Steinberg Media Technologies GmbH

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Computer für Audioanwendungen

Aktualisiert am 21. März 2014

Steinberg Software lässt sich grundsätzlich auf allen gängigen Computern betreiben, sofern diese die auf den Produktverpackungen abgedruckten Systemvoraussetzungen der Software erfüllen. Der heutige Computermarkt bietet hierbei für jede Anwendung und jedes Budget eine passende Lösung. Kosteneffektive Computer für kleine Projekte sind ebenso verfügbar wie hoch spezialisierte Multiprozessor-Systeme für professionelle Anwendungen in der Musik- und Filmbranche.

Abhängig von den individuellen Bedürfnissen bei der Arbeit mit der Software werden möglicherweise besondere Anforderungen an den verwendeten Computer gestellt. Die tatsächlichen Anforderungen an das System sind von der Art und dem Umfang des jeweiligen Projektes abhängig und werden typischerweise durch Faktoren wie Audioqualität (Abtastrate und Bit-Tiefe), Anzahl der verwendeten Spuren und PlugIns, Stimmenzahl der Instrumente u.ä. bestimmt. Wenn also ein Computer benötigt wird, auf dem umfangreiche Projekte erfolgreich durchgeführt werden sollen kann sich die Frage stellen:

„Welcher Computer ist für meine Anwendung der richtige?“

Um diese Frage beantworten zu können, sollte zunächst klar sein, welche Aufgaben das Computer-System zu bewältigen hat, denn abhängig von den Aufgaben ergeben sich unterschiedliche Anforderungen: Werden viele VST-Instrumente verwendet, so sind schnelle Festplatten und viel Arbeitsspeicher in Verbindung mit einem relativ schnellen Prozessor empfehlenswert. Wenn der Fokus auf reinem Audio-Recording liegt, kann je nach Spurenzahl und Aufnahmeformat durchaus eine schnelle Festplatte mit einem schon etwas langsameren Prozessor ausreichend sein. Auch das Arbeitsumfeld sollte bei der Systementscheidung berücksichtigt werden. Je leistungsfähiger ein System ist, desto höher ist meist der Geräuschpegel, da aufwändigere Maßnahmen zur Kühlung der verbauten Komponenten nötig sind. Im mobilen Einsatz ohne Netzstrom ist es wichtig zu wissen, dass sich ein schneller Laptop, womöglich auch noch mit einer spieletauglichen Grafikkarte, negativ auf die Laufzeit des Systems auswirken kann, da mehr Strom vom Akku benötigt wird. Das schnellste System ist hierbei also keinesfalls immer die erste Wahl!

Die folgenden Informationen sind als Ergänzung zu den auf den Verpackungen abgedruckten Systemvoraussetzungen gedacht und bieten Ihnen eine Hilfestellung bei der Wahl des richtigen Computers für Ihre speziellen Projektanforderungen.

  • Prozessoren
  • Chipsätze
  • Festplatten
  • Arbeitsspeicher
  • Audiokarten
  • Grafikkarten
  • Betriebssysteme

Prozessoren

Steinberg Produkte funktionieren hervorragend mit allen heute gängigen Prozessoren für Mac und PC. Bei der Auswahl eines Prozessors steht die Geschwindigkeit im Vordergrund, da sie maßgeblich Einfluss auf sehr viele Prozesse innerhalb des Computers hat. Selbstverständlich werden deshalb auch Multiprozessor/Multicore-Systeme von Steinberg Applikationen unterstützt und erlauben besonders hohe Leistungsreserven. Im Folgenden haben wir einige Beispiele für aktuelle Prozessoren/Systeme bereitgestellt, die aktuellen Anforderungen und größeren Projekten gewachsen sind. Natürlich können auch kleinere/ältere Systeme verwendet werden. Es spricht also nichts gegen einen schnelles Intel Core 2 Quad PC-System oder einen älteren Apple Mac Mini – solange man sich möglicher Einschränkungen bewusst ist.

Prozessoren AMD
Modell Kategorie Cores
AMD A Mobil/Desktop 2-4
AMD Phenom II X4 Desktop 4
AMD Phenom II X6 Desktop 6
AMD FX Desktop 4-8
AMD Opteron Desktop 4-16
Prozessoren Intel
Modell Kategorie Cores
Intel Core i3* Mobil/Desktop 2
Intel Core i5* Mobil/Desktop 2-4
Intel Core i7* Mobil/Desktop 2-6
Intel Xeon* Desktop 4-6
Apple Systeme
Modell Kategorie Cores
MacBook Pro (Intel Core i5/i7)* Mobil 2-4
Mac Mini* Desktop 2-4
iMac (Intel Core i5/i7)* Desktop 2-4
Mac Pro* Desktop 4-12

* Dieser Prozessor unterstützt Hyper-Threading. Weitere Informationen... 

Chipsätze

Der Chipsatz des Motherboards ist mit der wichtigste Bestandteil einer DAW (Digital Audio Workstation). Über ihn läuft die komplette Kommunikation der einzelnen Komponenten untereinander (z.B. Prozessor, Systembusse, Peripherie) und somit auch die Anbindung der Audiogeräte. Für die einzelnen Systeme gibt es gerade auf der PC Windows Plattform unterschiedliche Lösungen: Chipsätze von Intel, AMD und nVidia warten auf den Einsatz. Nun können wir aus Erfahrung sagen, dass nicht jeder Chipsatz gleichermaßen für die Audiowelt geeignet ist. Aufgrund der hohen Anforderungen an niedrige Latenzzeiten und hohe Durchsatzraten für Festplatten, Audio- und DSP-Karten, kann ein Chipsatz oder auch ein spezielles Motherboard für dieses Einsatzgebiet völlig ungeeignet oder aber ausgesprochen geeignet sein.
Da auch hier wieder weniger die Kompatibilität zwischen unseren Applikationen und der Hardware im Vordergrund steht als vielmehr das Zusammenspiel der Hardwarekomponenten untereinander, empfiehlt es sich, mit den Herstellern der Audio- und/oder DSP-Karten in Kontakt zu treten. Dort kann im Vorfeld geklärt werden, welcher Chipsatz sich als unproblematisch und empfehlenswert herausgestellt hat und für die Arbeit mit den Komponenten Ihrer Wahl geeignet ist. Die reibungslose Zusammenarbeit der Hardwareteile ist die wichtigste Grundlage für die zuverlässige Arbeit mit unseren Applikationen!

Festplatten und Solid State Disks

Grundsätzlich können Steinberg Produkte mit jeder in heutigen Computern eingebauten Festplatten oder Solid State Disks betrieben werden. Die Eignung für umfangreiche Projekte mit vielen Audiospuren und als Datenträger für das Bereitstellen von Sample-Content für VST-Instrumente, die mit Diskstreaming Technologie arbeiten, hängt von folgenden Faktoren ab: 

  • Festplatten
    Die Umdrehungsgeschwindigkeit hat direkten Einfluss darauf, wie viele Audiospuren eine Festplatte gleichzeitig aufnehmen bzw. abspielen kann. Eine akzeptable Leistung in Bezug auf die Anzahl der Audiospuren lässt sich schon mit den von einigen Laptop-Herstellern verbauten Festplatten mit 5.400 U/Min erzielen. Besonders interessant für Laptops, die als professionelle Audio-Systeme mit hoher Spurenzahl benutzt werden, sind die mittlerweile ebenfalls verbauten 7.200 U/Min. Festplatten oder eben Solid State Disks (s. weiter unten). Als Lösung für eine ausreichend hohe Festplattenleistung können auch externe Festplatten eingesetzt werden, die z.B. über Thunderbolt, USB 2.0/USB 3.0 oder FireWire 800 angeschlossen werden und einen guten Datendurchsatz bieten.
    Bei Desktop-Systemen sollte davon absehen werden, Festplatten zu nutzen, die unter 7.200 U/Min. laufen. Festplatten mit 7.200 U/Min. liefern in aller Regel aber genügend Datendurchsatz, um auch umfangreiche Audioprojekte mit vielen Spuren zu realisieren und gleichzeitig Sample-Daten für VST-Instrumente bereitzustellen. Es gilt allerdings, je "mehr" desto besser und so können durch den Einsatz von S-ATA (s.u.) Festplatten mit 10.000 U/Min oder SAS-Festplatten (s.u.) mit bis zu 15.000 U/Min weitere Maßnahmen getroffen werden, um Engpässe beim Datendurchsatz zu vermeiden. Darüber hinaus gibt es eine weitere Strategie, um den Datendurchsatz für die Audiodaten zu erhöhen, nämlich das Verwenden von mehreren Festplatten. Hierbei hat sich eine Aufteilung als sinnvoll erwiesen, bei der zunächst einmal eine Festplatte oder Solid State Disk für das Betriebssystem und die installierten Anwendungen reserviert wird. Eine weitere Festplatte dient als dezidierte Festplatte nur für Audiodaten und bei intensivstem Gebrauch von Sampler-Plugins wird sogar eine weitere Festplatte verwendet, die ausschließlich der Bereitstellung des Sample-Contents dient.
    Die seit einiger Zeit verfügbaren Hybrid-Festplatten mit einem integrierten Flash-Speicher können eine interessante Alternative sein, um die Vorzüge relativ günstiger Speicherkapazität mit einen Zuwachs an Leistung zu verbinden. Durch den zusätzlichen Flash-Speicher dieser "SSHDs" werden die Zugriffszeiten beschleunigt und Daten stehen schneller zur Verfügung. Apple setzt diese Technologie unter den Begriff "Fusion Drive" auch in Mac-Systemen ein.

  • Solid State Disks (SSD)
    Die mit Abstand beste Leistung bieten allerdings reine Solid State Disks. SSDs arbeiten ausschließlich mit Flash-Speicherchips und kommen dementsprechend ohne mechanische Bauteile aus. Die Vorteile liegen auf der Hand: die Zugriffszeiten sind um ein Vielfaches geringer als bei herkömmlichen Festplatten, was gerade für Sample-Content interessant ist, sie sind robuster und lautlos. Nachteilig ist, dass die SSDs noch teurer als vergleichbare Festplatten sind und dabei meist weniger Speicherkapazität haben. In Verbindung mit SSDs wird der Einsatz von Windows 7 oder Windows 8 empfohlen, da nur diese Betriebsysteme SSDs automatisch erkennen und bestimmte Optimierungen für die Arbeit mit diesem Speichertyp vornehmen (z.B. die Deaktivierung der Defragmentierung für das Laufwerk, Support der TRIM-Funktion). Eine entsprechende Implementierung der TRIM-Funktion für Mac OS X wurde mit Mac OS X 10.6.8 für von Apple ausgelieferte SSDs offiziell aktiviert, andere SSDs müssen auch weiterhin ohne TRIM auskommen, bzw. muss dieses dann manuell aktiviert werden.

Cache: Festplatten haben einen Pufferspeicher, den so genannten "Cache". Dieser Cache hat ebenfalls Einfluss auf die Zugriffsgeschwindigkeit der Festplatten. Generell kann man sagen, dass mit größerem Cache auch die Fähigkeit der Festplatte, große Datenmengen zu bewältigen steigt. Für Anwendungen im Audio Bereich hat sich ein möglichst großer Cache als nützlich erwiesen. Sollte die Festplatte für das Streaming von Sample-Content benutzt werden, ist unbedingt auf die Cache-Größe zu achten. Zusammen mit der Umdrehungsgeschwindigkeit besteht hier ein direkter Zusammenhang, wie viele einzelne Samples rechtzeitig geladen werden können während z.B. VST-Instrumente (z.B. HALion) gespielt werden. 32-64 MB sind die Regel aber es gibt auch Festplatten mit mehr Cache.

Interface: Das Anschlussprotokoll für Festplatten ist vor allem dann von Bedeutung, wenn hochgradig optimierte Audioworkstations benötigt werden. Gängig ist heute das seriell arbeitende ATA-Protokoll (SATA). Eine zusätzliche Weiterentwicklung sind SATA Revision 2.x und Revision 3.x, mit noch höherer Datendurchsatzrate und Optimierungen in der Laufwerksadressierung (z.B. NCQ – Native Command Queuing, eine verwandte Technologie aus der SCSI-Welt).
SAS (Serial Attached SCSI) als Nachfolger von SCSI (Small Computer System Interface) ist ebenfalls eine sehr performante Option. Allerdings sind die Komponenten verhältnismäßig teuer und daher nur in Ausnahmefällen sinnvoll.
Zu berücksichtigen ist bei der Wahl derartiger Systeme dann auch die damit verbundene Wärme- und Geräuschentwicklung. Wenn ein maximal leistungsfähiger Media-Server für ein Studionetzwerk aufgebaut werden soll oder wenn allergrößte Aufnahme-Sessions mit hunderten von Aufnahmespuren notwendig sind, ist SAS sicherlich eine gute Wahl. Alternativ können für derartige Zwecke aber auch mehrere S-ATA Festplatten im Verbund eines RAID-Systems genutzt werden.

Arbeitsspeicher

Das absolute Minimum für die meisten Steinberg Applikationen liegt bei 2 GB RAM. Da der Arbeitsspeicher aber von allen laufenden Applikationen und auch dem Betriebssystem gleichzeitig genutzt wird ist die Installation von mehr Arbeitsspeicher sehr empfehlenswert. Bei größeren Projekten kann auch 2 GB Arbeitsspeicher für eine zufrieden stellende System-Performance nicht ausreichend sein, da VST-Instrumente und Audioprojekte, Audiosamples in den Arbeitsspeicher einladen und von dort auslesen. Ist nur wenig Arbeitsspeicher installiert, kann weniger Material in den schnellen Arbeitsspeicher vorgeladen werden und es müssen mehr Daten über die langsameren Festplatten mit längeren Zugriffszeiten abgewickelt werden. Windows kann in der 32-Bit Ausführung unter regulären Bedingungen bis zu 2 GB RAM nutzen, Mac OS X und Windows Vista/7/8 64-Bit können in Verbindung mit Steinbergs aktuellen Cubase/Nuendo Versionen deutlich mehr adressieren. Ein Mehr an Speicher wirkt sich in jedem Fall positiv auf die Gesamtleistung des Systems aus.

Audiokarten

Für alle wichtigen Computer-Schnittstellen bietet der Markt heute Audio-Geräte an:

  • USB 1.1
  • USB 2.0
  • USB 3.0
  • Firewire 400 (IEEE 1394)
  • Firewire 800 (IEEE 1394b)
  • PCIe
  • Thunderbolt

Welche dieser Schnittstellen verwendet werden sollte, hängt sehr von der Art der Anwendung und dem verwendeten Computer-System ab. So haben z.B. aktuelle Systeme meist keine PCI-Steckplätze mehr. Wichtig ist aber an erster Stelle, dass ASIO 2.0 (PC) bzw. Core Audio (Mac) kompatible Treiber für das verwendete Audio-Gerät verfügbar sind. Diese bieten die Möglichkeit, auf beiden Plattformen sehr niedrige Latenzen zu erreichen und sind daher unbedingt empfehlenswert. Vor allem bei der Arbeit mit VST-Instrumenten oder beim Abhören des Aufnahmesignals durch die Software darf die Verzögerung durch den Treiber nur wenige Millisekunden betragen, um sich nicht störend auszuwirken. Der Treiber der Audiokarte ist neben einem gut konfigurierten und leistungsstarken System einer der wichtigsten Bestandteile einer guten DAW, um Latenzzeiten von bis zu 1,5 ms zu erreichen.

Grafikkarten

Die Zeiten von inkompatiblen Grafikkarten-Treibern sind größtenteils vorbei. Grafikkarten aller großen Hersteller bieten heute solide Treiber und können daher verwendet werden. Alle Hersteller bieten Karten für Multimonitor-Support an und Schnittstellen von VGA über DVI, HDMI bis hin zum Displayport sind verfügbar.

Video-Engine
Mit Cubase 5.5 und Nuendo 5 wurde eine neue Video-Engine implementiert, die Funktionen der Grafikkarte nutzt, um die Wiedergabe von (HD)-Videomaterial zu beschleunigen und somit flüssiger darzustellen. Hierbei gibt es aber gewisse Voraussetzungen zu erfüllen:
Die Grafikkarte muss OpenGL 2.0 (oder höher) unterstützen und der jeweils aktuelle Treiber für die Karte sollte installiert sein. Da die OpenGL 2.0 Spezifikationen aber bereits seit Ende 2004 verfügbar sind, unterstützen mittlerweile nahezu alle Desktop- und Laptopsysteme mindestens Version 2.0.
Einen ausführlichen Überblick über die OpenGL-Unterstützung bieten diese Wikipedia-Artikel zu AMD/ATI, nVidia und Intel.
Aber auch mit einer Karte ohne OpenGL 2.0 Unterstützung können Videos wiedergegeben werden. Die Gesamtleistung des Systems nimmt dabei durch die höhere CPU-Belastung jedoch spürbar ab. In seltenen Fällen, vornehmlich bei Verwendung einer sehr alten Grafikkarte, ist nur der Import, nicht jedoch die Wiedergabe von Videos möglich. Cubase und Nuendo machen auf dieses Problem durch eine entsprechende Fehlermeldung aufmerksam. Allerdings ist in Systemen, die die Systemvoraussetzungen erfüllen, nicht mit dem Einsatz derart veralteter Grafikhardware zu rechnen.

Weitere Details können Sie dem Knowledge Base Artikel zur neuen Video-Engine entnehmen.

Betriebssysteme für Apple Computer

Generell empfehlen wir die jeweils aktuelle Version von Apple’s Betriebssystem. Sofern es bei bestimmten Produkten nicht anders in den Systemvoraussetzungen angegeben ist, ist diese Version am besten für die Verwendung mit Steinberg Produkten geeignet.

Betriebssysteme für PC Systeme

Wir empfehlen die Verwendung von Windows 7 oder Windows 8 für unsere aktuellen Produkte. Beachten Sie bitte immer die Systemvoraussetzungen auf der Website und den Produktverpackungen!

Die Nutzung der 64-Bit Variante ist dabei in den meisten Fällen empfehlenswert.