Musik-PC: Anbieter-Sterben??

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AxeMan
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Musik-PC: Anbieter-Sterben??

Post by AxeMan » Fri Nov 08, 2013 10:14 pm

Hi,
ich nutze einen Musik PC von Hamburg Audio; Baujahr 2009; im Prinzip tut er's noch, aber ab und an wünscht sich der geneigte User schon mal ein Hardware-Update (wobei ich die Kiste schon mit +RAM & SSD aufgebohrt habe). 8-)

Da man sich ja nicht früh genug kümmern kann, wollte ich mich schon mal ein bisschen umhören.

Vor einiger Zeit hatte ich mal etliches Gute über den schwedischen Anbieter "Frost Audio PCs" gehört und mich da umgesehen. Jetzt haben die aber bereits im Juli ihre Seite mehr oder weniger stillgelegt; man kann dort weder einen PC konfigurieren noch bestellen. Es gibt nur einen (nicht weiter begründeten) Hinweis, dass die Produktion gestoppt ist - weiter nichts.

Heute abend wollte ich dann mal wieder bei Hamburg Audio vorbeischauen. Die haben erst im Mai ihren neuen Audio PC 6.0 vorgestellt und vor einigen Wochen konnte ich den auch noch online anschauen. Jetzt ist alles, was man dort kaufen kann, der Software-Synth "Nuklear".
Auch hier kein Hinweis, nix. Die Links zum Audio-PC laufen ins Leere. :cry:

Kommt mal, ihr Szenekenner - was ist denn da los?
Hat die Bankenkrise jetzt auch die Hersteller von Audiosystemen erfasst?

Wer weiß Näheres? Würde mich schon interessieren... :roll:
PC: Wortmann Terra Business 7100 mit Win 8.1 Pro; Intel i7; 16 GB RAM; Presonus Studio 192
Notebook: Wortmann Terra mit Win 7 Pro, Intel i7; 8 GB RAM; EMU 1616m
Software: Cubase 5.5.3 / C 7.0.7 / C 8.0.3 / C 9.5.3; Groove Agent 2 & 4, Hypersonic 2, HalionSonic 3; EZ Drummer 2, Addictive Drums 1 & 2, div. EastWest-Libraries; NI Komplete 11 & many other awesome FX- & VSTi-PlugIns

Karim
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Re: Musik-PC: Anbieter-Sterben??

Post by Karim » Fri Nov 15, 2013 3:15 pm

Hi,

liegt wahrscheinlich daran das der Absatz zurückgegangen ist.
Im Grunde brauchst du auch keinen Audio PC, stell dir was zusammen mit aktueller Hardware dann hast du alles was du brauchst.

Angenommen du sagst dein Budget liegt bei 1.500 EUR, Audio Software wie Cubase und andere profitieren von mehreren Kernen, du willst extreme Leistung für den Preis. Eine Intel Server CPU wie der E5-2650v2 besitzt 8 Kerne (HT 16 Kerne) mit je 2,6 GHz Takt, Kostenpunkt ~1000 EUR, Mainboard ~150 EUR, 16GB RAM ~150, 100 EUR für Gehäuse + Netzteil. Bleiben 100 EUR übrig, die kannste nehmen und ne kleinere SSD (120GB) nehmen + 20 EUR Grafikkarte.
Den Rest wie HDDs und DVD/Blu Ray Laufwerk nimmste aus deinem alten PC.
Beim Arbeitsspeicher bist du flexibel, da du jederzeit einfach nachrüsten kannst. Das heißt du kannst das Budget anderst verteilen wenn du nur halb so viel RAM nimmst. Andere Bauteile (abgesehen von der Grafikkarte) werden selten aufgerüstet, bzw. die Teile kann man nur noch tauschen und man hätte zweimal gezahlt.
Verstehst du was ich meine?
Andererseits, nimm einfach den aktuellen I7 4770, 4771, oder 4770k (für Overclocking) je 4 Kerne (HT 8 Kerne). Damit hast du die aktuelle Technologie, welche performant ist und du bist gut gerüstet für die nächste Zeit.
CPU Preise zwischen 250 und 300 EUR, kannst auf ne dedizierte Grafikkarte verzichten, weil die CPUs schon eine integriert haben.
Die passenden Haswell Mainboards ermöglichen dir auch 3 Bildschirme anzuschließen.
Damit unterbietest du noch die 1000 EUR Marke und bist zum Musik machen High-Tech.

Viele Grüße
Nuendo 10 | Cubase Elements 10 | etc..

AxeMan
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Re: Musik-PC: Anbieter-Sterben??

Post by AxeMan » Fri Nov 15, 2013 5:16 pm

Hallo Karim,
danke für Deine Einschätzung!

Ich hab' mir das mit der Leistungsentwicklung mal durch den Kopf gehen lassen - du magst recht haben, seit meinem letzten Audio-PC-Kauf 2009, dessen CPU noch von Overclocking-Spezialisten von regulär 2.4. auf 3.9 GHz hochgezüchtet war, haben einfach die PCs von der "Stange" mit ihren Leistungsdaten extrem aufgeholt. So macht es vermutlich für viele Projektstudios tatsächlich immer weniger Sinn, sich einen solchen Spezial-PC zu holen; es sei denn, man arbeitet mit 87 Orchesterlibraries auf einmal und mischt Filmton mit 200 Spuren...

Da ich aber vom Selber-Zusammenschrauben zu wenig Ahnung habe, hab' ich mich dann gleich mal ein bisschen nach einem fertig konfigurierten System umgeschaut. Meine erste Adresse war der Hersteller "Wortmann", bei dem ich meine letzten Notebooks und Office-PCs gekauft habe - allesamt ein Ausbund an Zuverlässigkeit (mein Bürorechner ist seit der Anschaffung vor eineinhalb Jahren nur ein- oder zweimal abgestürzt - vorher waren es bei diversen Billigrechnern etwa ein Absturz pro Woche...).

Da bin ich auf ein Modell gestoßen, das klang recht interessant:

http://www.wortmann.de/de-DE/product/aa ... ilent.aspx

Das würde m.E. leistungsmäßig etwa in die Richtung gehen, die Du genannt hast. Hat sogar eine dezidierte NVIDIA-Grafikkarte und 180 GB SSD und ist trotz allem noch halbwegs bezahlbar. Und außer einem Adapter von HDMI auf DVI (für den zweiten Monitor) bräuchte ich tatsächlich, wenn ich das richtig sehe, kein weiteres Zusatzteil. Sogar meine alte EMU-Soundkarte, die zwei PCI-Slots braucht, würde ich da noch unterkriegen.
Das klingt schon alles sehr verlockend...
Oder siehst Du (oder andere PC-Erfahrene) relevante Schwachpunkte an der Kiste? Sonst zieh' ich den Rechner mal in die engere Wahl, zumal bei mir um die Ecke ein recht kompetenter PC-Laden ist, der Wortmann verkauft - man muss ja auch an den Servicefall denken... 8-)
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Karim
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Re: Musik-PC: Anbieter-Sterben??

Post by Karim » Sat Nov 16, 2013 3:09 am

Hallo AxeMan,

ich kann dich schon verstehen ja, PC Hardware und Software sind für mich seit meiner Jugend Hobby und ich studiere auch deswegen technische Informatik.
Leider aber sehe ich das als ganzes aber auch mit anderen Augen.
Im Grunde kann dir keine Firma ernsthafte Stabilität garantieren mit den Hardware-Komponenten die sie verbauen, dafür ist gerade die Computer Branche zu schnelllebig und man müsste z.B. jedes erhältliche Mainboard in jeder Konstellation einer Chip-Serie ausführlich testen.
Das wird keiner machen und zeitlich geht das schon gar nicht und ganz zu schweigen von den Kosten die das Verfahren verursachen würde.
Pi mal Daumen kann man sagen das Mainboards mit den geringsten Ausstattungsmerkmalen wahrscheinlich stabiler laufen als ihre teuren Über-Boards, was einfach daran liegt das weniger zu einem einfacheren Platinen Layout führt und gleichzeitig die verwendeten Bauteile dadurch ab Werk nicht an ihren Belastungsgrenzen gefahren werden.
Denn günstigere Modelle sind meist in irgendeiner Form Leistungsreduzierter und führen dadurch u.a. zu mehr Stabilität, aber halt geringfügig weniger Leistung.
Bei Mainboards wirst du aber objektiv den Leistungsunterschied nicht wahrnehmen, denn spürbar gibt nur die verwendete CPU den Ton an.

Ok, schieben wir mal den ganzen Theorie-Kram beiseite.. :-D

Ich habe mir deinen ausgewählten Rechner mal angeschaut.
Das Problem ist, ich kann dir keine Empfehlung für diesen aussprechen.
Wenn ich das aber tue hättest du zwar eine positive Bestätigung, nur ich käme mir dann vor als hätte ich dich finanziell ziemlich ... naja verarscht eben.

Ich möchte das natürlich auch begründen warum du die Finger von diesem lassen solltest.

Also, der Prozessor ist ein I7 4770 mit 3,4 GHz Basistakt und 3,9 GHz Turbotakt, dieser taktet bei Auslastung aller 4 Kerne alle 4 Kerne im Turbo auf 3,7 GHz, bei Auslastung von 2 oder 3 Kernen auf jeweils 3,8 GHz und bei nur 1 Kern auf 3,9 GHz. Diese CPU kann nicht übertaktet werden über den Multiplikator, man kann aber als Tuning alle 4 Kerne permanent auf 3,9 GHz (Turbo) arretieren.

Genau diesen I7 habe auch ich kürzlich in meinem neuen Rechner verbaut und ist top!
(Ok, ursprünglich sollte es sein Xeon Pendant sein, aber dieser war nicht lieferbar, also ein paar Euro draufgelegt und den echten I7 genommen)

Ach man es ist schon so spät und ich kürze das jetzt mal ein wenig ab.
Mein neuer Rechner hat folgendes:
CPU = I7 4770 (mit Intel Boxed Lüfter)
RAM = 8 GB (1600er von G.Skill)
Mainboard = H87 Chipsatz (ASRock Fatal1ty Performance)
SSD = 120 GB
Grafikkarte = Geforce GTX 650 TI BOOST (2 x DVI, 1 x HDMI)
Gehäuse = Sharkoon T28 grün (2 x Front Lüfter, 1 x Back Lüfter)
Netzteil = Sharkoon WPM 600 Watt

Gesamtpreis = ~670 EUR

Wo unterscheiden sich jetzt beide Rechner:
Zunächst einmal ist die Grafikkarte GT 630 um ein vielfaches langsamer, dass kannst du bei Interesse über Google vergleichen.
Gut die SSD ist größer, DVD Laufwerk, Maus, Tastatur, Betriebssystem, Software (unrelevant).
Positiv fällt mir auf ist das Mainboard mit dem Z87 Chipsatz, dieser ist aber eigentlich nur dann interessant wenn du alle Übertaktungsmöglichkeiten zur Verfügung haben möchtest, bzw. Nvidia SLI nutzen magst.
Zuletzt natürlich noch das er silent ist. Aber mal ehrlich, dass Gehäuse scheint nicht gut gekühlt ohne Lüfter und die Abwärme der passiven Grafikkarte ist auch höher als mit aktiven Lüfter.
Heißt also die Temperaturen fallen automatisch schon mal höher aus.

Meiner ist zwar nicht unhörbar, aber so laut ists nun auch wieder nicht und die Temperaturen von CPU und dem Rest sind auch viel besser als ich erwartet hätte.

Ich mach dir einen Vorschlag, wenn du magst stelle ich dir mal einen Rechner zusammen bei einem guten Hardwarelieferanten, welcher dir die Maschine für einen kleinen Betrag auch zusammenbaut.
Dann kannst du es dir ja immer noch überlegen und auch vergleichen.
Garantie hast du ohnehin immer auf all die Hardware, bzw. den Service des zusammenbaus.

Ganz ganz wichtig für dich gilt aber folgendes.
Der alte PCI Slot ist eigentlich ausgestorben. Du findest zwar noch die Slots auf aktuellen Mainboards, aber diese arbeiten nicht mehr native, sondern werden quasi über einen weiteren Chip auf dem Board adaptiert/emuliert.
Das hat zur Folge das nicht gewährleistet werden kann das die Hardware reibungslos arbeitet, dass trift zumindest auf die Nutzung von mehr als 1 PCI Slot zu.
Dies trifft übrigens auf so ziemlich alle aktuellen Mainboards mit PCI Slots zu.

Overclocking ist auch so ein Thema für sich, denn der Leistungsgewinn geht immer auf Kosten der Stabilität.
Du kannst Pech haben und der Rechner friert gerade mal dann ein, wenn du gerade ne schöne Recording Session hinter dir hast.
Ich finde das Übertakten nicht in Verbindung mit Audiobearbeitung stehen sollte.
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P A T
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Re: Musik-PC: Anbieter-Sterben??

Post by P A T » Sat Nov 16, 2013 10:37 am

Unabhängig von den sicher wertvollen Tipps zur eigenen Konfiguration,
wenn es evtl. doch ein fertiges System werden soll, dann schau mal hier rein:
http://www.da-x.de/de/audio-computer/au ... steme.html

Gruß
Pat
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AxeMan
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Re: Musik-PC: Anbieter-Sterben??

Post by AxeMan » Sat Nov 16, 2013 11:34 am

Hallo Karim,
danke für die sehr detaillierten Ausführungen! Schön, dass Du dir die Zeit nimmst, auch mir als "dummy" ein paar ratschläge zu geben. 8-)

Dass PCI-Slots auf aktuellen Mainboards nur noch "emuliert" werden - das war mir nicht bewusst. Das werde ich ja dann ja wohl immer haben, egal was ich für einen Rechner kaufe?

Da meine "alte" EMU 1820m immer noch hervorragend klingt, aber nur über einen PCI Slot betrieben werden kann, werde ich wohl doch noch mit meinem aktuellen PC so lange weiterarbeiten, wie es geht. Denn wenn ich eine neue Karte von gleicher oder besserer Qualität haben möchte (mit MIDI, ADAT und allem , was ich brauche), dann bin ich locker auch wieder mit diesem Betrag dabei. Und ich verspüre wenig Lust, 500,- Euro für eine neue Soundkarte auszugeben, wenn die alte eigentlich noch funktioniert. Ich weiß, auf lange Sicht wird sich das wohl nicht vermeiden lassen. Aber im Moment ist mir das echt zu happig. :evil:

Das mit der GraKa kann ich zwar nachvollziehen, habe die Werte mal gegoogelt. Aber da könnte man doch nachrüsten? Hab gerade mal nachgeschaut; in meinem Audio-PC werkelt eine gt 9600, die mir bislang völlig gereicht hat (ich will ja nicht gamen, sondern zu 90% der Zeit läuft bei mir Cubase auf dem Rechner). Die könnte ich ja vielleicht sogar in einen neuen PC einbauen? Oder ansonsten doch ein aktuelles Modell, die Dinger sehen ja halbwegs bezahlbar aus...

Wenn ich das richtig verstanden habe, findest Du ansonsten den Rechner gar nicht so schlecht, aber für die gebotene Qualität einfach zu teuer?
dass Gehäuse scheint nicht gut gekühlt ohne Lüfter
Das verstehe ich nicht ganz. In der Beschreibung heißt es bei "Prozessor: Kühlung: Aktiv"
Heißt das nicht, dass da ein Lüfter arbeitet?

Zum Thema Overclocking: Ich will ja zunächst gar nicht übertakten. Gerade dieses Problem habe ich ja eben mit meinem gnadenlos hochgetunten Xeon 5320, der mir zuletzt in den unpassendsten Momenten immer hübsche Bluescreens geliefert hat (wobei ich nicht mit Sicherheit sagen kann, ob der Prozessor der Schuldige war, aber jedenfalls war das System von Anfang an nicht das stabilste). Und daher hätte ich jetzt eben gerne mal einen PC, der mit einer stabilen Grundkonfiguration daherkommt... und ich als Laie denke mir natürlich, naja, so ein aktueller i7, der muss doch schon in der Basistaktung flotter rechnen als ein übertakteter Xeon von 2009?

Wenn Du mir zu diesem letztgenannten Thema noch mal deine Erfahrung/Einschätzung schreiben könntest, wäre ich Dir echt dankbar - auch wenn ich auf Grund der oben genannten Punke einen Neukauf wohl doch erstmal noch etwas verschieben werde.

@Pat: Ja, die da-x-systeme habe ich auch schon mal in Erwägung gezogen, waren mir aber bislang zu teuer. Jetzt haben die ihre Preise gesenkt; könnten langfristig eine Alternative sein...
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Karim
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Re: Musik-PC: Anbieter-Sterben??

Post by Karim » Sat Nov 16, 2013 2:23 pm

Naja ich finde halt du sollst schon das richtige System erhalten für das was du letztenendes auch ausgibst.

Genau, da der PCI Slot in der Architektur an sich nicht mehr vorgesehen ist.
Die Mainboard-Hersteller greifen dadurch auf eine Art Adapter Chip zurück, um diesen Slot dennoch zur Verfügung stellen zu können.
Ich habe mich damit allerdings auch nicht intensiv genug beschäftigt, da PCI für mich schon länger kein Thema mehr ist.
Vom lesen im Netz habe ich allerdings aufgeschnappt das es wohl manchmal zu Problemen führt, es handelt sich dabei allerdings hauptsächlich bei der Nutzung von mehr wie einem PCI Slot.
Herausfinden kannst du es wahrscheinlich auch nur durch ausprobieren wenn du deinen neuen Rechenknecht angeschaft hast.
Aus dem Bauch heraus würde ich einfach mal annehmen das die Wahrscheinlichkeit nahe liegt das es funktioniert wie bei herkömmlichen PCI Slots, allerdings behalte dir mögliche Komplikationen mal im Hinterkopf.

Ja mit der EMU wäre schon ärgerlich wenn diese nicht mehr genutzt werden könnte.
Alternativ gibt es aber auch Adapterkarten, welche in einen PCI Express Slot gesteckt werden und dir einen normalen PCI Slot zur Verfügung stellen.
Das grenzt zumindest mögliche Komplikationen direkt am Mainboard ein, hat aber auch den Nachteil das du genau schauen musst wie die Karten in den Adapter Slot gesteckt werden, ob es sich mit der Emu im Gehäuse realisieren lässt , etc.

Grafikkarte gebe ich dir recht, da kannst du deine GT 9600 locker weiterverwenden und schmälert wieder den Geldbeutel. Zumal wenn du sagst das du ohnehin nicht vor hast zu Spielen und nachrüsten geht ja auch immer.

Schlecht und gut ist ja immer irgendwo relativ, aber in Bezug auf den Preis leider schlecht.
Ich habe mir das Mainboard mal genauer angeschaut http://www.alternate.de/GIGABYTE/GIGABY ... /1081330/? .
Es ist ein µATX Board, also im kleineren Format und hat 2 x PCI und 2 x PCI Express.
Bessere wäre ein normales ATX Board, weil größer und mehr Slots (PCI Express), da kann man auch immer mal irgendwann mehrere DSP Karten verbauen.
Ich missachte jetzt einfach mal die EMU und sage folgendes Board http://www.alternate.de/MSI/MSI+Z87-G55 ... /1080882/? .
Da kann kommen was wolle, aber Karten bekommste genug unter, zumal du auch in den großen PCI Express Slots kleinere Karten mit weniger Lanes normal betreiben kannst.
Preislich eher zu bevorzugen wenn es doch ein individueller PC werden sollte.

Ja mindestens der CPU Kühler arbeitet aktiv, allerdings scheint es keine weiteren Lüfter direkt am Gehäuse zu geben.
Die Kiste läuft zwar aber die Temperaturen fallen insgesamt höher aus, gerade auch durch due passiv gekühlte Grafikkarte.
Ein Gehäuse mit 2 x Lüfter vorne (zum Luft ansaugen) und 1 x hinten (rausblasen) ist schon empfehlenswert, da dann auch in der Zirkulation ein Überdruck ensteht, was nicht verkehrt ist.

CPU Takt ist nicht mehr so wichtig wie das früher mal war, die Taktraten haben sich auch nicht groß verändert in den letzten Jahren, mein Pentium D von 2006 (Intels erste Dual Core CPU) taktete schon mit 3 GHz.
Was sich permanent ändert ist die Architektur des durchsatzes.
Im Grunde ist eine CPU immer schneller wenn sie für die Abarbeitung eines Befehls weniger Taktzyklen benötigt.
D.h. wenn ein Prozessor für einen Befehl 3 Taktzyklen braucht ist er langsamer als einer der diesen innerhalb eines Taktzyklus bewältigt, dann braucht der langsamere eine höhere Taktrate um wieder gleich zu ziehen.
Aber da gehen mehr Dinge mit einher und die CPU Hersteller verbessern ständig die Architektur, welche hinter dem Takterzeuger liegen und der Durchsatz wird gesteigert.

Ja der I7 rechnet flotter im Basistakt :-)
Wenn ich Cubase Elements 7 mit einer Spur Halion Sonic SE und einer Spur Groove Agent One laufen lasse (ok das ist nicht viel aber immerhin).
Läuft der I7 noch immer im sparsamen 800 MHz Takt und die Auslastung liegt bei schwankenden 1-2%.
Wobei die Auslastung natürlich auch mein Windows 8.1 System mit einbezieht.
In anderen Worten, du hast sicherlich gut Reserven bist überhaupt mal der Turbo aktiviert wird.

Was Übertakten betrifft denke ich mir, wenn du den I7 schon nicht übertaktet am Limit fährst, muss ohnehin ne neue CPU her, so viel Mehrleistung kannste nicht rausholen das du ihn nochmal um ein 1/4 der Belastung hinauszögerst bis du es in Cubase merkst.
Und notfalls kannste immer alle Kerne auf 3,9 GHz fahren. Nur dann brauchst du auch wieder den passenden Kühler.
Der I7 4770K ist ja für Overclocker gedacht und hat den offenen Multiplikator, allerdings kostet der auch wieder 289,- + 60,- für nen angemessenen Kühler mindestens und ob es das Wert ist?

Du willst Audiobearbeitung betreiben, dann lass es besser bleiben mit Übertakten, oder mach dir darüber erst Gedanken wenn du wirklich das normale Leistungslimit einer aktuellen CPU erreicht hast. :-)
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AxeMan
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Re: Musik-PC: Anbieter-Sterben??

Post by AxeMan » Sat Nov 16, 2013 2:45 pm

Hallo Karim,
danke für die erneut sehr ausführliche Info!
Alternativ gibt es aber auch Adapterkarten, welche in einen PCI Express Slot gesteckt werden und dir einen normalen PCI Slot zur Verfügung stellen.
Ach - sowas hier
http://www.amazon.de/Sedna-SE-PCIE-PCI- ... BTCNYI0ZC8

würde also theoretisch reichen?
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Karim
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Re: Musik-PC: Anbieter-Sterben??

Post by Karim » Sat Nov 16, 2013 4:44 pm

Ja genau sowas, wobei du aufpassen musst wegen der höhe, weil die meist für low profile Karten ausgelegt sind, also Karten mit halber Bauhöhe.

Ich vermute es läuft eher auf sowas hinaus:
http://linitx.com/product/pcie-x1-to-pc ... able/13204
oder
http://linitx.com/product/pcie-x1-to-du ... able/12888

Zumindest etwas flexibler mit der Unterbringung im Gehäuse.
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Re: Musik-PC: Anbieter-Sterben??

Post by AxeMan » Mon Nov 25, 2013 4:45 pm

Hallo,
ich habe noch mal ein bisschen auf der Wortmann-Seite rumgestöbert und bin da auf eine Alternative gestoßen - also, falls Du, Karim, oder irgendjemand anders mir hier noch mal eine kurze Einschätzung mitteilen könnte, wäre ich echt dankbar... vielen Dank noch mal für alle bisherige Hilfe!

http://www.wortmann.de/de-DE/product/aa ... -6200.aspx

Der PC-Händler meines Vertrauens gibt den gerade als Nikolaus-Angebot für 999,- Euro ab.

Im Vergleich zu dem ganz oben von mir genannten PC ist

a) das Motherboard soweit ich sehen kann identisch,

b) die SSD etwas kleiner (macht aber nix), dafür hat der hier...

c) ...eine zusätzliche HDD mit 2 TB, eine bessere Grafik (die Karim beim anderen Modell ja als zu schwach bz. zu wenig gekühlt bewertet hat), Win 8.1 statt Win 7 sowie einen SD-Cardreader als nette Dreingabe (kann ich auch ab und an mal brauchen).

Außerdem ist er im Nikolaus-Angebot 150,- Flocken günstiger als der andere.

Oder hab ich da was übersehen, was diese Maschine für den Betrieb mit einer DAW disqualifiziert?
Ist ja immerhin als "Gaming"-PC deklariert...

Und warum ist die Kiste hier günstiger als die andere obwohl sie (auf den ersten Blick) mehr zu bieten hat?

Vielen Dank im Voraus für eure Einschätzung!
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Re: Musik-PC: Anbieter-Sterben??

Post by Timo » Mon Nov 25, 2013 7:59 pm

Hi AxeMan,

die Chipsätze der Q-Serie haben nach wie vor natives PCI. Ich habe ein Board mit Q67 und eines mit dem Q77 am Laufen (beides Mini-ATX-Boards von Gigabyte), und darin performen jeweils alte RME PCI-Karten ganz großartig. Ich habe ein Board mit P67-Chipsatz vergleichen, bei gleichem Prozessor (i7) musste ich da eine Stufe längere Latenzen einstellen für gleiche Stabilität wegen der PCI-Emulation.

Wenn du eh nicht übertakten willst, dann sind diese Chipsätze eigentlich deine Lösung. Außerdem unterstützen diese Boards Intels AMT (aber nicht mit den xxxxK-Prozis!), das ist extrem praktisch, da eine Bios-basierte Fernwartungsfunktion via Netzwerk eingebaut ist. Noch ein Vorteil: Die Q-Chipsätze sind für den Business-Einsatz gedacht, da ist kein Schnickschnack auf den Boards vorgesehen. Also auch nichts was stören kann.

Viele Grüße,
Timo
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Re: Musik-PC: Anbieter-Sterben??

Post by Plan9 » Wed Nov 27, 2013 5:50 pm

Hier gibt es auch fertige zusammengestellte.
http://xi-machines.com

Oder ein Laptop :-).
http://www.eurocom.com/
Ich denke die werden zu laut sein. Die haben teilweise 4 Lüfter. Aber dafür bekommt man ein Laptop mit einem Xeon :-).

Wenn ich mich recht erinnere empfiehlt Steinberg wohl HP Z 800. (oder Z 820). Die machen ein guten Eindruck aber leider ist der Preis nicht so das was ich mir vorstelle bzw. leisten möchte.
---------------------------------
Cubase 10 Pro 64Bit / Ableton Live 10 Suite /
--------
Sony Vaio SVE1711Z1EB (I7- 3612QM 2.1GHz Passmark 6869/ Windows 7 Home) Komplete Audio 6
————
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Re: Musik-PC: Anbieter-Sterben??

Post by AxeMan » Thu Nov 28, 2013 12:09 pm

Danke,
die XIs hatte ich mir auch schon angeschaut, sind anscheinend Hammerteile - liegen aber preislich in einer anderen Welt und kommen daher leider nicht in Frage. :(
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Re: Musik-PC: Anbieter-Sterben??

Post by lucky909091 » Fri Jan 09, 2015 5:33 pm

Ich habe ebenfalls einen Hamburg-Audio PC von 2009. Die Kiste läuft täglich und ist nicht unterzukriegen.
Schade, daß es die Firma nicht mehr gibt.

Wer bietet eigentlich zur Zeit noch auf den Kundenwunsch zugeschnittene Audio-PCs in Deutschland an?

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Re: Musik-PC: Anbieter-Sterben??

Post by ITmusic » Wed Jul 01, 2015 9:04 am

Hi ;-)

Ich bin neu hier im Forum und komm eigentlich auch mehr aus der IT und wollte nur was für ne gute Freundin recherchieren - das Thema passte aber so gut, dass ich mich gleich angemeldet habe. Ach ja und ich hab auch noch jede Menge Fragen aber die gehören in einen Anderen Thread .. also zum Thema:

Grundsätzlich gibt es zig Firmen, die Rechner von grund auf Zusammenstellt und aufbaut - angefangen vom kleinen Computer-Laden an der Ecke bis hin zu den recht großen Firmen. Dabei kannst Du bei jeder Glück oder Pech haben - abhängig davon wie versiert die Techniker sind. Denn mit ein wenig technischem Geschick kann quasi jeder eine Reihe von Komponenten zusammen suchen und in ein Gehäuse einbauen.

Wirklich entscheidend sind die Beratung und die Gründlichkeit ... also kümmert sich der Techniker um alles oder flanscht im Hinterzimmer der Praktikant alles irgendwie zusammen. Ich würde immer empfehlen zu nem Spezialisten zu gehen, wenn man sich selsbt nicht auskennt. Wir entwickeln zwar auch individuelle Server und Workstations ( http://servermeile.com ) - aber eben nur für Unternehmen.

Apropro Spezialist - Karim hat hier schon sehr gut beraten. Es kann also auch der Spezialist im Forum sein. Wenn man seine idealen Komponenten kennt, sollte man den Bau aber auch Jemandem überlassen der sich damit auskennt. Ich mach sowas zum beispiel für meinen ganzen Freundes- und Bekanntenkreis - es muss also keine Firma sein.

Der Unterschied: Ein gut zusammen gestellte Audio-Workstation hällt seine 5 Jahre und ist performant und gleichzeitig flüsterleise !

P.S.: Ich persöhnlich würde immer zu Server-Hardware - sprich Intel Xeon etc. greifen.

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