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Emil Bulls

Von Eckhard Doll, 9. Januar 2015

Mitte der 90er wurde die Alternative-Metal-Band "Emil Bulls" in Bayern gegründet und konnte sich seitdem sehr beständig neue Fans und immer höhere Chartpositionen erspielen. Das Thema Digital Audio Workstation (DAW) steckte damals noch in den Kinderschuhen. Ich hatte die Gelegenheit, mit dem Gründungsmitglied und Sänger/Gitarristen Christoph von Freydorf und ihrem Mixing-Engineer Flo Novak zu sprechen.

Christoph, euer erstes "richtiges" Album wurde nach einer kleinen Eigenproduktion und einer EP im Jahr 2000 aufgenommen. Habt ihr von Anfang an auf eine DAW-Lösung gesetzt oder liefen die ersten Produktionen noch klassisch über Mischpult und Bandmaschine?

Unsere erste Platte "Monogamy" haben wir noch komplett analog auf Band aufgenommen. Bei der zweiten Platte "Angel Delivery Service" war es dann schon eine Mischung aus Band, Mischpult und DAW. Seit 2003 und dem Album "Porcelain" arbeiten wir ausschließlich mit der Kombination DAW, Mischpult und Outboard-Geräten. Das Band nutzen wir höchstens noch in der Summe für den beliebten Sättigungseffekt analoger Bänder.

Seit wann arbeitet ihr mit Cubase und warum?

Wir arbeiten seit 2005 ausschließlich mit Cubase. Ich war vorher Logic-Nutzer und habe bei dem Album "The Southern Comfort" durch unseren Produzenten Cubase kennen und lieben gelernt. Cubase hat mir sofort gefallen denn die logische Übersicht, Handhabung und Stabilität ermöglichen einen sehr schnellen Workflow. Außerdem habe ich in den letzten Jahren beobachten können, dass Cubase sich dort weiterentwickelt wo andere stehenbleiben.

Hat sich eure Arbeitsweise durch Cubase im Allgemeinen oder durch bestimmte Features im Besonderen stark verändert?

Wie oben schon erwähnt, hat sich der komplette Workflow massiv verbessert und am Ende ist das das Wichtigste, denn dadurch wird die Kreativität nicht durch den Faktor Zeit gebremst oder gehemmt.

Gibt es etwas, was wir mit Cubase unbedingt noch umsetzen müssen?

Unser Mixing-Engineer Flo Novak arbeitet und produziert ebenfalls auf Cubase und bezeichnet sich selbst schon als perfekter Vertreter für Steinberg. Ich übergebe an dieser Stelle mal an ihn, weil wir tatsächlich erst neulich über eine Verbesserungsidee geredet haben…
[Flo] Eine deutlich tiefere Integration von Vocalign Pro wäre sehr interessant, da dieses Feature jedem Vocal-Produzenten viele Stunden Editierarbeit ersparen kann. Die Resultate bei der Arbeit z.B. in Pro Tools erreichen eine Genauigkeit, die mit dem Editieren per Hand nicht machbar ist. Im Augenblick muss man in Cubase die Spuren in Echtzeit nach Vocalign überspielen und die bearbeitete Datei bouncen und wieder importieren. Bei der Konkurrenz wird der Prozess genau wie bei einer Normalisierung o.ä. in das Event geschrieben. Das geht einfach unglaublich schnell und man muss nicht weiter drüber nachdenken.

Ich habe in den letzten Jahren beobachten können, dass Cubase sich dort weiterentwickelt wo andere stehenbleiben […] die logische Übersicht, Handhabung und Stabilität ermöglichen einen sehr schnellen Workflow.

 

Wie sieht euer Setup aus? Arbeitet ihr noch viel mit Outboard-Gear oder eher "in the box" mit vielen Plug-ins?

Wenn wir Demos produzieren arbeiten wir bis auf den Gesang komplett "in the box". Tools wie HALion oder die vielen internen Effekte ermöglichen es einem, sehr schnell zum Ziel zu kommen und liefern eine Qualität, die absolut up-to-date ist. Im Studio nutzen wir dann zusätzlich noch analoges Outboard Gear und wechseln von Simulatoren auf analoge Bass- und Gitarren-Amps.

Das neue Album "Sacrifice To Venus" ist im August 2014 erschienen. Würdest Du sagen, dass es sich dabei um klassisches "Emil Bulls"-Material handelt oder mussten sich die Fans auf einige Überraschungen einstellen?

Unser Album ist am 8. August 2014 erschienen und stieg auf Platz 6 in die deutschen Charts ein. Es ist das erste Top-Ten-Album der Band und dementsprechend groß ist die Freude bei uns. Wir waren von Anfang an eine Band, die zwar immer nach "Emil Bulls" klingt, sich aber nie wiederholt. Daher findet man sicher einige Überraschungen, die meiner Meinung nach aber durchweg positiv aufgenommen wurden. Es ist auf jeden Fall das härteste Bulls Album ever!

Neben den Festival-Auftritten im vergangenen Sommer und dem erfolgreich absolvierten ersten Teil der Club-Tour im Herbst, stehen für dieses Jahr wieder viele Auftritte auf dem Plan. Arbeitet ihr live mit Laptop und Cubase, um Samples und andere Backing-Tracks einzuspielen?

Wir haben in der Vergangenheit mit einem Alesis HD24 gearbeitet. Die Handhabung dieses Gerätes ist aber leider sehr kompliziert und veraltet. Seit dieser Saison feuern wir unsere Backing-Tracks mit Cubase ab, da es viel unkomplizierter und übersichtlicher ist. Einfach die einzelnen Tracks per Midi-Befehl über Pad oder Keyboard ansteuern und ab geht`s…

Vielen Dank für Eure Zeit!

Für mehr Informationen über Emil Bulls finden Sie unter: www.emilbulls.de