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Problemlösungsstrategien für Cubase, Nuendo und Sequel unter Windows

Die folgenden Hinweise & Tipps zur Problemlösung gelten mit leichten Einschränkungen bzw. Abweichungen für alle Windows-Versionen von Steinberg-Sequenzern seit Cubase SX 1, Nuendo 1 und Sequel 1.

Übersicht


Aktualisierung des eLicenser Control Centers

Die meisten Probleme mit dem USB-eLicenser (Dongle, ehemals Steinberg Key), Soft-eLicenser und/oder Software-Lizenzen werden durch eine veraltete oder beschädigte Installation des eLicenser Control Centers (früher Syncrosoft Lizenz Kontroll Center).
Wenn Ihr USB-eLicenser oder eine bestimmte Software-Lizenz nicht erkannt wird, oder Sie Lizenz-Fehlermeldungen beim Start Ihres Steinberg-Sequencers erhalten, sollten Sie daher zunächst die aktuelle Version des eLicenser Control Centers herunterladen und installieren. Falls die Installation scheitert, wiederholen Sie den Vorgang, nachdem Sie evtl. angeschlosse USB-eLicenser vom Rechner entfernen.

Dieser Knowledge-Base-Artikel enthält weiterführende Informationen für die Lösung von Problemen mit dem USB-Dongle und Lizenzen: "USB-eLicenser - Hinweise, Tipps und Troubleshooting"
Wenn Sie einen Steinberg-Sequencer verwenden, der durch einen Soft-eLicenser geschützt ist, finden Sie im "Soft-eLicenser FAQ" weitere Hilfe.


Voreinstellungen zurücksetzen

Beschädigte Programm-Voreinstellungsdateien können vielfältige Probleme mit Ihrem Steinberg-Sequenzer verursachen, insbesondere nach der Installation eines Updates. 
Glücklicherweise ist die Wiederherstellung der Voreinstellungen nicht kompliziert:

  • Beenden Sie alle Programme.
  • Öffnen Sie die "Ausführen"-Befehlseingabe, indem Sie auf der Tastatur die Windows-Logo-Taste und R gleichzeitig drücken.
    Die Windows-Taste befindet sich zwischen den Tasten [Strg] und [alt].
    (Windows XP: Wählen Sie im Start-Menü den Eintrag "Ausführen" aus, um die Befehlseingabe zu öffnen.)
  • Geben Sie in der Befehlszeile des "Ausführen"-Fensters diesen Pfad ein: %appdata%/Steinberg
  • Finden Sie den Ordner, der den Namen Ihres Steinberg-Sequenzers trägt, z.B. "Cubase 7".
  • Benennen Sie den Ordner um (z.B. von "Cubase 7.5" in "xCubase 7.5"), um ihn vor dem Sequenzer zu verstecken. Bei der Umbenennung muss die Änderung vor dem ursprünglichen Namen erfolgen, um den Ordner sicher zu verstecken!
  • Wenn Sie Voreinstellungsordner älterer Installationen Ihres Steinberg-Sequenzers finden, müssen diese ebenfalls umbenannt oder entfernt werden.

Beim nächsten Programmstart wird der Sequenzer einen neuen Ordner mit frischen Voreinstellungsdateien in Grundeinstellung anlegen. Diese einfache Maßnahme ist in vielen Fällen bereits die Lösung.

Wichtig: Stellen Sie unbedingt sicher, dass tatsächlich sämtliche Voreinstellungsordner älterer Installationen Ihres Steinberg-Sequenzers versteckt sind oder entfernt wurden! Andernfalls würde der Sequenzer beim Anlegen der neuen Voreinstellungen versuchen, sich an den vorhandenen Voreinstellungen zu orientieren. Und genau dies könnte die Problemlösung vereiteln.

Das Zurücksetzen der Voreinstellungen muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass Sie alle Einstellungen verlieren. Wenn Sie z.B. Ihre selbst definierten Tastaturbefehle weiterverwenden möchten, ersetzen Sie einfach die entsprechende Datei "(Key Commands.xml)" im neu erstellten Voreinstellungsorder durch dieselbe Datei aus dem Ordner, den Sie zuvor durch Umbenennung versteckt haben.

Alternativen: Anstatt ihn umzubenennen, können Sie den Voreinstellungsordner des Sequenzers aus dem Steinberg-Verzeichnis innerhalb des Anwendungsdaten- bzw. Roaming-Ordners von Windows an einen anderen Platz bewegen, z.B. auf den Desktop. Sie können ihn auch einfach löschen, wenn Sie sicher sind, dass die Einstellungen leicht wieder herzustellen sind. Da in vielen Fällen lediglich die Datei "Defaults.xml" betroffen ist, genügt es oft auch, nur diese Datei umzubenennen, zu entfernen oder zu löschen.

In diesem Knowledge-Base-Artikel (und im Handbuch) finden Sie detailierte Angaben über die Voreinstellungsdateien von Cubase und Nuendo:
"Details zu den Voreinstellungsdateien von Cubase und Nuendo"

Es ist eine gute Idee, ein Backup der Voreinstellungen anzulegen, gerade, wenn Sie viele individuelle Einstellungen vornehmen. Und es ist simpel: Sichern Sie einfach eine Kopie des Voreinstellungsordners Ihres Sequenzers, auf die Sie zurückgreifen können, wann immer Sie Cubase auf Ihre bevorzugten und bewährten Einstellungen zurücksetzen möchten.


Aktualisieren des Sequenzers

Überprüfen Sie, ob Ihr Steinberg-Sequenzer auf dem neuesten Stand ist. Die Installation der aktuellen Version könnte das Problem, nach dessen Lösung Sie gerade suchen, bereits beheben. Hier gelangen Sie direkt zu den Updates: Downloads auf www.steinberg.net
Bei den meisten Update-Downloads finden Sie auch eine "Version History", ein Text-Dokument, das darüber Auskunft gibt, welche Programmfehler korrigiert wurden.


Neuinstallation des Sequencers

Eine Neuinstallation des gesamten Sequenzers ist nur in seltenen Fällen notwendig. Die folgenden Schritte beschreiben eine gründliche Vorgehensweise:

  • Gehen Sie zu "Start-Menü > (Alle) Programme > *Ihr Steinberg-Sequenzer*, wählen Sie "Uninstall" und folgen Sie den Anweisungen auf dem Bidschirm.
  • Optional: Freundlicherweise entfernt das Deinstallationsprogramm ausschließlich Dateien, die vom Installer tatsächlich installiert wurden. Wenn Sie nach der Deinstallation unter "C:\Programme" noch den Programm-Ordner finden, sollten Sie überprüfen, ob er Dateien enthält, die Sie behalten möchten. Wenn nicht, löschen Sie den Ordner.
  • Optional: Entfernen (oder verstecken) Sie den Voreinstellungsordner (siehe "Voreinstellungen zurücksetzen" weiter oben).
  • Installieren Sie den Sequenzer neu. Nutzen Sie dabei den Installer, den Sie urspünglich per Datenträger oder Download erhalten haben. Wenn ein neuerer vollständiger Installer auf der Download-Seite erhältlich ist, nutzen Sie diesen.
  • Installieren Sie die für Ihre Version auf der Downloads-Seite erhältlichen Updates.http://www.steinberg.net/index.php?id=459&L=0


Treiber aktualisieren

Ihr Steinberg-Sequenzer ist auf ein einwandfrei arbeitendes Audio- und MIDI-Interface angewiesen. Unzulängliche Gerätetreiber sind eine der häufigsten Fehlerquellen. Überprüfen Sie daher, ob auf der Webseite des Herstellers Ihrer Audio/MIDI-Hardware aktuellere Treiber verfügbar sind. Wenn Sie Software für ein Interface von einer CD oder DVD installiert haben, die dem Gerät beilag, können Sie fast sicher sein, dass der Treiber hoffnungslos veraltet ist.


Speicherauslastung kontrollieren

Folgende Symptome können auf nicht ausreichenden Arbeitsspeicher (RAM) hinweisen:

  • träge reagierende Programmoberfläche
  • scheinbar zufällige Abstürze
  • weiß bleibende Programm- oder Plug-in-Fenster

Verwenden Sie den Task Manager von Windows, um sich einen Überblick über die Auslastung des Arbeitsspeichers zu verschaffen. Stehen weniger als 500 MB freier Speicher zur Verfügung, ist allgemein mit deutlichen Performance-Einbußen und Instabilität einzelner Programme zu rechnen.

Auf einem 64-Bit-System sollten Sie sicherstellen, dass Sie die 64-Bit-Version Ihrer Steinberg-Software und der zusätzlich installierten Plug-ins verwenden. Andernfalls können maximal 4 GB des eingebauten Arbeitsspeichers genutzt werden und Speicherprobleme auftreten, obwohl Ihr System noch über ausreichend freien Arbeitsspeicher zu verfügen scheint. Weitere Informationen...

Abgesehen von der Größe des eingebauten Speichers, hängt die Menge des frei verfügbaren Arbeitsspeichers von der individuellen Arbeitsweise und dem jeweils geladenen Projekt ab. Wenn der Arbeitsspeicher auf Ihrem System knapp ist, haben Sie folgende Möglichkeiten:

  • Beenden Sie grundsätzlich alle nicht benötigten Programme. Beispielsweise kann ein im Hintergrund laufender Internet-Browser mit mehren geöffneten Tabs ohne Weiteres 1 GB Arbeitsspeicher und mehr beanspruchen. Überprüfen Sie im Zweifelsfalle die Speicherverteilung mit Hilfe des Task Managers.
  • Die größten Speicherfresser innerhalb eines Projekts sind sample-basierte VST Instrumente. Verwenden Sie daher nur so viele VST Instrumente wie nötig. Wenn möglich, vermeiden Sie die Verwendung mehrerer Instanzen eines VST Instruments. Steuern Sie stattdessen eine einzige Instanz des Instruments über mehrere MIDI-Spuren an.
  • Wenn Sie sich nicht auf eine arbeitsspeicherschonende Nutzung beschränken möchten, bleibt Ihnen nur die Erweiterung des eingebauten Arbeitsspeichers, die ggf. mit dem Umstieg von 32 auf 64 Bit verbunden ist.


VST Plug-in Probleme (nur Cubase und Nuendo)

Sollte Cubase/Nuendo beim Start oder beim Laden einzelner Projekte hängen oder gar abstürzen, macht vermutlich ein zu ladendes VST Plug-in Ärger.
Das vorübergehende Verstecken von installierten VST Plug-ins ist eine einfache und effektive Möglichkeit, herauszufinden, ob tatsächlich ein Plug-in für das Problem verantwortlich ist. Wenn Sie strategisch vorgehen, finden Sie dabei sogar heraus, welches Plug-in den Sequenzer-Betrieb sabotiert.

Natürlich müssen Sie dafür zunächst die VST Plug-in Ordner kennen, in denen Cubase/Nuendo nach Plug-ins sucht.

VST Plug-in Ordner lokalisieren

  • Gehen Sie in Cubase/Nuendo zu "Geräte" und wählen Sie "Plug-in Information".
  • Wählen Sie die "VST PlugIns" Registerkarte und klicken Sie auf "VST 2.x Pfade".
  • Die Cubase/Nuendo bekannten Pfade zu VST 2 Plug-ins werden aufgelistet. Notieren Sie die Einträge, machen Sie einen Screen Shot oder merken Sie sich einfach die Ordner.
  • Plug-Ins neuerer Bauart (VST 3) werden hier gespeichert: C:\Programm\Common Files\VST3

VST Plug-ins verstecken

Die folgende Anleitung beschreibt nur eine mögliche "Versteckstrategie". Wenn Sie die grundsätzliche Idee dahinter verstanden haben, können Sie natürlich auch eine eigene Technik anwenden.

  • Beenden Sie Cubase/Nuendo.
  • Gehen Sie zum ersten VST Plug-in Ordner gemäß Ihren Notizen, dem Screenshot oder Ihrem Gedächtnis.
  • Benennen Sie den Ordner um. Handelt es sich beispielsweise um den Ordner "VSTPlugins", nennen Sie ihn z.B. "VSTPlugins_versteckt". Dadurch kann er von Cubase/Nuendo nicht mehr gefunden werden.
  • Starten Sie Cubase/Nuendo.
  • Laden Sie ggf. das problematische Projekt. Cubase/Nuendo wird sich daraufhin über fehlende Plug-ins beschweren. Ignorieren Sie die entsprechende Fehlermeldung einfach.

Besteht das Problem weiterhin, wissen Sie schonmal, dass es mit keinem der Plug-ins in dem versteckten Ordner in Verbindung steht. Geben Sie dem Ordner also wieder den ursprünglichen Namen und wiederholen Sie die Prozedur mit dem nächsten Ordner auf Ihrer Liste.

Wenn das Verstecken eines VST Plug-in Ordners das Problem tatsächlich behoben hat, kennen Sie zwar noch nicht den Übeltäter, Sie wissen aber, wo er wohnt... Um das problematische VST Plug-in zu identifizieren, erstellen Sie nun direkt neben dem versteckten Ordner einen neuen, der den originalen Namen des umbenannten VST Plug-in Ordners erhält, dem Beispiel oben entsprechend also "VSTPlugins". Anschließend verschieben Sie das verdächtigste Plug-in aus dem versteckten Ordner (im Beispiel "VSTPlugins_versteckt") in den neu erstellten (im Beispiel "VSTPlugins"). Starten Sie Cubase/Nuendo (und laden Sie ggf. das problematische Projekt) und überprüfen Sie, ob noch immer alles rund läuft. Wiederholen Sie das Verschieben der Plug-ins, das Neustarten von Cubase/Nuendo und ggf. das Laden des Projekts bis das Problem wieder auftritt und Sie somit den Störenfried gefunden haben. Sollten Sie sehr viele Plug-ins installiert haben, können Sie die Suche beschleunigen, indem Sie mehrere Plug-ins auf einmal verschieben.


MIDI Timing Probleme

Wenn eingehende MIDI-Daten nicht korrekt - z.B. mit einem konstanten Versatz - aufgezeichnet werden, obwohl Sie bereits den MIDI-Treiber aktualisiert haben, werden Ihnen die folgenden Hinweise helfen, das Problem zu lösen:

Cubase SX 3/Nuendo 3 und später

  • Wählen Sie in Cubase/Nuendo im Menü "Geräte" den Eintrag "Geräte konfigurieren...", um das Fenster "Geräte konfigurieren" zu öffnen.
  • Klicken Sie im Fenster "Geräte konfigurieren" auf "MIDI > MIDI Anschlusseinstellungen".
  • Im rechten Bereich des Fensters werden nun die installierten MIDI-Eingänge aufgelistet.
  • Aktivieren Sie die Option "Systemzeit verwenden für 'Windows MIDI'", die Sie unterhalb der MIDI-Port-Liste finden. 
Schalten Sie die Systemzeit-Option auch für 'Windows DirectMusic' ein, wenn Sie zur Verfügung steht. Dies hängt vom installierten MIDI-Treber ab. Wenn die Systemzeit bereits eingschaltet ist, deaktivieren Sie die Funktion. Mit anderen Worten: Ändern Sie den Status der "Systemzeit verwenden..."-Option einfach.
  • Klicken Sie auf OK, um die Gerätekonfiguration zu verlassen und erfreuen Sie sich an akkuratem MIDI Timing!

Cubase/Nuendo Versionen bis Cubase SX 2/Nuendo 2

Anwender älterer Cubase- und Nuendo-Versionen finden eine umfangreiche Anleitung in diesem Knowledge-Base-Artikel.


Weiterführende Artikel

In diesen Artikeln finden Sie weitere Lösungen für Probleme mit Ihrem Rechner:

Windows für die Arbeit mit DAWs optimieren
USB-eLicenser - Hinweise, Tipps und Troubleshooting
Soft-eLicenser FAQ

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