Steinberg Media Technologies GmbH

Creativity First

Frankenstraße 18 b
20097 Hamburg

Tel: +49 (0)40 210 35-0
Fax: +49 (0)40 210 35-300

True Movie Sonics – Interview mit Sounddesigner Robert Dudzic

Von Markus Thiel, 6. Juni 2018

Robert Dudzic gilt aktuell zweifelsohne als einer der angesagtesten und zugleich kreativsten Köpfen der Sound Design Branche. Seine Arbeiten bereicherten bis dato bereits zahlreiche erfolgreiche Hollywood Filme namhafter Produzenten mit ihrer individuellen klanglichen Handschrift. Zu seinen Spezialitäten gehört außerdem die Umsetzung einmaliger auf Blockbuster-Trailer zugeschnittener Klangkreationen für Titel wie "Transformers", "Avengers",
"The Amazing Spiderman", oder aktuell "Ready Player One".

In jüngster Zeit sorgte Robert aber auch mit seinen außergewöhnlichen “Behind the Scenes”-Dokumentationen, in welchen er einem breiten Publikum via Facebook und YouTube einen profunden Einblick in seine ungewöhnliche Arbeit gewährt, für einiges an internationalem Aufsehen.

Darüber hinaus produzierte der bereits vor über 25 Jahren von Polen in die U.S.A. ausgewanderte Autodidakt mit "Cinema Sound Tools", "Trinity HDFX" und "Raid" drei wirklich unfassbar erfolgreiche Sound-Libraries. Während das erstgenannte von Warner Chappel vertriebene Paket sich speziell an TV-Produktionsunternehmen wie etwa NBC, CBS, ABC, Disney, SKY und HBO richtet, zielt "Trinity HDFX" explizit auf die Bedürfnisse von Radioproduktionen ab. Das Movie Trailer Paket "Raid" erweiterte die Klangdimensionen unterdessen bereits in Kinofilmen wie "Deadpool", "Mission Impossible" und "Black Panther".
 

Welche Mikrofonsetups nutzt du normalerweise auf der Jagd nach neuen Sounds?

Für das Hauptsignal setze ich in der Regel auf ein Røde NTG-3 mit Pistolengriff, welches ich direkt auf die entsprechende Klangquelle richte. Zusätzlich kommen dann noch mindestens zwei seitlich positionierte Mikrofone für Ambient-Signale zum Einsatz. Das hat sich als wirklich praktisch erwiesen, vor allem logistisch, da ich ja meistens alleine unterwegs bin um eine relative Kontrolle über die Umgebung in der ich mich bewege sowie ungewollte Nebengeräusche zu haben. Im Studio addiere ich für gewöhnlich noch einen ganzen Schwung NT-6 um mit diesen wirklich alle möglichen Facetten des Raumklangs einfangen zu können. Meistens sind so im Minimum fünf Mikrofone ergänzt um zwei Kontaktmikrofone im Einsatz.

Hast du immer schon ein konkretes Konzept für die Sounds die du aufnehmen willst im Kopf?

Meistens, ja! Vor kurzem habe ich einige Sounds für einen Trailer aufgenommen von denen ich mir zum einen eine gewisse Subtilität und zum anderen eine durchdringende Intensität versprach. Das Ergebnis sollte in der Lage sein selbst in einem Nebenraum trotz geschlossener Türe noch Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Für diesen Zweck kreierte ich schließlich ein paar ausgesprochen hochfrequente Sounds. Meine Grundidee basierte auf der Tatsache, dass schlussendlich nicht jeder den fertigen Trailer auf einem perfekten Home-Cinema System genießen würde, in welchem man die Zuschauer dann mit einer Menge Subbass durchrütteln könnte. Wenn man bedenkt, dass viele Menschen sich Trailer mittlerweile auf kleinen Geräten in der Küche ansehen, sollte man herkömmliche Herangehensweisen grundlegend überdenken. Und genau das ist der Grund warum diese High-Pitched Sounds letztlich so perfekt sind! Du musst es dir vorstellen wie diesen inneren Sound den du erwartest, wenn du so richtig was auf den Kopf bekommen hast – ganz kurz bevor du ohnmächtig wirst.

Oft mische ich dann genau solche Sounds auf subtile und unaufdringliche Art unter andere, so dass das die Zuschauer schließlich nach Ansicht des finalen Trailers überhaupt nicht mehr wirklich benennen können, was letztlich ihre Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat.

Viele deiner Arbeiten erwecken den Anschein, dass Reverse Samples bei dir eine wirklich große Rolle spielen...

Ja, tatsächlich. Wenn man beispielsweise zwei Metallstangen gegen einander schlägt, erhält man ein einzigartiges hochfrequentes Klirren, was für meine Zwecke von der Dauer her allerdings viel zu kurz ist. Um dieses Sample nutzen zu können drehe ich es nicht nur herum, sondern bearbeite es zusätzlich mit dem in Cubase Pro integrierten Time-Stretching-Tool um es auf die erforderliche Länge zu strecken. Dabei versuche ich einen Punkt zu erwischen an dem das Signal trotz Verlängerung immer noch natürlich klingt. Ich selbst nenne dieses Feature im Übrigen gerne „Play Doh“, weil es sich genauso gut anfühlt wie das Spielen mit Knetmasse.

Hinter jedem Sound den ich kreiere steckt zudem eine Geschichte, was letztlich auch der Grund dafür ist, dass für mich so etwas wie Zufall bei meiner Arbeit überhaupt keine Rolle spielt. Ich kann mir vorstellen, dass sich einige Leute schon etwas wundern, aus welchen Gründen ich jetzt genau diesen oder einen anderen Sound sampel. Wenn ich diesen dann aber erst einmal gedreht und auf die richtige Länge gedehnt habe, ergibt auf einmal alles Sinn!

Wie kann ich mir deine tägliche Arbeit in Bezug auf die Kooperation mit Cuttern und Filmkomponisten vorstellen? Wie stark unterscheiden sich eure Arbeitsabläufe?

Normalerweise bekomme ich alle in einem Projekt enthaltenen Kompositionen natürlich vorab. Heutzutage arbeiten die meisten Filmkomponisten mit einer hybriden Technik basierend auf einem klassischen Orchester-Part welcher dann bei der Produktion um weitere speziellere Sounds ergänzt wird. Dabei kommt eigentlich dann immer die gleiche bewährte Blaupause bestehend aus "Einleitung", "Breakdown", "Höhepunkt", "Breakdown", "Riser" und "Schluss" zum Einsatz. Es ist eine ganz einfache Formel, welche, wenn man mal genau hinhört, eigentlich von jedem in der Branche mehr oder weniger eingesetzt wird. Selbst Trailer Cutter bestehen auf diese Form, weil es eben genau das ist, was man erwartet.

Als Sound Designer habe ich zu meinen Kompositionen einen komplett anderen Zugang, denn sie beruhen eben nicht auf Musik sondern auf Sound Design. Wenn ich Scapes und Rhythmus Patterns aus verschiedensten Elementen wie zuschlagende Türen oder metallischem Rasseln zusammenbaue, stelle ich immer wieder fest, dass Cutter so etwas hoch inspirierend finden. Auf diese Weise entstehen ganze Szenen die am Ende perfekt auf meine Kompositionen zugeschnitten sind.

Wenn du ein auf Sound Design basierendes Stück komponierst, wird es immer einzigartig, selbst wenn du klassische Sounds wie ein Cello verwendest. Um ehrlich zu sein, ich habe absolut keine Ahnung wie man Cello spielt. Schau dir diese ganzen Synthesizer in meinem Studio an, denkst du, dass ich die alle spielen kann? Die Antwort ist: nein! Für mich ist es völlig unwichtig zu wissen wie man die richtigen Töne auf all diesen Instrumenten trifft. Die Tatsache, dass ich keine Noten lesen kann und nie gelernt habe ein Instrument auf die richtige Art zu spielen, versetzt mich ja gerade erst in die privilegierte Lage jenseits aller Musikalischer Dogmen etwas völlig Neues zu kreieren. Das ist echte Freiheit! Damals in Polen habe ich an der Musikschule ein Jahr lang versucht Schlagzeug zu lernen bis sie mich am Ende rausgeschmissen haben. Man sagte mir, dass nichts von dem was ich da machen würde irgendetwas mit Musik zu tun hätte. Ich denke, dass sie auf der einen Seite mit ihrem Urteil nicht so ganz falsch lagen, auf der anderen Seite hat die Musikschule im Gegensatz zu mir nicht überlebt und ich verdiene mit Musik mittlerweile meinen Lebensunterhalt. Irgendwas muss ich am Ende also doch richtig gemacht haben!

Für dich war es also ein riesiger Glücksfall diese ganzen musikalischen Regeln nie verinnerlicht zu haben.

So etwas wie Regeln gibt es für mich nicht! Vielen Musikern muss es wie ein Naturgesetz vorkommen, dass man Isländische nicht zusammen mit Chinesischen Instrumenten einsetzt. Mir ist das einfach komplett egal! Wenn ich einen bestimmten Sound im Kopf habe kombiniere ich halt Afrikanische Trommeln mit Percussion-Elementen aus Pakistan und ergänze das Ganze mit einer Holzkiste oder vielleicht sogar mit Löffeln und Gabeln. In meinem kommenden Video, "How I Do What I Do Part 3", werde ich den Leuten zeigen wie ich Banjo mit Stöcken spiele. Wenn man Banjo nicht so spielen kann wie andere Menschen, heißt das ja noch lange nicht, dass man es überhaupt nicht kann.

Man muss einfach seinen eigenen Weg finden! Was die Leute letztendlich an dem fertigen Sound lieben werden ist die Tatsache, dass es sich genau wie ein Banjo anfühlt aber eben ohne die herkömmliche Spieltechnik zu verwenden. Was sollte falsch daran sein eine Geige mit einem Elektrorasierer zu spielen? Gar nichts!

Wie wichtig ist es für deine Arbeit möglichst viele Mikrofonsignale zur Verfügung zu haben?

Abgesehen vom Shotgun-Mikrofon welches die Mitte des Klangs abbildet, bedeutet für mich jedes weitere Mikrofon das ich aufstelle eine neue Farbe und Perspektive des Sounds. Wenn ich das Rasseln meiner Türklinke einfangen möchte klingt das je nach Hör-Position sehr unterschiedlich. Wenn ich mein Ohr direkt auf das Holz der Tür lege, lassen sich Klanganteile wahrnehmen die bereits wenige Schritte von der Tür entfernt nicht mehr zu hören sind. Nun stell dir vor was passiert wenn man diesen Sound mit den Signalen der vielen anderen Mikrofone, von denen zum Beispiel auch eins Hinter der Tür steht, zusammenmischt. Das Ergebnis ist ein fetter und facettenreicher Sound jenseits des Gewöhnlichen. Du wirst immer noch wissen, dass es sich um eine sich schließende Tür handelt, aber die Wirkung ist eine komplett andere.

Du nimmst also quasi so etwas wie ein akustisches Durchschreiten des Objekts selbst auf.

Genau! Beispielsweise habe ich mal den Eject-Mechanismus eines DVD-Slotin-Drives mit einem Kontaktmikrofon abgenommen. Das eingefangene Signal besteht isoliert aus einer ungemein bizarren hochfrequenten Textur, die das menschliche Ohr normalerweise nicht wahrnimmt. Wenn man es das erste Mal hört bekommt man den Eindruck, dass es sich dabei bereits um ein moduliertes Signal handeln muss. Es ist aber nichts anderes als ein pur abgenommenes Signal, dessen Anteil im Prinzip schon immer in dem Sound enthalten ist, den wir mit einem DVD-Eject-Mechanismus verbinden. Es ist sozusagen ein herausgelöster kleiner Stein im Klanggefüge.

Nach deinen Beschreibungen klingt es so, als würden die eigentlichen Aufnahmen samt Vorbereitung einiges mehr an Zeit benötigen als letztlich der Prozess der Postproduktion. Wie sieht dein gewöhnlicher Workflow aus?

Egal was ich aufnehme, am Ende landet alles in Cubase. Nach Aufnahme, Time-Stretching und Sampledrehung kommt das, was ich das Lego-Stadium nenne. In dieser Phase beginne ich mit meinen Bausteinen zu spielen. Die Sammlung neuer Sounds ist tatsächlich der zeitintensivste Teil meiner Arbeit, für den ich mir mehrere Monate vor allem in der Sommerzeit reserviere.

Ich habe den Verdacht, dass du generell kein Freund der Fix-It-In-The-Mix-Mentalität bist...

Nur wenn es darum geht verschiedene Mikrofonsignale ineinander zu mischen. Ich versuche es aber eigentlich immer schon beim ersten Mal – also bei der Aufnahme – richtig zu machen. Da gibt es aber auch noch einen praktischen Grund den Sound nicht zu sehr zu bearbeiten: der Cutter des Trailers der meine Sounds mit anderen musikalischen Bausteinen kombinieren wird. Wenn du deine Arbeit überproduziert ablieferst, machst du es dem Cutter unnötig schwer und er wird sich am Ende gegen deine Sounds entscheiden. Nicht zu vergessen: auch Trailer- und Filmmusik wird nach dem Mixdown gemastert, was noch mehr EQing und Kompression für das Audiomaterial bedeutet. Aus diesem Grund fasse ich bei der Arbeit nie einen einzigen EQ an.

Es klingt so als würde deine private Library kontinuierlich wachsen. Ich tippe das benötigt ein hohes Maß an Organisation um nicht den Überblick zu verlieren.

Oh, ja! Aktuell habe ich so etwa an die 3 TB bearbeiteter Sounds unterteilt in zahlreiche Kategorien wie Glocken oder Türen sowie Spezialrubriken wie etwa mit Geigenbogen gestrichenes Metall. Kürzlich habe ich meinen Faible für Mittelaltersounds entdeckt, denn ich liebe Mittelalterfilme.

Du hast auch Content bei einigen sehr erfolgreichen kommerziellen Libraries beigesteuert.

Vor sieben Jahren habe ich ausgehend von einigen Samples ein ziemlich cooles Sound Design für eine Kontakt Library namens "Damage" gemacht, welche von Heavyocity und Native Instruments produziert wurde. Glücklicherweise avancierte das Paket in kürzester Zeit zu einem internationalen Studiostandard für Special Effects welcher mittlerweile bei einer Vielzahl von Filmen zum Einsatz kam und über die Zeit echte Berühmtheit erlangte. Hätte ich für jeden Sound den ich daraus in den vergangenen Jahren in einer Produktion gehört habe nur einen einzigen Cent bekommen, wäre ich heute ein wirklich reicher Mann. Auf der anderen Seite, war "Damage" aber auch eine perfekte Referenz, die mir in der Branche über Jobs und Empfehlungen viele Türen geöffnet hat.

Du erlaubst anderen Menschen aber auch einen einzigartigen Einblick in deine Arbeit mittels deiner Dokumentationen "How I Do What I Do". Was war die Idee dahinter deine Klanggeheimnisse letztlich zu lüften und öffentlich zu machen?

Die ganze Sache startete etwa vor zwei Jahren, als mein Freund Dylan, der an der Filmschule in Boston studierte, mich fragte, ob er nicht eine Dokumentation über mich und meine Arbeit drehen könnte. Ich entgegnete, dass ich nicht wirklich wüsste, ob das überhaupt jemanden interessiert. Er hatte da ebenfalls keine Ahnung, wollte die Dokumentation aber unter allen Umständen trotzdem machen. So willigte ich ein, ohne zu ahnen welche Kreise das Ganze privat wie auch beruflich ziehen würde! Tatsächlich hatten wir bis auf unsere individuellen Parts absolut keinen Plan was wir da eigentlich gemeinsam taten. Also fuhren wir zu interessanten Orten wie Schrottplätzen und hatten einfach ein wenig Spaß!

Als ich dann auf der darauf folgenden NAMM Show das fertige Video ein paar Leuten von Tascam zeigte war das Echo darauf überragend. Kurze Zeit später bekam auch Røde Wind von dieser Aktion und bot mir umgehend an, ab sofort kostenfrei jedes Mikrofon aus ihrem Katalog für meine Arbeit aussuchen zu dürfen, was mir sehr entgegen kam, denn ich besaß ja schon vorher etliche Mics diese Herstellers, da ich sie einfach wirklich großartig finde.

Der eigentliche Grund warum ich mittlerweile so viele Marken auf meiner Website feature ist allerdings nicht, dass ich einen Benefit davon habe, ich mache das, weil ich den Leuten die Dinge zeigen möchte die ich auch wirklich nutze. Beim Thema Equipment nehme ich es mit der Qualität nämlich wirklich sehr genau!

Das erste Video wurde tatsächlich ein riesengroßer Erfolg...

Bereits im Laufe der ersten Stunde nach Veröffentlichung auf meinem Facebook Account hatte das Video mehr als 2.000 Ansichten. Es war unglaublich! In nur einem Tag hatten über 100 Leute meinen Beitrag geteilt und die Zahl der Views schoss auf über 10.000 hoch. Ab da setzte ein regelrechter Domino-Effekt ein der letztlich zu der Entscheidung führte den ersten Teil von "How I Do What I Do" mit einem klaren Fokus auf die von mir eingesetzten Werkzeuge zu produzieren.

Im Leben kommst du an einen Punkt an dem du dich sicher fühlst und zufrieden mit dem bist was du bisher geleistet hast. Für mich war das der perfekte Moment mein Talent und meine Erfahrung mit anderen Menschen zu teilen und sie zu inspirieren. Denn wenn jemand wie ich so etwas schafft, kann es einfach wirklich jeder schaffen! Sollte ich damit dann noch das Leben nur eines einzigen Menschen verändern, habe ich mit meiner Offenheit doch wirklich schon viel erreicht.

Derweil bekomme ich so viel gutes Feedback via Facebook und YouTube, was auch schon zu einigen Skype-Verabredungen geführt hat zu welchen ich den Leuten immer wieder mitteile, dass es keiner gewaltigen Investition bedarf um mit diesem Job loszulegen. Du musst eigentlich nur du selbst sein und deiner Inspiration folgen. Der wohl wichtigste Punkt ist, dass du bei dem was du tust deine eigene Handschrift entwickeln musst. Am Anfang ist es aber auch OK andere Techniken zu kopieren, denn dadurch wirst du lernen deine Werkzeuge zu benutzen was dir letztlich dabei helfen wird deinen eigenen Sound zu finden.

Und es gibt eigentlich auch keine wirkliche Chance es falsch zu machen. Am Ende wird es dein Sound sein – auch wenn er vielleicht ein wenig verzerrt klingt. Es ist dabei auch absolut OK, dass einige Leute es mögen werden und andere überhaupt nicht. Schau mich an, ich bin jemand den sie aus der Musikschule geschmissen haben, weil sie einfach nicht mochten was sie zu hören bekamen. Glücklicherweise kenne ich mittlerweile eine ganze Reihe unterschiedlicher Filmstudios und Produzenten die meine Arbeit trotz alledem zu mögen scheinen.

Hast du noch mehr Tipps für herangehende Sound Designer?

Versuche immer die bestmögliche Aufnahme gemessen an deinen Möglichkeiten zu realisieren. Investiere dein Geld nicht in Tonnen von Plugins und Software-Tools sondern in gute Mikrofone und solide Aufnahmetechnik. Ich setze beispielsweise bewusst wenig Plugins bei meinen Sounds ein, da jeder einzelne Prozess mein Originalmaterial verschlechtern würde. Diese Authentizität möchte man doch gar nicht erst verlieren.

Genauso wenig solltest du deine Träume aufgeben. Lass es einfach passieren, dann wird es auch gut werden! Weißt du, jeder hat doch seine eigene Geschichte wie er da hingekommen ist wo er jetzt gerade ist. Erfolgreiche Künstler wie Richard Devine, Diego Stocco oder Hans Zimmer haben alle etwas gemeinsam, nämlich die Tatsache, dass ihre Kunst aus dem Herzen und ihrer individuellen Kreativität entspringt. Dabei geht es letztlich immer darum wer du bist, ein anderes Rezept gibt es nicht. Wenn du authentisch und auf eine gute Art anders bist, wird deine Arbeit schon irgendwann Aufmerksamkeit auf sich ziehen und letztlich die richtigen Türen öffnen.

In den U.S.A. gibt es die Redensart, dass das Geld auf der Straße liegt und: es stimmt! Schau mich an, ich gehe auf Schrottplätze und suche Dinge die andere nicht mehr haben wollen, schleppe sie anschließend nach Hause und bestreite mit Hilfe eines Mikrofons damit meinen Lebensunterhalt.

Ist es nicht manchmal seltsam die eigenen Sounds in so vielen Produktionen weltweit zu hören?

Du weißt sicher aus meiner Biografie, dass ich zunächst mit Sound Design für Radio Spots und Werbeclips angefangen habe. Ich erinnere mich noch genau an das erste Mal, als ich eine meiner Produktionen im Radio des Wagens neben mir an der Ampel gehört habe. Das war total abgefahren! Dies war die erste Stufe... Als ich dann schließlich mit Film- und Fernsehtrailer-Vertonung begann änderte sich plötzlich alles schlagartig. Wenn du heute jemandem neben dir erzählst, dass die Sounds die er gerade zu den Bildern auf der großen Leinwand zu hören bekommt aus deiner Feder stammen, hält man dich doch für übergeschnappt. Also beginnt man die Dinge ein wenig mehr für sich zu behalten. Ich muss aber zugeben, dass es immer noch ein ziemlich verrücktes Gefühl ist.

Weitere Informationen zu Robert Dudzic finden Sie auf seinen Webseiten:

robertdudzic.com
facebook.com/RobertDudzicCreativeServices
instagram.com/robertdudzic
youtube.com