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Septicflesh – Cubase-User von Anfang an

Von Eckhard Doll, 13. September 2017

Septicflesh haben sich 1990 gegründet und gehören heute zu den wichtigsten Dark/Gothic Metal-Bands Griechenlands. Die Band hat gerade ihr neues Album “Codex Omega” veröffentlicht und ist dabei ihre neue Tour zu planen. Trotzdem hat Gitarrist Christos Antoniou sich die Zeit genommen, uns einige Fragen über die Band und ihren Aufnahmeprozess zu beantworten.

Christos, vielen Dank, dass du uns etwas von deiner kostbaren Zeit schenkst! Wie sind die Aufnahmen gelaufen?

Großartig! Wir waren sehr auf den Kompositionsprozess konzentriert. Jeder von uns hat zunächst in seinem eigenen Home-Studio gearbeitet. Nach der Auswahl der Songs haben wir die Metal-Parts im Gravity Studio in Athen aufgenommen und parallel dazu habe ich an der Orchestrierung gearbeitet. Im Dezember bin ich nach Prag gefahren, um mit dem FILMharmonic Orchestra Aufnahmen zu machen. Das gesamte Material dieser Session wurde an Jens Bogren zum mischen und mastern geschickt. Alles lief perfekt, wir haben den gesamten Prozess genossen, unser Bestes gegeben und sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Dies war die vierte Kollaboration mit dem FILMharmonic Orchester seit der Neugründung der Band 2008 nach einer längeren Pause. War die Integration symphonischer Elemente eine natürliche Weiterentwicklung für dich und die Band, mit der jedes Mitglied einverstanden war?

Das Orchester ist unser fünftes Bandmitglied. Seit unserem Album “Communion” (2008) hat es seine große Bedeutung. Wir sind auch alle Fans von Soundtracks und moderner Klassik und diese Einflüsse erlauben uns, mit symphonischen Elementen zu arbeiten.

Kannst du dich erinnern wann du das erste Mal Cubase verwendet hast?

Ich denke das war Mitte der 90er. Wir waren sehr enthusiastisch als wir es entdeckt haben. Cubase hat uns so viele neue Möglichkeiten für das Recording und den Kompositionsprozess eröffnet. Wir sind seit damals dabei geblieben.

Was sind die Gründe, warum du Cubase so viele Jahre treu geblieben bist? Gibt es spezielle Features, die dir besonders gefallen?

Für mich sind die besten Features die MIDI-Templates und die Nutzung von VST-Instrumenten. Ich bin ziemlich anspruchsvoll, was meine MIDI-Umgebung angeht und die Cubase MIDI-Templates geben mir exakt das, was ich möchte. VST-Instrumente sind ein Muss für meine Kompositionen. Ich habe meine eigenes Orchester- und Synthesizer-Setup, das ich jederzeit laden kann und das bedeutet eine immense Zeitersparnis! Zusammen mit den MIDI-Features versuche ich es so realistisch klingen zu lassen wie möglich, auch wenn es nur für ein Demo ist.

Es gibt heute massenhaft guter Orchester Sample-Libraries und VST-Instrumente und trotzdem entscheidest du dich noch immer für die echte Variante, auch wenn dies einen enormen finanziellen und logistischen Aufwand bedeutet. Warum tust du das?

Sample-Libraries sind heute schon sehr weit entwickelt und ich bin mir sicher, dass ihre Evolution nie enden wird, aber ein echtes Symphonieorchester ist einfach nicht zu übertreffen. Die Wärme, die Klangfarben und die unbegrenzten Möglichkeiten, die ein echtes Orchester bietet, sind einzigartig. Wir freuen uns, den Luxus zu haben mit einem echten Orchester aufnehmen zu können. Labels stellen uns das Budget zur Verfügung und wir nutzen es für diese einzigartigen Resultate.

Wie entsteht ein Septicflesh Song? Geht ihr erst mal zusammen in den Proberaum und komponiert als Team mithilfe der guten alten Gitarre oder sind die symphonischen Elemente von Anfang an Teil des Prozesses?

Wir sind drei Hauptkomponisten und nutzen in erster Linie zwei Varianten. Meine Band-Kollegen geben mir Ihre Songs und ich orchestriere sie und füge meine Ideen hinzu oder ich gebe Ihnen mein orchestrales Gerüst und sie ergänzen die Metal-Parts. Während des Songwriting-Prozesses machen wir in der Regel keine Proben. Das Proben kommt später.

Nutzt du während des Kompositionsprozesses Sample-Libraries und VST-Instrumente, um auszuprobieren wie diese Elemente in den Song passen?

Ja, ich habe ein Template, das so gut wie alles abdeckt. Aber ich behalte immer im Hinterkopf, dass ein echtes Orchester diese Musik spielen wird. Es ist eine andere Welt und man muss genau wissen, wie die Musik mit einem Orchester klingen wird.

Kannst du etwas näher darauf eingehen welche Rolle Cubase bei der Entstehung eures letzten Albums gespielt hat?

Wir haben Cubase während des gesamten Kompositions- und Pre-Production-Prozesses verwendet. Von MIDI-Orchestrierung und –Programmierung bis zur Aufnahme von Gitarre/Bass und dem Ausarbeiten der Song-Struktur.

Euer Drummer Krimh lebt in Österreich und ich vermute, er kann nicht die ganze Zeit bei euch sein. Habt ihr schon mal VST Connect und VST Transit verwendet, um Aufnahmen zwischen Österreich und Griechenland auszutauschen?

Nein, wir haben bislang die traditionellen Methoden verwendet, wie etwa das Hochladen unserer Ideen zu einem File Transfer Service und von dort arbeiten wir in unseren Home-Studios weiter.

Wie geht ihr mit all den zusätzlichen Instrumenten und Stimmen auf der Bühne um? Arbeitet ihr mit Playbacks oder versucht ihr live so viele orchestrale Elemente wie möglich zu reproduzieren?

Wir verwenden ein oder zwei Stereo-Kanäle von der finalen Mischung des Albums, um das Orchester als Playback auf der Bühne zu reproduzieren. Leider gibt es keine andere Möglichkeit. Aber wir verwenden Stereo-Waves, kein Mono, um die besten Ergebnisse zu erzielen.

Ist Cubase Teil dieses Live-Setups?

Natürlich! Wir steuern die Gitarrensounds (Rhythmus, Lead, Effekte etc.) sowie unsere gesamte Lightshow über MIDI-Automation in Cubase.

Ich hoffe, wir können euch dieses Jahr wieder live erleben? Was sieht eure Planung diesbezüglich aus?

Auf jeden Fall. Wir spielen überall, um “Codex Omega” zu promoten und werden für unser Publikum das Beste geben. Bislang haben ist eine Tour durch Lateinamerika im Oktober/November bestätigt. Wir sind auch in Gesprächen für weitere Touren in Europa und Nordamerika.

Christos, vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast! Wir wünschen euch viel Erfolg mit dem neuen Album.

Vielen Dank für das Interview!