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The voice of electronic music

Interview mit Amba Shepherd

von Markus Thiel – 13 Juli 2018

Selbst wenn einem der Name Amba Shepherd bisher noch nicht geläufig sein sollte, so sollte man doch zumindest ihre Stimme wieder erkennen. Mit Tracks wie “Apollo” oder “U Are” kann die Australische Künstlerin bereits auf einen beachtlichen Katalog internationaler Kollaborationen zurückblicken. Dabei lieh sie bereits internationalen Künstlern wie Hardwell, Porter Robinson, Paul Oakenfold, Moguai oder Tiësto ihre unverwechselbare Stimme und verzauberte mit ihren Lyrics Millionen von Menschen rund um den Globus.

Nach zwei IDMA-Nominierungen in der Kategorie “Best Feature Vocalist” und “Best Progressive House Track”, wurde Amba 2017 von Entertainment Weekly US zum “Top Emerging Artist” gekürt. So ist es auch kein Wunder, dass Produzenten wie Hardwell, Afrojack oder Martin Garrix mittlerweile mit konstanter Regelmäßigkeit Ambas Toplines für ihre Tracks anfragen. Darüber hinaus fand Amba mit ihrem Label Superrlativ 2017 schließlich auch noch die Zeit, mit Songs wie dem Titel “Wide Awake & Dreaming” noch schnell eine Solo-Karriere zu starten.

Neben ihrem großen Erfolg in der internationalen Szene der Elektronischen Musik, deuten zudem mehr als 50 Millionen Views auf YouTube, 350.000 Hörer auf Spotify – pro Monat, drei iTunes Nummer-eins-Hits sowie 10 Top-Ten Platzierungen auf Beatport und 385.000 Follower auf Facebook, Twitter und Instagram darauf hin, dass Amba aus der Szene eigentlich gar nicht mehr wegzudenken ist. Rechnet man alles zusammen, ergeben sich in jedem Fall mehr als eine Million Gründe, sich mit der von DMC World zur “Number One Voice On Today‘s Dancefloor” ernannten Künstlerin einmal näher über ihre raketengleiche Karriere und vor allen Dingen über ihre Musik zu unterhalten.

Wer hat dich ursprünglich dazu inspiriert Musik zu machen?

Mein Vater ist Musiker, daher gehörten für mich Klassik und Jazz von Haus aus schon immer zum Leben dazu. Musik war von jeher ein wichtiger Teil meines Lebens, das fing bei Chor- und Bandproben an und ging über Tanzstunden und Schulferienprojekte bis hin zu Musiktheater-Aufführungen. Musik war eigentlich schon immer so ziemlich das Einzige, was mich wirklich glücklich gemacht hat. Ich liebe das Schreiben, Singen und Auftreten, es fordert mich heraus und erweitert dabei stetig meinen Horizont an Fähigkeiten. Dabei fühle ich mich einfach lebendig.

Wer brachte dich schließlich in die EDM und Elektronische Musik Szene? Wie hast du deinen Weg ins Business gefunden?

Mein Debüt hatte ich im Jahr 2010 mit der Single „I Believe“, eine Kooperation mit dem ebenfalls aus Australien stammenden Artist Nick Galea. Der Track schoss innerhalb kürzester Zeit auf Platz 2 der ARIA Club Charts und hielt sich dort zwischen 8 bis 10 Wochen. Das war wirklich total aufregend – ein riesen Erfolg! Dieses Erlebnis gab mir eine ordentliche Portion Selbstvertrauen und eröffnete mir letztlich die Möglichkeit meine Kunst zum Hauptberuf zu machen. Die Zusammenarbeit mit Nick kam darüber zustande, dass ich über eine seiner früheren Platten auf seine herausragenden Fähigkeiten als Produzent aufmerksam wurde. Ich schrieb ihn schließlich einfach an, ob er vielleicht an einer Kollaboration interessiert wäre und er schickte mir prompt einen Track zurück zu dem ich die Toplines beisteuern sollte. Am Ende wurde der Titel über das australische Label One Love, eine Sony-Tochter, herausgebracht – das lief wirklich alles wie geschmiert.

Was würdest du als deine größten musikalischen Einflüsse bezeichnen?

Oh, das ist schwierig zu beantworten. Musikalische Einflüsse sickern ja oft einfach in einen hinein, ohne dass man die Auswirkungen dabei so richtig vorhersagen kann. Ich habe wirklich viele Lieblingskünstler. Einer meiner absoluten Helden ist und bleibt Michael Jackson. Seine Verletzlichkeit als Künstler, seine Bühnenpräsenz, sein Sinn für Melodien und seine allumfassende Hingabe haben einen wirklich großen Einfluss auf meine musikalische Entwicklung gehabt.

Wie gehst du an das Schreiben von Musik heran?

Wenn ich beispielsweise einen Track von einem Produzenten oder einer Plattenfirma erhalten habe, importiere ich sie zunächst in Cubase. Dann schalte ich eigentlich nur noch mein Mikro an und beginne zum Track passende Topline-Melodien zu ergänzen.

Verlässt du dich beim Komponieren noch auf irgendein Instrument?

Ich verlass mich eigentlich nur auf meine Stimme. Es ist alles reine Improvisation.

Erinnerst du dich noch daran, als du deine Stimme das erste Mal selber in einem Club gehört hast?

Ich glaube das war zusammen mit dem britisch-kanadischen Künstler Lazy Rich im Candy’s Apartement, einem kleinen Club in Sydney irgendwann 2012! Ich hatte eine Single mit Porter Robinson namens „Vandalism“ aufgenommen, die plötzlich jeder in der Dubstep-Szene spielte.

Was ist dein Lieblingsequipment im Studio?

Cubase und mein Studio Projects C1 Mikrofon! Meine Lieblingskombi!

Hast du ein spezielles Tool oder Feature in Cubase, das dir besonders gefällt und das einen großen Einfluss auf deinen Workflow hat?

Beim Vocal-Editing bin ich ein großer Fan des integrierten VariAudio-Features. Ich habe schon so viele ähnliche Tools ausprobiert, darunter das in Logic Pro und auch Melodyne, aber VariAudio ist diesen Lösungen einfach überlegen. Es ist so ungemein benutzerfreundlich, intuitiv und akkurat.

Neben der Tatsache, dass du über die letzten Jahre mit so vielen ausgezeichneten Menschen aus der Szene zusammenarbeiten durftest, hast du mittlerweile aber auch die Zeit gefunden, über ein eigenes Label ein paar wirklich coole Solo-Tracks zu veröffentlichen. Dürfen wir davon in Zukunft mehr erwarten?

Ja! Nachdem meine Kooperationen mit anderen Künstlern einen sehr konstanten Erfolg nach sich zogen, hatte ich irgendwie das Bedürfnis auch meiner eigenen künstlerischen Stimme einen Raum zu geben. Der Zuspruch den ich darauf hin für die auf meinem Label Superrlativ veröffentlichten Tracks erhielt, hat mich wirklich komplett umgehauen. Ich empfand es schon als ein wenig riskant aus dem Bisherigen auszubrechen und einfach mein eigenes Ding zu machen, aber der flächendeckende Support von DJs, Radiostationen und in den Blogs war wirklich unglaublich, wofür ich immer noch extrem dankbar bin. Aktuell arbeite ich neben einigen Kollaborationen bereits an ein paar neuen Singles sowie meiner kommenden Live-Show.

Besuchen Sie Amba Shepherd unter www.ambashepherd.com.