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Letzte Instanz – Schuldig

Letzte Instanz veröffentlichten am 27.2.2009 ihr neues Album "Schuldig" und starten im März ihre "Unschuldstour" durch Deutschland und Österreich. Bereits die Vorab-Single "Flucht ins Glück" stieg im Februar auf Platz 6 in die Deutschen Alternative Charts und gab einen ersten Ausblick auf ein rockiges achtes Studio-Album. Bassist Michael Ende stellte sich unseren Fragen.

Michael, nach dem DVD-Release eurer Akustikshow in der Dresdner Lukaskirche schlägt das Pendel nun wieder in die andere Richtung aus. "Schuldig" ist ein sehr gitarrenlastiges Album geworden, das man als konsequente Weiterentwicklung der letzten Studioalben ansehen kann. Man könnte meinen, dass die Richtung des Albums von Oli (Gitarre) und dir zu einem großen Teil vorgegeben wurde?

Ollis Gitarrenspiel hat natürlich einen starken Einfluss auf unsere Songs. Er ist ein innovativer Rockgitarrist, hat viel Ahnung vom Arrangieren und einen riesigen CD-Schrank der stilistisch breit gefächert ist. Aber der Sound des neuen Albums war von der ganzen Band so gewollt. Wir haben uns vorgenommen ein Album zu machen, das ordentlich rockt. Starke Songs die live gut funktionieren. Ich kann "Schuldig" von vorn bis hinten durchhören, ohne dass ich das Gefühl habe, weiterzappen zu müssen. Ein gutes Zeichen!

Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit der türkischen Sängerin Aylin Aslim, die in "Der Garten“ ein Duett mit eurem Sänger Holly in Deutsch und Türkisch singt?

Holly, unser Leadsänger lebt seit zwei Jahren in Istanbul. Dort lernte er Musiker und Produzenten kennen. "Der Garten" beschäftigt sich mit dem Thema Religion. Da passte eine Künstlerin aus einem anderen Kulturkreis auch inhaltlich perfekt. Aylin Aslim wohnt nun ein paar Blöcke von Holly entfernt und wurde von einem mit ihm befreundeten Produzenten empfohlen. Holly fragte Aylin und sie sagte ja. Aylin hat ihre Vocals in der Türkei eingesungen, heutzutage gehen solche Sachen ja sehr einfach.

Seit dem 19.2. konnte man sich das komplette Album bereits auf MySpace anhören. Es sieht so aus als würden Bands und vor allem Labels langsam die Angst vor dem Internet als wichtiges Medium verlieren. Musik kann seit kurzem sogar größtenteils ohne Kopierschutz bzw. DRM im Internet gekauft werden. Wie steht ihr zum Internet als Vertriebsweg?

Das Internet ist als Vertriebsweg für Musik ganz klar die Zukunft und in wenigen Jahren werden CDs kaum noch von Bedeutung sein. Derzeit setzen wir aber noch auf die CD. Die Aktion, dass man auf MySpace eine Woche vor VÖ unser komplettes Album anhören konnte, war eine Werbemaßnahme, welche die Aufmerksamkeit auf unsere neue CD lenken sollte. Wir hatten bis zu 15.000 Plays am Tag. 

Bereits 2006 habt ihr Cubase für die (Vor-)Produktion und das Songwriting genutzt und euch die Ideen zugemailt oder auf einem Server zur Verfügung gestellt. Wie arbeitest du an dem neuen Material? Hast du dir ein Homestudio eingerichtet?

Ja, ich habe mir ein schickes kleines Heimstudio eingerichtet. Seit ich in meiner neuen Wohnung bin, sogar mit akustischer Optimierung, leckeren Mikros und hochwertigen Preamps.
Den Bass für die letzten drei Instanz-Alben habe ich komplett zu Hause mit Cubase aufgenommen. Auch ein Teil meiner Studiojobs läuft mittlerweile auf diese Weise: Guidetrack schicken lassen, Bass drauf spielen und die Datei an den Auftraggeber schicken. Bei Letzte Instanz stehen Basslines meistens schon, von daher wird von mir zu Hause nicht mehr viel entwickelt. Aber ich liebe es Cubase als Übungsumgebung zu verwenden, z.B. um einzelne Parts so lange zu spielen bis sie rund laufen, mich zur Kontrolle aufzunehmen etc.
Bei Anna Katharina Kränzlein (von der Band Schandmaul – Anm. der Red.) läuft die Sache anders. Einige Songs des im Oktober erscheinenden Albums sind komplett auf meinem Rechner entstanden. Anna und ich haben uns ein paar Tage zusammengesetzt, ihre Ideen mit der Geige aufgenommen, Bässe eingespielt, Drums programmiert und die eine oder andere Soundspielerei eingebaut.

Seit kurzem arbeitest du auch mit Steinbergs MR816 X FireWire-Audiointerface. Wie gefällt Dir das Gerät im täglichen Betrieb?

Ich bin immer wieder erstaunt wie gut das MR816 X in Cubase integriert ist. Ich  kann alle Einstellungen die ich brauche direkt in Cubase vornehmen. Wenn man einen Aufnahmekanal an der Hardware anwählt, weiß Cubase sofort auf welchem Kanal das aufzunehmende Signal reinkommt, ein Feature das ich nicht mehr missen möchte! Und die Qualität der Eingangskanäle ist hervorragend!

Hattest du bereits Gelegenheit, dich mit Cubase 5 zu befassen? Was gefällt dir von den neuen Features bisher am besten?

Die letzten Monate waren bei mir so turbulent, dass ich mich noch nicht mit Cubase 5 befassen konnte. Aber sobald es nach der Tour etwas ruhiger wird, werde ich mich in meinem Homestudio einschließen und auf Entdeckungsreise gehen. Ich habe schon einiges über Cubase 5 gelesen und bin wirklich sehr neugierig! Ich bin sehr gespannt auf den Faltungshall, die neuen Möglichkeiten bei der Automation und als passionierter Beatbastler und Schrauber freue ich mich auf LoopMash.
Oli unser Gitarrist hat Cubase 5 bereits getestet und ist von den neuen Features und der Stabilität der Software sehr angetan.

Ich habe gehört, dass du selbst auch in anderen musikalischen Bereichen aktiv bist und z.B. Begleit-CDs für Schulmaterial produzierst. Kannst du uns darüber etwas erzählen?

Ich habe letztes Jahr für den Claudius Verlag "Alife - die Lied CD" produziert und den Mix gemacht. Auf dieser CD sind 18 Songs aus dem neuen Liederbuch Alife zu hören. Alife ist als Lehrmittel an bayrischen Schulen zugelassen. Die CD gibt es auch als Playback-Version zum mitsingen in Schule und Gemeinde. In Kürze wird ein Bandheft erscheinen, in dem die 18 Songs für Band ausnotiert sind.
Außerdem habe ich im Dezember die Yoga CD "Hormonyoga Basic" für die Würzburger Yogalehrerin Charlotte Toma aufgenommen und gemischt.  

Letzte Instanz ist ja eine sehr tourfreudige Band, die mal im Vorprogramm anderer Bands auftritt oder auch als Headliner in Clubs und auf Festivals spielt. Nutzt ihr auf Tour den Leerlauf zwischen den Auftritten, um neues Material zu komponieren?

Als "Wir sind Gold" entstanden ist, hatte Oli sein komplettes Heimstudio in der Lounge unseres Nightliners aufgebaut und jede Minute am neuen Material gearbeitet. Ansonsten nutzen wir die Zeit auf Tour gerne, um neue Songideen oder Mixes von fertigen Songs gemeinsam anzuhören und darüber zu diskutieren.

Einige von uns haben auch ihr Laptop und Cubase dabei, um auf Tour an Songideen zu basteln. Ich verwende als Peripherie hin und wieder das KB 37 von Line 6 und natürlich meinen InEar-Kopfhörer. Und zum Warmspielen vor dem Gig jamme ich gerne zum Groove Agent 3.

Vielen Dank für das Interview! Zum Abschluss bleibt mir nur noch, euch für die anstehende Tour viel Erfolg zu wünschen!

www.letzte-instanz.de
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