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Die Erfindenker − Kreativ-Workshops im Auftrag des Goethe-Instituts

Immer mehr Lehrer und Dozenten setzen auf Sequel als Basissystem für kreative Musikprojekte mit ihren Schülern. So auch die Erfindenker, zwei Hamburger Profi-Musiker, die im Auftrag des Goethe-Instituts fächerübergreifende Workshops für Schüler in so unterschiedlichen Ländern wie Island, Dänemark und Kamerun durchführen. Ihr Workshop-Konzept „Von der Idee zur CD“ vermittelt den Schülern neben musikalischem und musiktechnischem Wissen zugleich praktische Deutschkenntnisse, denn die Kernaufgabe besteht darin, aus einem deutschen Gedicht einen Song zu entwickeln.
Im Februar 2011 waren die Erfindenker aka Sandro Jahn und Fabio Niehaus in Kamerun unterwegs, um mit Schülern gemeinsam Songs zu entwickeln − natürlich mit Sequel. Dieses außergewöhnliche Education Projekt haben wir zum Anlass genommen, die beiden Musikdozenten einmal genauer über ihre Arbeit zu befragen. 

Könnt ihr uns kurz erzählen wer die Erfindenker sind und was ihr macht?

Sandro: Wir arbeiten bereits seit ca. 5 Jahren als Profimusiker zusammen und haben vor gut einem halben Jahr unser "Erfindenker"-Projekt gestartet, das sich als Plattform für kreative Dienstleistungen versteht. Erster und momentan wichtigster Baustein ist ein Workshop-Konzept namens „Von der Idee zur CD“, das sich zum Ziel gesetzt hat, auf edukativer Ebene Musik und Kreativität in die Schulklassen zu bringen. Bei Workshops im Ausland soll dabei zudem auch Deutsch als Fremdsprache vermittelt werden. Neben diesem Konzept sind mittlerweile zwei weitere Workshop-Formate herangereift: „Mit Musik geht alles leichter“ – eine Fortbildung für Deutsch- und Musiklehrer, sowie „Das Phänomen Sequel“ – ein Workshop für Musikpädagogen, bei dem es um Möglichkeiten der Einbindung von Musiksoftware in den Unterricht geht. Seit 2010 ist das Goethe-Institut unser fester Kooperationspartner und so haben wir die verschiedenen Seminarangebote bereits an Partnerschulen in Island, Dänemark und Kamerun erfolgreich durchgeführt

Warum habt ihr euch speziell für Sequel als System für eure Seminare an Schulen entschieden?

Sandro: Sequel ist als Einsteiger-Software konzipiert, die man auch ohne intensives Studium eines Benutzerhandbuches schnell beherrschen kann. Die Grundfunktionen können wir unseren Schülern innerhalb einer Stunde vermitteln und uns dann schnellstmöglich auf die gemeinsame kreative Arbeit konzentrieren. Sobald es ans Recording geht arbeiten wir selbst zwar mit dem großen Bruder Cubase, benutzen Sequel aber regelmäßig als Kreativ-Tool. Dank der gut sortierten MediaBay und der hervorragenden Warp-Funktion kann man mit Sequel innerhalb weniger Minuten per Drag & Drop einen Backing-Track erstellen und mit diesem dann problemlos in Cubase weiterarbeiten.

Fabio: Sequel bietet einen besonders intuitiven Ansatz, um mit Musik zu experimentieren und Ideen schnell umzusetzen. Als Berufsmusiker verwenden wir außerdem Cubase, um ein hochprofessionelles Endprodukt zu erstellen. Dabei kommt uns die hohe Kompatibilität der beiden Programme sehr entgegen und gibt uns die Freiheit, auch mal abseits des Profi-Produkts Cubase musikalisch kreativ zu sein.

Wie kommt Sequel bei den Schülern an?

Sandro: Das Interesse ist natürlich groß. Die Möglichkeit, selbst Musik aufzunehmen und zu produzieren finden Schüler sehr interessant. Außerdem ist es für die Schüler spannend, mit zwei Profi-Musikern, die regelmäßig Tracks am Computer produzieren, zusammenzuarbeiten. Umgekehrt versuchen wir natürlich auch, die Software so praxisnah wie möglich zu vermitteln. Am Ende des Tages geht es ja um die gemeinsame Kreativität, und nicht darum, alle Funktionen einer Software haarklein erkundet zu haben.

Fabio:
Die gewaltige Sequel Sound-Library bietet genügend Material für verschiedene musikalische Vorlieben und regt zum Umsetzen eigener musikalischer Ideen an. Die Schüler stellen bereits innerhalb der ersten halben Stunde fest, wie einfach es ist, Musik zu erzeugen, die anders klingt als die des Banknachbarn. Selbst Schüler, die sich vorher noch nie mit Musik befasst haben, finden mit Sequel einen einfachen Einstieg ins Musikmachen und profitieren von schnellen Erfolgserlebnissen.

Wie kam eure Zusammenarbeit mit dem Goetheinstitut zustande?

Fabio: Wir waren mit unserer Band FEINKOST bereits Anfang 2009 in Kamerun als Kulturbotschafter eingeladen und haben dort mehrere Konzerte gespielt. Im Rahmen dieser Tour haben wir eng mit dem zuständigen EXU (Experten für Unterricht) des Goethe-Instituts zusammengearbeitet. Daraufhin sprach er uns an, ob wir ein Konzept für einen Schülerworkshop mit den Schwerpunkten Musik und deutsche Sprache entwickeln könnten. So entstand „Von der Idee zur CD“.

Sandro: Nachdem wir unser "Von der Idee zur CD"-Konzept präsentiert hatten wurden wir direkt nach Island eingeladen, um den Workshop dort an zwei Schulen durchzuführen. Die Resonanz auf die Ergebnisse war durchweg positiv und so kam dann über das Goethe-Netzwerk auch rasch der Kontakt nach Dänemark und Kamerun zustande.

Ihr wart im Februar in Kamerun und habt dort Schülerworkshops veranstaltet. Könnt ihr uns etwas mehr über das Projekt erzählen?

Sandro: In Kamerun haben wir insgesamt fünf Goethe-Partnerschulen besucht. An diesen Schulen wird der Deutschunterricht durch das Goethe-Institut in besonderem Maße gefördert, unter anderem mit Workshops wie unserem "Von der Idee zur CD"-Projekt. Kern des Workshops ist es, einen deutschen Gedichtstext zu vertonen und gemeinsam einen Song daraus zu entwickeln. Wir entschieden uns für ein Gedicht von Kurt Tucholsky und haben daraus nun fünf einzigartige und völlig verschiedene Songs gemeinsam mit den Schülern produziert. Die Ergebnisse können sich hören lassen und wir freuen uns schon sehr darauf diese bald zu veröffentlichen.

Fabio: „Von der Idee zur CD“ ist quasi fächerübergreifender Unterricht in Form eines Kreativ-Workshops. Die Schüler entwickeln dabei in kürzester Zeit mit Hilfe von Sequel aus dem Gedichtstext einen Song. Dieser wird zunächst in Kleingruppen erarbeitet, vorgestellt, bearbeitet und gemeinsam weiterentwickelt. All dies wird dann aufgenommen und anschließend von uns mit Cubase weiterbarbeitet. Das Endergebnis ist dann ein Song, der sich stilistisch immer in Richtung Pop orientiert, aber vom Input her nur auf den Ideen der Schüler basiert.
Das Verrückte dabei ist, dass die Schüler ab einem bestimmten Zeitpunkt gar nicht mehr merken, dass sie einen Song in einer Fremdsprache entwickeln. Die Motivation der Schüler ist immer sehr hoch – sie wollen einen möglichst guten Song mit vielen Ideen und eigenen Ansätzen produzieren. Gemeinsam entwickeln wir zunächst das Thema des Songs, der sich aus der Analyse des Gedichtstextes ergibt. Somit kennen alle Schüler den Inhalt und man hat sich gemeinsam drauf geeinigt, was das übergeordnete Thema ist und welche Stimmung der Text (und später auch der Song) vermitteln soll. Jeder Teilnehmer öffnet sich auf seine Art und Weise einer fremden Sprache – bei uns ist alles erlaubt, hier darf man mit den Worten experimentieren – sie rhythmisieren, eine Melodie entwickeln oder nur die Konsonanten benutzen. Was immer den Schülern einfällt, ist erlaubt.

Wie ist die Situation an den Schulen in Kamerun?

Sandro: In Kamerun sind die Klassen normalerweise mit rund 50 Schülern besetzt und der Unterricht funktioniert dementsprechend frontal. Individuelle Förderung ist unter diesen Umständen kaum möglich. Hinzu kommt, dass die Klassenräume oftmals keine verschließbaren Fenster haben und somit der Lärmpegel durchweg ziemlich hoch ist. Die Ausstattung ist sehr spartanisch und beschränkt sich in der Regel auf Tische, Stühle, eine Tafel und mit Glück ein paar Ventilatoren. Wir hatten das Privileg in den Räumen der Deutschklassen unsere Workshops abzuhalten, die vom Goethe-Institut subventioniert werden und daher etwas besser ausgestattet sind. Dort waren sogar ein paar technische Hilfsmittel wie etwa ein Fernseher zu finden.

Werden an den Schulen auch Computer im Unterricht eingesetzt oder war das komplettes Neuland für die Schüler?

Fabio: An den Schulen in Kamerun sind Computer noch nicht sehr verbreitet, aber an fast jeder Ecke der etwas größeren Städte gibt es Internet-Cafés. Der Umgang mit Computer ist den Schülern also durchaus vertraut aber die Arbeit mit einem Musikprogramm ist ein absolutes Novum und nur schwer in einem Land wie Kamerun durchzuführen

Steht in Kamerun normalerweise auch Musikunterricht auf dem Lehrplan?

Sandro: Musik ist zwar ein wichtiger Bestandteil der Kultur in Kamerun − es gibt sehr viel Live-Musik ob Percussion-Truppe, Jazz-Combo oder Rapper − aber in der Schule steht Musik nicht auf dem Lehrplan. Die Beschäftigung mit Musik im Schulunterricht war vollkommen neu für die Schüler.

Was habt ihr demnächst vor? Wird es noch mehr Aktionen in Kamerun geben und plant ihr auch noch andere Länder zu besuchen?

Sandro: Priorität hat bei uns momentan die Fertigstellung der CD mit den Songs aller Kamerun-Workshops plus Audio-Dokumentation. Damit schlagen wir uns momentan die Nächte um die Ohren. Natürlich hoffen wir, dass das Endergebnis alle Beteiligten restlos überzeugt und man bei Goethe-Kamerun beschließt, so ein Projekt erneut gemeinsam durchzuführen. Unabhängig davon geht es im September wieder nach Island, wo genau das bereits passiert ist: Die fertigen Songs haben Schüler, Lehrer und das Goethe-Institut begeistert und dazu geführt, dass wir das Projekt wiederholen. Natürlich mit einem neuen Gedichtstext − man darf also gespannt sein.

Weitere Informationen und Kontakt zu den Erfindenkern finden Sie unter: www.erfindenker.com