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Oomph! – Einfach loslegen mit Sequel

Die Industrial Rocker von Oomph! waren schon immer viel unterwegs. 2010 standen bereits Städte wie Prag, Amsterdam, Paris oder Moskau auf dem Tourplan. Damit „on the road“ keine Songidee verloren geht, hat Produzent, Gitarrist und Keyboarder Crap immer einen Laptop mit Sequel 2 dabei. Im Steinberg-Interview erzählt er, welche Überraschungen das kommende Studioalbum parat hält, wie Sequel 2 beim Songwriting zum Einsatz kommt und was die Wolfsburger im nächsten Jahr anders machen möchten.

Crap: "Auf Tour ist Sequel 2 immer dabei"

Hallo Crap, an welchen Projekten arbeitest du gerade?
Ich habe in den letzten Wochen einen Remix für die in Dänemark sehr erfolgreiche Band Nephew angefertigt. Eine wirklich großartige Band, die sicher auch in Deutschland bald von sich hören lassen wird. Zum anderen haben wir gerade einen Remix von der neuen Apocalyptica Single „End of Me“ produziert und arbeiten derzeit an einem Song für die Electronic Sports League (ESL).

Wie weit seid ihr mit dem neuen Oomph! Album?
Wir haben bereits 60 neue Demosongs aufgenommen. Jetzt geht es darum, zusammen mit unserer Plattenfirma eine Vorauswahl zu treffen und zu entscheiden, welche Songs es letztlich auf das Album und die Singles schaffen. In ein bis zwei Monaten geht es dann in unser Studio und wir widmen uns ganz der Produktion.

Wie entstehen Songs bei euch? Arbeitet ihr zu dritt im Proberaum an Ideen oder bastelt jeder für sich an neuem Material?
Lange Sessions im Proberaum gibt es bei uns eher selten. Jeder von uns hat ein kleines Projektstudio zu Hause. Dort arbeiten wir zunächst separat an neuen Stücken. Oft schicken wir uns erste Ideen per E-Mail, kommentieren und ändern die Stücke je nach den Wünschen der anderen. Anschließend schreibt Dero die Texte und nimmt einige Gesangsspuren auf. So entstehen im Vorfeld eines Albums in der Regel 50-60 Songs, von denen wir zusammen mit unserem Management und der Plattenfirma 20-25 auswählen, mit denen wir ins Studio gehen.

Welche Programme kommen bei der Demoproduktion zum Einsatz?
Hier ist Sequel 2 meine erste Wahl. Viele meiner Songs entstehen „on the road“ und da ist es einfach praktisch, immer einen Laptop mit Sequel 2 dabei zu haben. Das Programm ist für mich wie ein digitaler Ideen- und Notizblock, mit dem ich schnell und unkompliziert an neuen Stücken basteln kann. Früher hatte ich Garage Band auf dem Rechner, doch seitdem es Sequel gibt, ist Garage Band überflüssig.

Das Best-of-Album "Truth or Dare"

Welche Features magst du besonders an Sequel 2?
Zum einen klingen die mitgelieferten Instrumenten-Sounds und Loops wirklich hervorragend. Auf dem neuen Oomph! Album werden daher auch viele Sounds aus der Sequel 2 Library und den Sequel Content Sets zu hören sein. Toll ist auch, dass man die Instrumente direkt über die Computertastatur einspielen kann – da kann man sich das Mitnehmen von MIDI-Keyboards sparen. Ein weiterer Vorteil von Sequel ist die einfache Bedienung. Ich schaue mir generell keine Bedienungsanleitungen an und lege einfach los, wenn ich neues Equipment habe. In Sequel sind alle Funktionen in nur einem Fenster untergebracht und dank der MediaBay finde ich schnell die richtigen Sounds. Allgemein muss man sich bei Sequel um nichts kümmern und kann sofort mit dem Komponieren loslegen. Ein weiterer Pluspunkt sind die Live-Pads, mit denen man leicht unterschiedliche Versionen von einem Stück erstellen  kann.

Welche Steinberg-Produkte kommen bei euch noch zum Einsatz?
Ich benutze Sequel 2 für die Ideenfindung und die Demoproduktion. Die Hauptproduktion machen wir dann komplett mit Cubase. Darüber hinaus bin ich ein großer Anhänger der Steinberg-Workstation Hypersonic. Es hat mich natürlich gefreut, dass mit HALion Sonic nun ein Nachfolger von Steinberg präsentiert wurde. Vor allem HALion Sonics Gitarrensounds, Chöre und Drums finde ich sehr gut gelungen. Da sind einige Highlights dabei, die ich sicher für die nächste Oomph! Platte verwenden werde.    

Ihr habt Oomph! 1989 gegründet – also noch bevor Audioaufnahmen mit dem Heimcomputer überhaupt möglich waren. Parallel zu eurer Bandgeschichte hat sich die digitale Musikproduktion rasant verbreitet. Wie hat diese Entwicklung eure Arbeit beeinflusst?
Früher hatten wir natürlich ganz andere Produktionsbedingungen – wenngleich wir von Anfang an auf Steinberg-Produkte gesetzt haben. Unser erster Sequenzer war Steinbergs Pro 24. Als 1989 Cubase erschienen ist, war das eine echte Offenbarung für uns. Wir hatten uns für mehrere Tausend D-Mark den größten erhältlichen Atari gekauft. Der war mit sagenumwobenen 4MB Arbeitsspeicher und einer 40MB Festplatte ausgestattet – ein Novum für die damalige Zeit. Dennoch mussten wir unsere erste Platte noch in einem Fremdstudio aufnehmen. Danach haben wir uns einen digitalen Mehrspurrekorder gekauft und konnten in Verbindung mit dem neuen Cubase zum ersten Mal professionelle Aufnahmen selber anfertigen. Anfangs musste man noch vor jedem Song eine Dreiviertelstunde Verbindungen konfigurieren, Sounds laden, Kanäle definieren usw. Das geht heute natürlich bedeutend schneller, wenn man mit PlugIns und Total Recall arbeitet.

Oomph!: "11. Studioalbum wird elektronischer"

Trauerst du der analogen Zeit dennoch manchmal nach?
Früher hatten wir zwar ein Dutzend Keyboards im Studio, aber die kannte ich wirklich in- und auswendig. Heute gibt es hunderte verschiedener PlugIns die größtenteils erschwinglich sind. Diese Vielfalt, dieses immense Angebot, kann auch erdrückend sein. Man bringt manchmal sehr viel Zeit für das Experimentieren auf und kommt nicht auf den Punkt und verzettelt sich. Man muss erstmal lernen, sich selbst zu limitieren und sagen hier ist Schluss. Aber seien wir mal ehrlich: Was heute mit einem halbwegs aktuellen Laptop, einer guten Host-Software und ein paar PlugIns alles möglich ist, hätte vor 20 Jahren ein halbes Vermögen gekostet. Insofern ist das doch eine tolle Entwicklung, der Kostenvorteil ist enorm.



Ihr spielt seit mehr als 20 Jahren zusammen bei Oomph! und habt euch ständig weiterentwickelt. Ihr habt in Wien das Metallica-Konzert eröffnet, Platz eins der Charts erobert, den Bundesvision Song Contest gewonnen und Auftritte in Russland oder den USA gespielt. Wie sieht die Zukunft von Oomph! aus? Welche Ziele verfolgt ihr in den nächsten Jahren mit der Band?
Wir möchten einerseits europäischer werden. Unser aktuelles Album „Truth or Dare“ ist eine Art englischsprachiges Best-of-Album, mit dem wir Fans erreichen wollen, die die deutschen Texte nicht verstehen. In Griechenland konnten wir damit sogar in den Charts landen. Im nächsten oder übernächsten Jahr folgt dann eine ausgedehnte Europa-Tour. Wir sind auch am Überlegen, ob wir eine größere Veränderung in unserem Live Setup vollziehen und mehrere Live-Musiker mit auf Tour nehmen. Bislang hatten wir den Anspruch, die Songs vom Album 1:1 auf die Bühne zu holen. Eventuell werden wir hiervon nächstes Jahr abkommen.

Welche Neuerungen erwarten uns auf dem kommenden Album?
Das neue Album wird sicher einige Überraschungen für langjährige Oomph! Anhänger enthalten. Es wird elektronischer werden – soviel kann ich schon mal verraten. Die größte Veränderung findet aber definitiv auf Seiten der Texte statt. Wir haben schon immer versucht, der Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten und ein kritischer Beobachter zu sein. Daran wird sich auch nichts ändern, dennoch werden die Texte auf dem neuen Album fast schon einen humorvollen Unterton haben. Gewürzt mit einer Prise Sarkasmus und mit viel Ironie werden wir hier einen neuen Zugang zu den uns wichtigen Themen bieten.

Kannst du uns verraten, welches dein ganz persönlicher Traum als Musiker ist?
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Träume oft nur bis zu ihrer Erfüllung schön sind. Wir hatten 2004 mit „Augen auf“ einen Nummer-Eins-Hit in Deutschland – allerdings zu einer Zeit, in der man mit solchen Platzierungen in den Charts kaum Geld verdienen konnte. Wären wir zehn Jahre zuvor auf Platz eins gewesen, hätten wir jetzt wohl alle einen Ferrari und ein Haus auf Mallorca. Einen Traum habe ich dennoch: Ich möchte bis in das hohe Alter von meiner Musik leben können.

Crap, vielen Dank für das Interview und viel Erfolg bei den anstehenden Projekten!


Website:
www.oomph.de