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Windows für die Arbeit mit DAWs optimieren

1. Bitte prüfen Sie zunächst, ob alle Treiber des Systems auf aktuellem Stand sind. Dies betrifft sowohl die Treiber der Audiohardware als auch Chipsatztreiber und Grafikkartentreiber. Auch Windows selbst sollte auf aktuellem Stand sein (Service Packs und weitere Updates/Hotfixes).

2. Systeme mit Shared-Memory Grafiklösungen sind nicht empfehlenswert, sind aber gerade bei mobilen Systemen (Laptops) häufiger anzutreffen. 

3. Audio-Hardware-spezifische Einstellungen

  • Wenn Ihr System mit einem Onboard-Soundchip ausgestattet ist, sollten Sie diesen möglichst als Standardausgabegerät in Windows konfigurieren (Systemsteuerung -> Sounds und Audiogeräte), so dass z.B. Windows Systemsounds über den Onboard-Sound ausgegeben werden und nicht die Wiedergabe des Audiosignals über Ihr bevorzugt genutztes Audio-Interface beeinflussen. Die ausschließliche Verwendung von Onboard-Soundkarten für die Arbeit mit unseren Produkten ist nicht empfehlenswert, da bei Ihrer Verwendung aufgrund fehlender ASIO-Treiber sehr hohe Latenzen in Kauf genommen werden müssen. Darüber hinaus haben einfache Onboard-Soundchips meist eine niedrigere Klangqualität (hoher Rauschpegel, nichtlinearer Frequenzgang, Einstreuungen) und verfügen nur über minderwertige DA/AD-Wandler.
  • Einstellung von Latenz und Puffer (Buffer): Wenn Aussetzer, Knackser, Knistern oder oder andere Störungen bei der Wiedergabe auftreten, überprüfen Sie die ASIO-Anzeige des VST Leistungs-Fensters (Geräte > VST Leistung). Sie zeigt an, wieviel System-Ressourcen für die Berechnung des Audio-Signals und für die rechtzeitige Weiterleitung an den Audio-Treiber noch zur Verfügung stehen. Bei niedrigen Latenzen bzw. kleinen Puffergrößen kann es sein, dass die Zeit für eine korrekte Signalverarbeitung nicht ausreicht. Die Einstellung von Latenz bzw. Audio-Puffer sollte daher der System-Leistung und der Belastung durch geladene Projekte angepasst werden. Wie Sie die Latenz ändern, erfahren Sie im Handbuch Ihres Audio-Interfaces.

 Oftmals sind nach einer Aktualisierung des Audio-Treibers niedrigere Latenzen möglich als zuvor. Überprüfen Sie also, ob ein Update für Ihr Audio-Interface erhältlich ist. Generell bieten interne, am PCI- oder PCIe-Bus angeschlossene Audio-Interfaces niedrigere Latenzen als USB- oder Firewire-basierte Geräte.

4. Stromsparfunktionen sollten deaktiviert werden bzw. das System für den Dauerbetrieb konfiguriert werden. Aktuelle Prozessoren könnten sich sonst in einigen Fällen selbsttätig heruntertakten und andere Komponenten wie Festplatten könnten sich abschalten. Dadurch kann es zu Audioaussetzern oder verzögerten Reaktionen bei der Arbeit mit unseren Produkten kommen. Für aktuelle Cubase oder Nuendo Versionen siehe Punkt 9. Die Einstellungen werden dadurch korrekt gesetzt.

5. Aktive Programme, die im Hintergrund bereits beim Systemstart geladen werden, können während der Arbeit und teilweise sogar während der Installation unserer Software zu Problemen führen. Dies gilt für Programme wie z.B. Virenscanner, Firewalls, Druckersoftware. Selbst nachinstallierte Maus- und Tastaturtreiber können die Funktionalität beeinträchtigen. Es ist daher empfehlenswert, solche Programme zumindest testweise zu deaktivieren. Entweder durch die entsprechende Konfiguration der Programme oder durch das manuelle Deaktivieren in der "Systemkonfiguration". Eine Liste der aktiven Programme kann über Start -> Ausführen -> Eingabe von "msconfig" (ohne "") -> Systemstart eingesehen werden. Einzelne Applikationen können dann dort deaktiviert werden oder auch (nach einen Systemneustart) wieder aktiviert werden.

6. Deaktivieren Sie Hyper-Threading, falls Ihre CPU dies unterstützt (z.B. Intel i7) und Sie mit Sequenzer-Versionen älter als Cubase 7 und Nuendo 6 arbeiten (Details).

7. Deaktivieren Sie die erweiterten Energiespar- und dynamischen Leistungsoptionen Ihrer CPU. Dies muss in der Regel im BIOS oder UEFI Setup Ihres Computers geändert werden. Dazu gehören Enhanced Intel SpeedStep (EIST), AMD Cool 'n' Quiet, Intel Turbo Boost und AMD Turbo CORE.

8. Deaktivieren Sie die C-States im BIOS bzw. UEFI, falls das BIOS/UEFI Ihres Computers diese Option bietet. Die C-States erlauben es Ihrer CPU in den Schlafmodus zu wechseln, falls diese kurzfristig nicht benötigt wird. Dies kann jedoch zu Aussetzern bei Echtzeitanwendungen wie beispielsweise Audio führen. Diese Option taucht z.B. als "Disable CPU Idle State for Power Saving" im BIOS/UEFI auf.

9. Nutzen Sie Analyse-Software, um die generelle Echtzeit-Leistung Ihres Systems zu testen. Die kostenlosen Dienstprogramme DPC Latency Checker (nur bis Windows 7) und LatencyMon können die Suche nach Fehlerquellen erheblich erleichtern.

10. Damit ASIO Treiber mit geringer Latenz störungsfrei benutzt werden können, kann es in einigen Fällen sinnvoll sein, die "Prozessorzeitplanung" einzustellen (nur Windows XP):

  • Gehen Sie im Windows Start Menü auf "Systemsteuerung"
  • Starten Sie dort "System"
  • Klicken Sie auf "Erweitert"
  • Bei dem Punkt "Systemleistung" auf "Einstellungen" klicken
  • In dem Fenster "Leistungsoptionen" das Register "Erweitert" wählen
  • Dort finden Sie die Einstellungen zur "Prozessorzeitplanung". Setzen Sie die Option auf "Hintergrunddienste".
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