Computer für Audioanwendungen
Aktualisiert am 28. November 2008
Steinberg Software lässt sich grundsätzlich auf allen gängigen Computern betreiben, sofern diese die auf den Produktverpackungen abgedruckten Systemvoraussetzungen der Software erfüllen. Der heutige Computermarkt bietet hierbei für jede Anwendung und jedes Budget eine passende Lösung. Kosteneffektive Computer für kleine Projekte sind ebenso verfügbar wie hoch spezialisierte Multiprozessor-Systeme für professionelle Anwendungen in der Musik- und Filmbranche. Selbst für den mobilen Einsatz gibt es mittlerweile leistungsstarke Systeme, so dass dem Einsatz von Steinberg Software auch auf der Bühne oder beim Produzieren abseits des eigenen Studios nichts mehr im Wege steht.
Abhängig von den individuellen Bedürfnissen bei der Arbeit mit der Software werden möglicherweise besondere Anforderungen an den verwendeten Computer gestellt. Die tatsächlichen Anforderungen an das System sind von der Art und dem Umfang des jeweiligen Projektes abhängig und werden typischerweise durch Faktoren wie Audioqualität (Abtastrate und Bit-Tiefe), Anzahl der verwendeten Spuren und PlugIns, Stimmenzahl der Instrumente u.ä. bestimmt. Wenn also ein Computer benötigt wird, auf dem umfangreiche Projekte erfolgreich durchgeführt werden sollen kann sich die Frage stellen:
„Welcher Computer ist für meine Anwendung der richtige?“
Um diese Frage beantworten zu können, sollte zunächst klar sein, welche Aufgaben das Computer-System zu bewältigen hat, denn abhängig von den Aufgaben ergeben sich unterschiedliche Anforderungen: Werden viele VST-Instrumente verwendet, so sind schnelle Festplatten und viel Arbeitsspeicher in Verbindung mit einem relativ schnellen Prozessor empfehlenswert. Wenn der Fokus auf reinem Audio-Recording liegt, kann je nach Spurenzahl und Aufnahmeformat durchaus eine schnelle Festplatte mit einem schon etwas langsameren Prozessor ausreichend sein. Auch das Arbeitsumfeld sollte bei der Systementscheidung berücksichtigt werden. Je leistungsfähiger ein System ist, desto höher ist meist der Geräuschpegel, da aufwändigere Maßnahmen zur Kühlung der verbauten Komponenten nötig sind. Im mobilen Einsatz ohne Netzstrom ist es wichtig zu wissen, dass sich ein schneller Laptop, womöglich auch noch mit einer spieletauglichen Grafikkarte, negativ auf die Laufzeit des Systems auswirken kann, da mehr Strom vom Akku benötigt wird. Das schnellste System ist hierbei also keinesfalls immer die erste Wahl!
Die folgenden Informationen sind als Ergänzung zu den auf den Verpackungen abgedruckten Systemvoraussetzungen gedacht und bieten Ihnen eine Hilfestellung bei der Wahl des richtigen Computers für Ihre speziellen Projektanforderungen.
Prozessoren
Steinberg Produkte funktionieren hervorragend mit allen heute gängigen Prozessoren für Mac und PC. Bei der Auswahl eines Prozessors steht die Geschwindigkeit im Vordergrund, da sie maßgeblich Einfluss auf sehr viele Prozesse innerhalb des Computers hat. Selbstverständlich werden deshalb auch Multiprozessor/Multicore-Systeme von Steinberg Applikationen unterstützt und erlauben besonders hohe Leistungsreserven. Im Folgenden haben wir eine Übersicht der Prozessoren/Systeme bereitgestellt, die aktuellen Anforderungen und größeren Projekten gewachsen sind. Bei der Suche nach einem neuen System sollte man sich also auf diese Hardware beschränken.
| AMD | Kategorie* | Cores (Dual, Quad) | Leistung |
| Athlon 64 FX | D | D | + |
| Athlon 64 X2 | D | D | + |
| Phenom | D | Q | ++ |
| Turion 64 X2 | M | D | + |
| Opteron | S | D/Q | ++ |
* Kategorien: D = Desktop, M = Mobile, S = Server
| INTEL | Kategorie* | Cores (Dual, Quad) | Leistung |
| Intel Core 2 Duo | D | D | + |
| Intel Core 2 Extreme | D | D | + |
| Intel Core 2 Quad | D | Q | ++ |
| Intel Core 2 Duo | M | D | + |
| Intel Xeon | S | D/Q | ++ |
| Intel i7**** | D | Q | ++ |
| Intel i7 Extreme Edition**** | D | Q | ++ |
* Kategorien: D = Desktop, M = Mobile, S = Server
| APPEL | Kategorie* | Cores (Dual, Quad, Octo) | Leistung |
| iMac Core 2 Duo** | D | D | + |
| MacBook** | M | D | o |
| MacBook Pro** | M | D | + |
| Mac mini** | D | D | o |
| Mac Pro** | D | Q/Q*** | ++ |
* Kategorien: D = Desktop, M = Mobile
** Universal Binary Versionen für die Intel basierten Macs verfügbar?
Bitte lesen Sie hier mehr: Unterstützung für die Mac OS X Universal Binary Plattform
*** zwei Quad-Core Prozessoren
**** Unterstützt Hyper-Threading
Chipsätze
Der Chipsatz des Motherboards ist mit der wichtigste Bestandteil einer DAW (Digital Audio Workstation). Über ihn läuft die komplette Kommunikation der einzelnen Komponenten untereinander (z.B. Prozessor, Systembusse, Peripherie) und somit auch die Anbindung der Audiogeräte. Für die einzelnen Systeme gibt es gerade auf der PC Windows Plattform unterschiedliche Lösungen: Chipsätze von Intel, AMD, nVidia, SiS und VIA warten auf den Einsatz. Nun können wir aus Erfahrung sagen, dass nicht jeder Chipsatz gleichermaßen für die Audiowelt geeignet ist. Aufgrund der hohen Anforderungen an niedrige Latenzzeiten und hohe Durchsatzraten für Festplatten, Audio- und DSP-Karten, kann ein Chipsatz oder auch ein spezielles Motherboard für dieses Einsatzgebiet völlig ungeeignet oder aber ausgesprochen geeignet sein.
Da auch hier wieder weniger die Kompatibilität zwischen unseren Applikationen und der Hardware im Vordergrund steht als vielmehr das Zusammenspiel der Hardwarekomponenten untereinander, empfiehlt es sich, mit den Herstellern der Audio- und/oder DSP-Karten in Kontakt zu treten. Dort kann im Vorfeld geklärt werden, welcher Chipsatz sich als unproblematisch und empfehlenswert herausgestellt hat und für die Arbeit mit den Komponenten Ihrer Wahl geeignet ist. Die reibungslose Zusammenarbeit der Hardwareteile ist die wichtigste Grundlage für die zuverlässige Arbeit mit unseren Applikationen!
Festplatten
Grundsätzlich können Steinberg Produkte mit jeder in heutigen Computern eingebauten Festplatte betrieben werden. Die Eignung der Festplatte für umfangreiche Projekte mit vielen Audiospuren und als Datenträger für das Bereitstellen von Sample-Content für VST-Instrumente, die mit Diskstreaming Technologie arbeiten, hängt von folgenden Faktoren ab:
Die Umdrehungsgeschwindigkeit hat direkten Einfluss darauf, wie viele Audiospuren eine Festplatte gleichzeitig aufnehmen bzw. abspielen kann. Festplatten mit 4.200 U/Min. (Umdrehungen pro Minute bzw. Rounds per minute = Rpm), wie sie bei einigen Laptops zum Einsatz kommen, sollten nur für kleine Audio-Projekte verwendet werden, da es hier schnell zu Engpässen im Datentransfer kommen kann. Eine akzeptable Leistung in Bezug auf die Anzahl der Audiospuren lässt sich schon mit den von einigen Laptop-Herstellern verbauten Festplatten mit 5.400 U/Min erzielen. Besonders interessant für Laptops, die als professionelle Audio-Systeme mit hoher Spurenzahl benutzt werden, sind die mittlerweile ebenfalls verbauten 7.200 U/Min. Festplatten. Als Lösung für eine ausreichend hohe Festplattenleistung können auch externe Festplatten eingesetzt werden, die z.B. über FireWire oder USB 2.0 angeschlossen werden und einen guten Datendurchsatz bieten.
Neuere Systeme bieten auch eSATA-Anschlüsse, die normalerweise den gleichen Durchsatz wie interne SATA-Festplatten bieten und deshalb sehr empfehlenswert sind.
Bei Desktop-Systemen sollte davon absehen werden, Festplatten zu nutzen, die unter 7.200 U/Min. laufen. Festplatten mit 7.200 U/Min. liefern in aller Regel aber genügend Datendurchsatz, um auch umfangreiche Audioprojekte mit vielen Spuren zu realisieren und gleichzeitig Sample-Daten für VST-Instrumente bereitzustellen. Es gilt allerdings, je "mehr" desto besser und so können durch den Einsatz von S-ATA (s.u.) Festplatten mit 10.000 U/Min weitere Maßnahmen getroffen werden, um Engpässe bei Datendurchsatz zu vermeiden. Darüber hinaus gibt es eine weitere Strategie, um den Datendurchsatz für die Audiodaten zu erhöhen, nämlich das Verwenden von mehreren Festplatten. Hierbei hat sich eine Aufteilung als sinnvoll erwiesen bei der zunächst einmal eine Festplatte für das Betriebssystem und die installierten Anwendungen reserviert wird. Eine weitere Festplatte dient als dezidierte Festplatte nur für Audiodaten und bei intensivstem Gebrauch von Sampler-Plugins wird sogar eine weitere Festplatte verwendet, die ausschließlich der Bereitstellung des Sample-Contents dient.
Cache: Festplatten haben einen Pufferspeicher, den so genannten "Cache". Dieser Cache hat ebenfalls Einfluss auf die Zugriffsgeschwindigkeit der Festplatten. Generell kann man sagen, dass mit größerem Cache auch die Fähigkeit der Festplatte große Datenmengen zu bewältigen steigt. Für Anwendungen im Audio Bereich haben sich Cache-Größen von 16 MB oder mehr als sehr nützlich erwiesen. Bei Laptop-Festplatten sind die Caches meistens wesentlich kleiner und auch bei Desktop-Festplatten ist der Cache bei Standardmodellen meistens nur 4 oder 8 MB groß. Sollte die Festplatte für das Streaming von Sample-Content benutzt werden, ist unbedingt auf die Cache-Größe zu achten. Zusammen mit der Umdrehungsgeschwindigkeit besteht hier ein direkter Zusammenhang, wie viele einzelne Samples rechtzeitig geladen werden können während z.B. VST-Instrumente (z.B. HALion) gespielt werden.
Interface: Das Anschlussprotokoll für Festplatten ist vor allem dann von Bedeutung, wenn hochgradig optimierte Audioworkstations benötigt werden. Gängig ist heute das seriell arbeitende ATA-Protokoll (SATA). Eine zusätzliche Weiterentwicklung ist S-ATA II, mit noch höherer Datendurchsatzrate und Optimierungen in der Laufwerksadressierung (z.B. NCQ – Native Command Queuing, eine verwandte Technologie aus der SCSI-Welt). SCSI-Systeme sind heute nicht mehr unbedingt notwendig, um einen Computer zu einer leistungsstarken Audioworkstation zu machen. Zwar ist SCSI-Technologie nach wie vor extrem leistungsstark aber die Mehrkosten rechtfertigen nicht immer die dadurch gewonnene Performance. Es kann in einigen Fällen Sinn machen, mit SCSI-Festplatten zu arbeiten, denn es gibt hier Modelle mit bis zu 15.000 U/Min. Zu berücksichtigen ist bei der Wahl derartiger Systeme allerdings die damit verbundene Wärme- und Geräuschentwicklung. Wenn ein maximal leistungsfähiger Media-Server für ein Studionetzwerk aufgebaut werden soll oder wenn allergrößte Aufnahme-Sessions mit hunderten von Aufnahmespuren notwendig sind, ist SCSI, bzw. dessen serielle Weiterentwicklung Serial Attached SCSI (SAS) sicherlich eine gute Wahl. Alternativ können für derartige Zwecke aber auch mehrere S-ATA Festplatten im Verbund eines RAID-Systems genutzt werden.
Arbeitsspeicher
Das absolute Minimum für Steinberg Applikationen liegt bei 512 MB RAM. Da der Arbeitsspeicher aber von allen laufenden Applikationen und auch dem Betriebssystem gleichzeitig genutzt wird ist die Installation von mehr Arbeitsspeicher sehr empfehlenswert. Bei größeren Projekten kann auch 1 GB Arbeitsspeicher für eine zufrieden stellende System-Performance nicht ausreichend sein, da VST-Instrumente und Audioprojekte, Audiosamples in den Arbeitsspeicher einladen und von dort auslesen. Ist nur wenig Arbeitsspeicher installiert, kann weniger Material in den schnellen Arbeitsspeicher vorgeladen werden und es müssen mehr Daten über die langsameren Festplatten mit längeren Zugriffszeiten abgewickelt werden. Windows 2000 und Windows XP können unter regulären Bedingungen bis zu 2 GB RAM nutzen, Mac OS X und Windows Vista 64 können in Verbindung mit Steinbergs aktuellen Cubase/Nuendo Versionen momentan bis zu 4 GB (Mac OS X) oder auch deutlich mehr (Windows Vista 64) adressieren. Ein Mehr an Speicher wirkt sich in jedem Fall positiv auf die Gesamtleistung des Systems aus.
Audiokarten
Für alle wichtigen Computer-Schnittstellen bietet der Markt heute Audio-Geräte an:
- USB 1.1
- USB 2.0
- Firewire 400 (IEEE 1394)
- Firewire 800 (IEEE 1394b)
- PCI
- PCMCIA
- PCIe
Welche dieser Schnittstellen verwendet werden sollte, hängt sehr von der Art der Anwendung und dem verwendeten Computer-System ab. So haben z.B. aktuelle Systeme eventuell keine PCI-Steckplätze oder Firewire-Ports. Wichtig ist aber an erster Stelle, dass ASIO 2.0 (PC) bzw. Core Audio (Mac) kompatible Treiber für das verwendete Audio-Gerät verfügbar sind. Diese bieten die Möglichkeit, auf beiden Plattformen sehr niedrige Latenzen zu erreichen und sind daher unbedingt empfehlenswert. Vor allem bei der Arbeit mit VST-Instrumenten oder beim Abhören des Aufnahmesignals durch die Software darf die Verzögerung durch den Treiber nur wenige Millisekunden betragen, um sich nicht störend auszuwirken. Der Treiber der Audiokarte ist neben einem gut konfigurierten und leistungsstarken System einer der wichtigsten Bestandteile einer guten DAW, um Latenzzeiten von bis zu 1,5 ms zu erreichen.
Grafikkarten
Die Zeiten von inkompatiblen Grafikkarten-Treibern sind größtenteils vorbei. Grafikkarten aller großen Hersteller (nVidia, ATI/AMD und Matrox) bieten heute solide Treiber und können daher verwendet werden. Alle Hersteller bieten Karten für Multimonitor-Support an und Schnittstellen von VGA über DVI, HDMI bis hin zum Displayport sind verfügbar.
Betriebssysteme für Apple Computer
Generell empfehlen wir die jeweils aktuelle Version von Apple’s Betriebssystem. Sofern es bei bestimmten Produkten nicht anders in den Systemvoraussetzungen angegeben ist, ist diese Version am Besten für die Verwendung mit Steinberg Produkten geeignet.
Betriebssysteme für PC Systeme
Aktuelle Steinberg Produkte benötigen mindestens die Windows XP Home Edition oder Windows XP Professional, idealerweise mit aktuellem, installiertem Servicepack. Bitte beachten Sie, dass wir offiziell nicht Windows XP Media Center, Tablet PC Edition, die 64-Bit Ausgabe Windows XP x64 und Windows Server Systeme unterstützen! Sofern es bei bestimmten Produkten nicht anders in den Systemvoraussetzungen angegeben ist, wird Windows 2000 ebenfalls nicht mehr für DAW Systeme unterstützt.
Information zu Windows Vista Kompatibilität
Einige unserer Applikationen besitzen bereits offizielle Windows Vista Kompatibilität. Abgesehen von der Adressierbarkeit von Arbeitsspeicher jenseits der 4 GB in den 64-Bit-Ausgaben des Betriebssystems in Verbindung mit Cubase 4.x und Nuendo 4.x (oder höher), bietet das System für Audioanwendungen keine weiteren Vorteile. Weitere Informationen zum aktuellen Stand der Produkte in Bezug auf Kompatibilität mit Windows Vista finden Sie hier: Unterstützung für PCs mit Microsoft Windows Vista
