSix von Moonbootica und viele coole Kris Menace Musikvideos sind auch noch in der Pipeline!

 

Weitere Infos zu Kris Menace unter www.krismenace.com.