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MP3 Surround

Seit dem Erscheinen von Nuendo/Cubase 4 ist es möglich, sehr einfach einen mehrkanaligen Mix in eine MP3 Surround-Datei zu exportieren, die dann in frei verfügbaren Media-Playern (z.B. Winamp, DIVX, MP3 Surround Player) wiedergegeben werden kann.

Grundlegendes zum Thema MP3

Das MP3-Format (offiziell: MPEG-1 Layer 3) wurde vom Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS entwickelt und ist seit 1992 Teil des MPEG-1 Standards.

Grundsätzlich arbeitet dieses Format mit einer verlustbehafteten Kompression bzw. Reduktion des Ausgangsmaterials unter Anwendung psychoakustischer Effekte, wie z.B. der Maskierung von Audiosignalen durch lautere Schallereignisse. Signale, die von diesen lauteren Ereignissen verdeckt werden und somit keine oder kaum Relevanz für das hörbare Signal haben, werden entfernt, um die Datei dadurch verkleinern zu können. Je nach Grad der Kompression lässt sich eine unkomprimierte Audiodatei um den Faktor 10 (oder mehr) verkleinern, wodurch ein erheblich geringer Aufwand für die Archivierung von Audiodateien oder für das Versenden von Audiomaterial z.B. per Email oder per Download entsteht.

Die nächste Generation: MP3 Surround

MP3 Surround begegnet nun der zunehmenden Nachfrage nach Mehrkanalanwendungen und den dafür benötigten Formaten. Durch fortschrittliche Verfahren kann eine MP3 Surround-Datei weit höhere Kompressionsraten erzielen als andere Surround-Formate und ist daher bei gleicher Qualität nur ca. 10 Prozent größer als eine MP3 Stereo-Datei. Des Weiteren ist dieses Format rückwärtskompatibel und kann somit auch auf herkömmlichen MP3-Playern in Stereo abgespielt werden.


Abb.: Arbeitsweise des Encoders


Abb.: Arbeitsweise des Decoders

Ein weiterer Vorteil ist natürlich auch die einfache Beurteilung der eigenen Produktion im Surround-Kontext, ohne auf teure Verfahren wie Dolby, MLP oder dts zurückgreifen zu müssen. Auch wenn Nuendo und Cubase sowohl Surroundmischungen als auch den Export in MP3 Surround unterstützen, müssen natürlich auch ein paar weitere Voraussetzungen vor allem bei der Hardware erfüllt werden:

Die Audiokarte muss über sechs Einzelausgänge verfügen, um sowohl den Mix selbst als auch den Export in die 5.1 MP3 Surround-Datei durchführen zu können. Hierbei wird üblicherweise mit den Kanälen Links, Rechts, Mitte, LFE (Low Frequency Effects), linker Surround und rechter Surround gearbeitet, wie sie auch bei Dolby Digital und dts verwendet werden.
Zudem sind natürlich auch sechs Lautsprecher nötig, um die Produktion entsprechend abhören und beurteilen zu können. Auch wenn eine optimale Abhörposition oftmals nur schwer zu erreichen ist, so sollte man dennoch versuchen, dem Beispiel links nahe zu kommen. Die Abbildung links zeigt die optimale Lautsprecher- anordnung gemäß der EBU (European Broadcasting Union) Richtlinien (Klick zum vergrößern). Wichtig ist aber ein möglichst symmetrischer Aufbau des Setups, um nicht auch noch unterschiedliche Laufzeiten der Signale ausgleichen zu müssen.

Die Praxis in Nuendo und Cubase

Wenn diese Voraussetzungen gegeben sind, muss in Nuendo/Cubase ein Mehrkanal 5.1 Ausgang erzeugt werden, über den dann auch der Mixdown in die MP3-Surround-Datei erfolgt. In den VST-Verbindungen des Geräte-Menüs kann man diese Einstellung vornehmen:

Nachdem der Mix erfolgt ist, kann dann das Ergebnis über den Audiomixdown im Datei -> Export Menü in eine MP3 Surround-Datei encodiert werden. Wählen Sie als Zielformat MPEG 1 Layer 3 aus, stellen Sie den Ausgang auf 5.1 und geben Sie dann noch die Bitrate an. Empfehlenswert ist hier 192 kBit/s für ein gutes, klanglich überzeugendes Ergebnis. Es gilt grundsätzlich: je niedriger die Bitrate, desto kleiner wird die MP3-Datei aber desto eingeschränkter die Audioqualität aufgrund der höheren Reduktion. 

Sobald der Export fertig gestellt wurde, hat man nun eine MP3 Surround-Datei, die sowohl auf handelsüblichen Software- und Hardwareplayern abgespielt werden kann, als auch von Nuendo und Cubase wieder importiert werden kann. Nuendo/Cubase erkennt die Datei als sechskanaliges Audiofile, dessen Einzelspuren zur Weiterverarbeitung wieder in ein Projekt geladen werden können. Für Details zum Mixen in Nuendo und Cubase, dem Abhören (auch über den Control Room) und den Export ist es natürlich empfehlenswert, das Handbuch zu konsultieren.

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