HOFA
Das HOFA-Studio in Karlsdorf zählt seit Jahren zu den renommierten Tonstudios Deutschlands. HOFA steht mittlerweile jedoch für mehr als nur Musikproduktionen, denn man widmet sich seit geraumer Zeit nicht nur dem Bau von Akustikmodulen, bald wird es auch eigens entwickelte PlugIns aus Süddeutschland geben. Ganz nebenbei steht der Name HOFA seit Jahren auch für Ausbildung im Medienbereich. In einer kostenlosen Workshopwoche im Oktober kann man einen Einblick in die Kurse gewinnen und auch wir werden dort zu Gast sein. Genügend Gründe für uns, den Steinbergfans mal etwas näher auf den Zahn zu fühlen.
Was und wer ist HOFA? Erzählt mal ein weng über Eure Geschichte.
Der Grundstein für HOFA wurde vor über 20 Jahren mit dem House of Audio Tonstudio gelegt. Nach und nach kamen dann weitere Bereiche dazu: HOFA-Media (CD & DVD Pressung), HOFA-Training (Fernschule für Recording, Mixing und Musikproduktion), HOFA-Akustik (Module für eine flexible Raumakustik) und jetzt - als jüngstes Mitglied der Familie - HOFA-Plugins . So ist auch die Anzahl der Mitarbeiter von anfänglich zwei auf mittlerweile um die 40 gestiegen. Im Mittelpunkt stand und steht weiterhin immer das weite Feld der Musikproduktion.
Wie sind Eure Studios aufgebaut?
Um die zentrale "Große Aufnahme" mit 120 m² gruppieren sich drei Regieräume mit jeweils 35 m² sowie 3 kleinere Aufnahmeräume, des Weiteren haben wir eine Masteringsuite. Alles ist miteinander verbunden und vernetzt. Unser Ziel war es dabei, eine Top-Produktionsstätte zu schaffen, die aber trotzdem für jeden bezahlbar ist.
Ihr seid neben einem renommierten Tonstudio auch noch ein Ausbildungsbetrieb. Welche Kurse bietet Ihr an und was muss man tun, um daran teilzunehmen?
Bei unseren Fernkursen erfahren Anfänger und Fortgeschrittene alles über Recording, Mixing und Musikproduktion. Natürlich bieten wir auch Einzel- und Gruppen-Workshops, wie jetzt beispielsweise zum zweiten Mal die GRATIS Workshopweek in den HOFA-Studios Mitte Oktober 2010. Wir freuen uns besonders darüber, dass in dieser Woche auch Steinberg offiziell mit eigenen Tutoren und Workshops für die DAWs Cubase, Wavelab und Sequel vertreten sein wird. Anmeldungen hierzu nehmen wir gerne jederzeit über www.hofa-training.de an.
Außerdem bietet ihr auch Akustikmodule - was kann man sich darunter vorstellen?
Aus der Erfahrung in den Studios heraus haben wir ein flexibles, modulares System von Absorbern und Diffusoren entwickelt, das so auch in unsern Studios eingesetzt wird - und das fantastisch funktioniert.
Momentan erlebt Analogtechnik eine kleine Renaissance, Ihr arbeitet allerdings hauptsächlich digital, oder? Erzählt mal, wie Aufnahmesessions bei Euch laufen!
Bei der Aufnahme arbeiten wir auch und gerne analog. So kommen für den analogen Touch unsere Sahnestückchen von API, Avalon, Empirical Labs, Focusrite, Manley, Neve und Urei in der Regel vor der ersten Wandlung zum Einsatz. Einmal "In The Box" bleiben wir aber dann meistens digital - Argumente wie Total Recall oder die sofortige Verfügbarkeit von Projekten sprechen ganz klar dafür.
Ihr benutzt Steinberg-Produkte, welche sind das und wie werden sie bei Euch eingesetzt?
Wir sind in der Tat ziemliche Steinberg Fans - schon seit Atari-Zeiten. In allen drei Regien und der Mastering-Suite kommen beinahe ausschließlich Nuendo, Cubase und/oder Wavelab als Main-DAW zum Einsatz. Auch die hervorragend klingenden VSTis Hypersonic, The Grand und, und, und nutzen wir bei vielen unserer Musikproduktionen.
Haben Steinbergs Programme Euren Workflow verändert?
Klar - alles wurde und wird immer einfacher und schneller, ohne dass die Qualität darunter leidet. Was hätte man vor 20 Jahren für eine Workstation mit den Möglichkeiten von Cubase bezahlt - wenn es damals überhaupt zu kaufen gewesen wäre. Bei uns hat man beim Mix die Wahl zwischen einer großen ADT Konsole mit Tonnen an Outboard oder einer DAW von Steinberg - und meist fällt die Wahl auf Nuendo oder Cubase.
Setzt Ihr zur Klangbearbeitung eher auf Plugins, oder auf analoges Outboard?
Bei digtalen Signalen setzen wir für die Klangbearbeitung meist Plugins ein. Nur beim Mastering und in ganz besonderen Fällen, wie z.B. Re-Rooming oder Re-Amping lohnt sich eine weitere DA-AD Wandlung.
Was sind Eure Lieblingsplugins (gern auch Drittanbieter)
Momentan natürlich der HOFA IQ-Eq [lacht]. Der kommt zwar erst im Herbst auf den Markt, macht den Toningenieuren hier aber das Leben schon um einiges leichter. Ihr Geld wert sind definitiv auch die SSL-Plugins von Waves, das Altiverb und die Sachen von UAD - um nur einige zu nennen. Aber natürlich haben uns auch die neuen Features in Cubase 5 total begeistert - die Integration von Pitch Correction über VariAudio und PitchCorrect, der fantastisch klingende Faltungshall REVerence sowie die Möglichkeiten der neuartigen Tools Loopmash und Groove Agent ONE kommen beinahe täglich zum Einsatz und erleichtern die praktische Arbeit während den Produktionen erheblich.
Welches Effektgerät wird Eurer Meinung nach niemals durch eine digitale Replik ersetzt werden können?
Ein wirklich authentischer Röhrensound oder eine überzeugende Bandsättigung ist nach wie vor schwer zu finden. Aber auch das wird wohl über kurz oder lang kommen.
Welche Musik produziert Ihr am liebsten und warum?
Jeder HOFA-Toningenieur hat natürlich seine eigenen musikalischen Präferenzen. Ob man etwas gerne produziert oder nicht, hängt jedoch meist von anderen Faktoren ab - wie etwa die Qualität der Songs und der Musiker oder ob man intuitiv weiß, wohin die musikalische Reise bei der Produktion gehen soll.
Mit welchem Künstler würdet Ihr gern mal zusammenarbeiten?
Michael Jackson und Elvis sind ja nun leider von uns gegangen und dadurch wird es schwer, sich hier im Team auf einen zu verständigen - zu unterschiedlich sind die Geschmäcker und Vorlieben.
Die Musikbranche klagt seit Jahren über einbrechende Verkaufszahlen, hat sich das auf Euren Studioalltag ausgewirkt?
Nicht wirklich. Es gibt immer die Möglichkeiten, zusammen mit Musikern Songs so zu produzieren, dass sie ihren Platz auf dem Musikmarkt finden. Und da bei vielen Prozessen Erfahrung eine große Rolle spielt, können wir uns über mangelndes Interesse an unseren Leistungen nicht beklagen.
Würdet Ihr heute nochmal ein Studio eröffnen, oder wäre Euch die Lage zu angespannt und ungewiss?
Klar - wir können nur Audio [lacht]. Im Ernst - wer heute in einem Studio arbeitet weiß, dass er eine Menge Herzblut investieren muss und dass das kein "Nine to Five-Job" ist; aber dass ist es uns immer noch jeden einzelnen Tag wert.
Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Spaß beim Produzieren!




















