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New York Calling

Transatlantisches Filmprojekt mit dem neuen ADR Taker von Nuendo 6

Das ADR Taker System ist eines der am meisten beachteten neuen Features von Nuendo 6. Mit verschiedenen Video Count-In Techniken, EDL Listen Import, 32 Markerspuren und vielem mehr, bietet Nuendo 6 eine Komplettlösung für die Nachvertonung und Sprachsynchronisation von Filmen. Dimitrios Posukidis ist Misch- & Aufnahmetonmeister und Dialog Editor bei der deutschen Studio Funk Gruppe. Wir haben mit ihm über eines seiner bemerkenswertesten Nuendo 6 ADR-Projekte gesprochen – ein transatlantisches Projekt mit dem New Yorker Goldcrest Studio.

Hallo Dimi! Danke, dass du dir Zeit für dieses Interview nimmst. Stell dich doch bitte kurz mal unseren Lesern vor….

Mein Name ist Dimitrios Posukidis. Ich komme aus Hamburg und arbeite seit 2001 bei Studio Funk/postperfect. Vorher war ich als Musiker in diversen Bands tätig und habe für das Musik Kategorisierungsportal HiFind gearbeitet.

Wie sehen deine Aufgaben bei Studio Funk/postperfect aus? Welche Geschäftsbereiche bietet das Unternehmen?

Ich arbeite als Misch- & Aufnahmetonmeister und als Dialog Editor im Bereich Feature Film (mehr Infos bei IMDb). Unsere Geschäftsbereiche umfassen alle Bereiche der Audio Postproduktion: Komplette Vertonung von Spielfilmen für TV und Kino, Dubbing Projekten, Dokumentationen und Imagefilmen. Dies beinhaltet u.a. ADR/Sprach-Aufnahmen, Dialog Editing, Sounddesign, Foley Recording und Mischungen in allen gängigen Formaten. Darüber hinaus realisieren wir Audio Postproduktion, Sounddesign und Abwicklung von Werbespots für die Bereiche TV, Funk, Kino und Internet. Unsere Musik Unit produziert und komponiert neben kompletten Musikwerken auch Jingles, Soundlogos und musikalische Sound Designs. Studio Funk ist u.a. in Hamburg, Berlin, Düsseldorf und Frankfurt vertreten. Außerdem arbeiten wir im direkten Verbund mit den Bild Postproduktions-Firmen Optical Art und DELI PICTURES.

Studio B


Das ADR Taker System hat den gesamten Workflow beschleunigt und das Arbeiten sehr komfortabel gemacht.

Du hast intensiv mit dem neuen Nuendo 6 ADR Taker gearbeitet. Wie sieht da dein Workflow aus? Kann es ein herkömmliches Takersystem ersetzen?

Für meine Arbeitsweise ist das Takersystem optimal. Durch die CSV Import/Export Funktionen kann ich entsprechend vorbereitete ADR Listen in Nuendo importieren, oder ich exportiere ADR Takes (inkl. Timecode, Text, Takenummer und Grund etc.) nach einem O-Ton Check in eine druckbare Tabelle. Vor allem das direkte Einblenden der Sprechertexte auf den Monitoren wird von den Schauspielern sehr positiv angenommen.

Das Kopfhörer Routing vom Mikrofon mache ich über ein YAMAHA DM 2000 Pult. Ich habe 2 Cue Wege (Kopfhörer und Aufnahmeraum Monitor). In der Regel nehme ich ADR aber ohne Kopfhörer auf, da sich der Schauspieler dadurch freier fühlt und die Film-Szenen besser nachempfinden und sprechen kann. Dies ist die wichtigste Voraussetzung für eine gelungene ADR Aufnahme. Das Startband (Transparent, Schwarz, Beep) wähle ich dann je nach Situation. Über die neue Schaltmatrix des Nuendo ADR Panels bin ich sehr flexibel was das Signalrouting an die Cues und den Control Room angeht. Die wichtigen Befehle wie Preview/Rec/Review/MarkerTrim/MarkerJump habe ich mir auf eine Tastatur gelegt. Ich überlege aber zukünftig über einen Tastencontroller zu arbeiten.

Ein zweiter Nuendo Rechner – auf dem nur das Bild läuft – wird per VST Link an meinen Hauptrechner gekoppelt und kann im Bedarfsfall auch ein offenenes/ungetaketes Bild z.B. für den Regisseur oder Cutter darstellen. Kurzum: Nuendo 6 kann ein herkömmliches Takersystem vollständig ersetzen.

ADR Taker
Nuendo 6 ADR Taker System

Du hast kürzlich eine ADR-Session mit Verbindung nach New York durchgeführt. Kannst Du uns etwas über Hintergründe & Projektablauf erzählen?

Es handelt sich um eine US-Produktion mit einem bekannten deutschen Schauspieler, der bei mir im Studio war, wohingegen sich der Regisseur jedoch in New York aufhielt. Hierbei war es wichtig, dem Regisseur ein möglichst originalgetreues Abbild der Aufnahme vor Ort zu übermitteln. Dafür ist ein flexibles und effizient zu steuerndes Setup wichtig. Wir haben eine zweikanalige ISDN Leitung nach New York erstellt über die wir Ton und Timecode schickten. Ich habe bei mir das Nuendo 6 Takersystem gefahren und den Timecode (23,98fps) per LTC aus meiner Nuendo Syncstation nach USA gesendet, so dass dort das Bild synchron mitgelaufen ist. Nachdem das Routing zur Verständigung zwischen dem Sprecher und der Regie in New York erstellt war, habe ich mit den Sprachaufnahmen begonnen. Die Tatsache, dass Taker, Sequenzer und Bild „in einem Paket“ (Nuendo 6) sind und sich keine Maschinen miteinander synchronisieren müssen, hat es mir ermöglicht, sehr schnell und flexibel auf die Wünsche des Kunden einzugehen. Ich konnte die Takes problemlos nachschneiden, anlegen, der Regie in New York diverse O-Ton/ADR Kombinationen anbieten. Das hat den gesamten Workflow sehr beschleunigt und das Arbeiten sehr komfortabel gemacht.

Wie haben die New Yorker Kunden den Workflow empfunden?

Da wir einen technisch und kreativ einwandfreien Ablauf mit dem Nuendo 6 ADR Taker hatten, bekam ich ein durchweg positives Feedback.

Welche anderen Funktionen schätzt Du besonders an Nuendo 6?

Zu nennen wären für mich vor allem die Linking Funktionen (z.B. Panner) im neuen Mixer und natürlich der Loudness Track, anhand dessen man den Lautheitsverlauf im Projekt verfolgen kann.

Du bist also vollends vom Nuendo 6 ADR Taker überzeugt?

Selbstverständlich! Ich habe jetzt schon mehr als 20 ADR Sessions mit Nuendo 6 gemacht. Darunter waren nicht nur „normale“ ADR/Nachsynchron Jobs, sondern z.B. auch ein Dubbing für einen großen Kino Animationsfilm. Wir planen, zukünftig alle ADR Aufnahmen mit Nuendo 6 umsetzen.

Welche Trends bzw. Herausforderungen siehst du aktuell in der Audio Postproduktion?

Als Trend sehe ich, dass das Medium Internet die TV Sender weiter ersetzt bzw. als Ausstrahlungsmedium ergänzt. Die hier fehlende Quality Check Instanz, die es bei den Sendern gibt, sorgt allerdings für teilweise bedenkliche Ergebnisse. Die Einführung des R128 Standards im Broadcast sehe ich als positives Zeichen. Es ermöglicht uns ein flexibleres Arbeiten mit der Dynamik und entschärft das Wetteifern um die Lautheit.

Die Tatsache, dass Taker, Sequenzer und Bild in einem Paket sind und sich keine Maschinen miteinander synchronisieren müssen, hat es mir ermöglicht, sehr schnell und flexibel auf die Wünsche des Kunden einzugehen.