Cubase, Elektropunk und James Rushent von Does It Offend You, Yeah?
Mit dem Album "You Have No Idea What You're Getting Yourself Into" feierte die vierköpfige Band um Sänger und Producer James Rushent im März 2008 ihr erfolgreiches Debüt. Mit einer Mischung aus Elektro, Dance und Rock schafften es die Jungs aus Reading/England, nicht zuletzt durch ihre energiegeladenen Liveshows, ihr Publikum zu begeistern.
Frontman James Rushent sprach mit Steinberg über seine Arbeit als Co-Producer des neuen Albums von The Prodigy "Invaders Must Die", über die Zukunft von DIOYY? und die Vorteile von Cubase im Recording-Alltag.
Die Songs auf eurem Album "You Have No Idea What You're Getting Yourself Into" vereinen verschiedene Musikstile wie Elektro, Dance und Rock. Wie schreibt ihr eure Songs und was beeinflusst euch beim Songwriting?
Wir interessieren uns für viele verschiedene Musikstile. Es ist immer wieder lustig, wie wenig begeistert einige Leute darüber sind, dass wir von einem Stil zum nächsten wechseln. Aber so sind wir halt. Würden wir bei einem Stil bleiben – zum Beispiel Elektro – würde uns sehr schnell langweilig werden. Deshalb versuchen wir immer, musikalisch in Bewegung zu bleiben. Kunst ist nunmal unvorhersagbar, genauso wie Menschen eben. Wir sitzen nicht zusammen und versuchen zehn Songs zu schreiben, die genau gleich klingen, nur um eine gewisse Kontinuität zu erreichen, damit uns Labels oder Magazine in eine Schublade stecken können. So arbeiten wir nicht. Viele Bands haben zwei gute Songs und acht andere, die mies sind, aber ein bisschen wie die beiden Guten klingen. Wir nicht! Jeder Track, muss ein eigenes Gefühl vermitteln. Das ist eine gefährliche Arbeitsweise, aber hey, irgendjemand muss es ja so machen. Wir schreiben unsere Songs auf viele verschiedene Weisen, den "einen" Weg gibt es dabei nicht. Einige entwickeln sich am Computer oder beim Jammen, andere beim Textschreiben – wie es zu dem Zeitpunkt gerade passt.
Da wir gerade von musikalischen Einflüssen sprechen – wer hatte einen besonders großen Einfluss auf dich?
Wie gesagt, viele Musikstile und Menschen. Es gibt nicht sonderlich viel Musik da draußen, die mir nicht gefällt. Glücklicherweise kann ich in fast allem etwas Positives sehen und nehme daraus dann das, was mir gefällt. Einige Leute mögen ausschließlich Dark Drum ’n’ Bass, Happy Hardcore oder Radiohead. Ich mag von allem etwas.
Wann hast du angefangen Musik zu machen und wann hast du das erste Mal von Cubase gehört?
Ich habe sehr früh mit Musik angefangen. Mein Vater (Martin Rushent) war ein Musikproduzent. Ich hatte das Glück, dass meine Eltern nie gesagt haben, "Such dir einen richtigen Job" oder so etwas. Ich erinnere mich daran, dass ich schon mit 12 Jahren mit einer SSL umgehen konnte. Ich habe mich schon immer mit Musikproduktion beschäftigt, vor allem als ich jünger war. Als man die ersten Musikstücke zuhause bearbeiten konnte, habe ich sofort angefangen, an eigenen Tunes zu basteln. Ich erinnere mich, dass ein Freund von mir Cubase auf dem Atari hatte. Wir haben dann ein bisschen damit gearbeitet. Man, wie gerne würde ich diese Stücke heute hören. Also, das war das erste Mal, dass ich mit Cubase gearbeitet habe, vielleicht 1992? Ungefähr in dem Zeitraum.
The Prodigy haben kürzlich ihr neues Album "Invaders Must Die" herausgebracht und du hast als Co-Producer an der Produktion mitgearbeitet. Wie kann man sich die Arbeit mit The Prodigy vorstellen? Hast du dabei mit Steinberg Produkten gearbeitet?
Ich bin leider nie mit Liam im Studio gewesen, was wirklich eine Schande ist. Ich war gerade auf US-Tour zu der Zeit, deshalb ist alles über das Internet gelaufen. Er sendete mir einige Songteile, einen Gesangpart, ein Riff oder so etwas. Dann fügte ich meinen Teil dazu, ein paar Sounds, Beats, ein bisschen hiervon und davon. Dann sendete ich ihm das Ganze zurück und er fügte auch noch ein paar Teile an und so weiter. Immer hin und her. Ehrlich gesagt hat es sich nicht so richtig real angefühlt. Ich muss sagen, ich bin ein großer Prodigy Fan und habe da in irgendeinem miesen Hotel irgendwo in den USA gesessen und morgens um fünf Uhr an Prodigy Songs gearbeitet. Sehr sehr merkwürdig. Aber Yeah, Cubase ist auch auf meinem Laptop und ich habe es für die Bearbeitung aller Stücke genutzt.
Mit welchen Steinberg Produkten arbeitest du normalerweise? Und was sind für dich aus Produzentensicht die Vorteile der Steinberg Produkte, die du nutzt?
Einige Leute sind manchmal etwas verwirrt. Sie denken, dass eine einfach Bedienbarkeit bedeutet, dass ein Produkt nicht sonderlich gut sein kann. Deshalb wechseln sie zu Programmen, die kompliziert in der Bedienung sind. Ich habe keine Ahnung warum sie das machen. Ich habe das immer so gesehen: Du benutzt das Programm, nicht andersrum. Es soll schließlich dir dienen. Der Grund, warum ich so gerne mit Cubase arbeite, sind die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten. Man kann es nutzen, um schnell eine Idee festzuhalten, als Mastering Programm verwenden oder für viele verschiedene andere Dinge einsetzen. Es klingt einfach super und alles funktioniert. Ok, ich habe merkwürdige "verschenkte Wochenenden" mit anderen Programmen verbracht, aber ich bin immer wieder zu Cubase zurückgekommen. Zurück nach Hause. Ich steh einfach drauf!
Habt ihr Effekte und Instrumente, die ihr besonders gerne für eure Aufnahmen nutzt?
Ja, viele. Den Polyvoks mögen wir wirklich. Das ist ein großartiger Synthesizer und die ganzen Ems Synthesizer da draußen im Netz. Ich glaube, wir haben ungefähr fünf oder sechs davon. Außerdem mögen wir Block Fish, das hat einen guten Sound, dazu noch Altiverb und Speakerphone. Aber wir glauben, dass die besten PlugIns von irgendwelchen Kids im Schlafzimmer gebastelt werden. Die meisten unserer PlugIns sind ohnehin Freeware. Wir verwenden Hi-End Produkte z.B. als Equalizer, aber um mit einem Sound richtig rumzusauen, nutzen wir Freeware.
Was hältst du von Musik im Internet und dem Internet als Plattform, um Musik zu veröffentlichen? Wie stehst du zu Communities wie MySpace?
Dazu habe ich erst vor einigen Tagen einen Blog auf unserer MySpace Seite gestartet. Ich denke, dass die Musikindustrie sich damit abfinden muss, dass nicht mehr alles eitel Sonnenschein ist. Das Internet und die Downloadmöglichkeiten haben es für Bands noch schwieriger gemacht, von ihrer Musik zu leben. Ich glaube, dass ihr das auch merkt. Gleichzeitig glaube ich aber, dass es eine Menge neuer Dinge ermöglicht. Bands haben jetzt die Möglichkeit, direkt mit ihren Fans in Kontakt zu treten und nicht nur durch irgendwelche Magazine, die vieles beschönigen. Das Internet hat hier komplett neue Möglichkeiten eröffnet. Ich glaube, dass das großartig ist. Ich rede sehr häufig mit Fans im Internet über die verschiedensten Themen. Vieles von dem, was wir auf unserem neuen Album sagen, wird den "Plattenbossen" nicht gerade gefallen. Aber hey, wir machen nicht Musik damit irgendjemand befördert wird. Wir machen das für uns. Deshalb werden wir sagen, was wir sagen wollen.
Wie sehen die Zukunftspläne von Does It Offend You, Yeah? aus? Können wir in naher Zukunft mit einem neuen Album rechnen?
Ja, das neue Album kommt demnächst raus. Wir sind gerade am Ende der Aufnahmen, danach starten wir mit dem Mixen. Dann geht’s zurück "on the road". Ich hoffe, ich sehe euch alle dort!
Vielen Dank James, dass du dir die Zeit genommen hast für dieses Gespräch!
Does It Offend You, Yeah? auf MySpace: www.myspace.com/doesitoffendyou


