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Schandmaul - Interview mit Bassist Matthias Richter

Die deutsche Folkrock-Band Schandmaul feierte diesen November ihr zehnjähriges Bestehen mit einem ausverkauften Konzert im Münchener Zenith. 7000 Fans sahen eine abwechslungsreiche Show, die erst nach über drei Stunden zu Ende ging und deren Setlist vorab im Internet gewählt werden konnte. Seit einiger Zeit setzt die immer populärer werdende Band dabei auch auf Steinberg Produkte für ihre Produktionen. Trotz der noch laufenden Tour zum aktuellen Album „Anderswelt“ nahm sich Matthias Richter (Bass) die Zeit für ein Interview mit uns.

Matthias, Du bist seit sechs Jahren Mitglied einer Band, die in dieser relativ kurzen Zeit aus eigener Kraft sehr erfolgreich geworden ist. Heute spielt ihr als Headliner auf Festivals und in ausverkauften großen Hallen. Auch auf der Party einen Tag nach der Show im Zenith wurde sehr deutlich, wie sehr euch die Fans ins Herz geschlossen haben. Wie hast du diese emotionalen Momente mit der Band erlebt?
Zunächst waren wir einfach nur froh, dass an dem Abend des Konzerts alles reibungslos funktioniert hat und jeder Beteiligte an dieser Produktion einen Hammer Job gemacht hat. Da fällt dann plötzlich viel Druck ab, und wir fühlten uns im Anschluss erstmal leer. Die Party am nächsten Tag war ebenfalls der Hammer und der gesamten Band ging das alles sehr nahe.
So richtig realisieren können wir das alles aber erst jetzt. Gerade weil wir schon einen Vorab-Videomittschnitt des Abends bekommen haben. Wenn man das dann zusammen oder auch alleine mit Abstand sieht, kommen Emotionen hoch, die wir an dem Abend selbst vor Anspannung nicht realisiert haben. Da bleibt dann kein Auge trocken. ;-)


Das Jubiläumskonzert wurde für eine CD/DVD Veröffentlichung aufgezeichnet. Wie aufwändig waren die Planungen für dieses Konzert?

Wir haben fast 2 Jahre zuvor den Vorverkauf eröffnet. Zeitgleich ging es darum, das Team zu formen. Wir haben ja eh eine feste Crew um uns aber speziell für den Tag waren ca. 150 Leute im Einsatz. Vom Bühnenaufbau, Videoteam, Ton (Ü-Wagen), bis hin zu den 4 Leuten alleine für die Gästeliste, etc.  Der logistische Aufwand für das Wochenende war enorm. Es reisten ja alleine schon 22 Busse aus ganz Deutschland an, die wiederum von uns koordiniert wurden und wir haben uns zudem im Vorfeld um Übernachtungsmöglichkeiten für diese 1100 Fans gekümmert. Uns hat diese große Nachfrage für unser Jubiläum und unsere Konzertplanung die letzten Monate non-stop beschäftigt, gefreut, aber auch nervös gemacht. Das war schon echt ´ne krasse Nummer!

Ein weiteres Highlight war sicherlich das Konzert in Moskau. Eure deutschsprachige Musik ist offenbar weit über die Landesgrenzen populär. Wie kam es zu dem Auftritt?
Wir wurden einfach eingeladen zu dem Konzert. Das war für uns wirklich Wahnsinn, zumal wir fast 700 Besucher hatten! Viele davon kannten unsere Musik schon und haben sich im Anschluss tausendmal bedankt, dass wir nach Moskau gekommen sind. Ich denke, das war sicher nicht das letzte Mal.

Die offizielle Zusammenarbeit zwischen Schandmaul und Steinberg ist noch relativ frisch aber du bist bereits seit Jahren Cubase User. Seit wann arbeitest du mit unserer Software und was hat Cubase zu deiner ersten Wahl gemacht?
Ich benutze Cubase seit ich meinen ersten Soundrechner besitze, das liegt ca. 10 Jahre zurück. Also so gesehen habe ich nie etwas anderes ausprobiert, was sicher daran liegt, dass ich mich sofort wohl gefühlt habe. Also anfangs checkt man ja hinten und vorne nix und lernt sehr langsam, zumal ich kein Technikexperte bin. Mittlerweile kenne ich mich so gut aus, dass ich super arbeiten kann. Da stellt sich mir die Frage nach einer anderen Software gar nicht. Never change a running system…das gilt ja auch im Punkt Mensch und Maschine. Ich bin wirklich überzeugter Cubase-User und vollauf zufrieden!

War es schwer, deine Bandkollegen ebenfalls von unserer Software zu überzeugen?
Nein, einige von uns fangen auch gerade erst an, mit einem Rechner zu arbeiten und sind jetzt froh, endlich mal vernünftige Recordings machen zu können. Es eröffnen sich ja mit so einer Software auf einmal auch ganz neue Möglichkeiten, seine Ideen festzuhalten und an Songs zu tüfteln. Zumal wir jetzt eben auch mal ganz bequem Sessions hin und her schieben können. Das ist super. Jedoch haben wir auch noch ein Logic auf unserem Proberaum-Rechner. Das liegt einfach daran, dass Thomas ähnlich wie ich mit Cubase, eben mit Logic groß wurde und auch gerne mal darauf zurückgreift, weil er sicherer damit umgehen kann.
Allgemein sind wir aber alle sehr dankbar, von Euch unterstützt zu werden und mit Eurer Software zu arbeiten!

Beschreibe doch bitte mal, wie du Cubase und die VST-Instrumente einsetzt.
Ich nutze Cubase für einfach alle Audiodaten, die ich aufzeichne. Gerade auch bei mir in der Musikschule, wenn ich mit Schülern Demos von erarbeiteten Songs mache oder Schülerbands aufnehme. Groove Agent ist da sicher mein Lieblings-VST-Instrument, ist ja klar als Basser ;-) Manchmal lasse ich das Teil einfach nur laufen und spiele stundenlang dazu. Konkret zu Schandmaul: Jeder erstellt seine Songideen und hält sie fest. Dann kommt die Phase, in der wir zu sechst im Proberaum an den Ideen weiterfeilen. Und wenn ein Song oder eben alle für ein neues Album fertig sind, machen wir eine Vorproduktion der ganzen Platte, die uns im Anschluss im Studio zum Teil dann wieder als Guide-Spuren dient.

Besitzt ihr ein eigenes Studio für eure Vorproduktionen?

Nein, das machen wir alles ganz bequem in unserem Proberaum.

Euer Ruf als gute Live-Band eilt euch voraus, nicht zuletzt auch weil ihr sehr viel unterwegs seid und zu jedem Album ausgiebig tourt. Nutzt ihr die Zeit im Tourbus, um neues Material zu komponieren und erste Entwürfe gleich auf Festplatte zu bannen?
Es ist schon möglich, dass jemand mal auf Tour eine Eingebung für einen neuen Song bekommt. Aber mehr auch nicht, unsere Instrumente reisen ja auch in den Trucks und nicht bei uns im Bus. Wenn man zu zwanzigst auf engsten Raum lebt, braucht niemand noch eine Technikzentrale an Board. Das machen wir dann lieber in Ruhe zu Hause.

Gerade wurde „Sinnbilder“, ein Dokumentarfilm über die Band, veröffentlicht und die neue Live-CD/DVD wird kommendes Jahr erscheinen. Wann können wir mit einem neuen regulären Album rechnen?
Unser Plan sieht vor, dass wir Anfang 2010 eine neue Studioplatte einspielen werden. Genauer VÖ steht noch nicht fest. Wir werden also das nächste Jahr zwischen den Konzerten in Ruhe an neuen Songs feilen, um dann wieder eine Hammer-Platte an den Start zu stellen. Das wird ja auch von CD zu CD schwieriger, da die Erwartungen steigen, und will daher von langer Hand geplant werden. Einen Schnellschuss wird es von uns nicht geben!

Vielen Dank für das Interview!


Mehr Informationen: www.schandmaul.de