Delain im Interview

Von Eckhard Doll

Im Verlauf der letzten anderthalb Jahrzehnte entwickelte sich Delain zu einem der größten niederländischen Metal-Acts, welcher mit jeder weiteren Albumveröffentlichung auch international immer mehr Aufmerksamkeit auf sich zieht – außerdem entstanden sämtliche Produktionen mit Cubase. Vor Kurzem hatte ich die Gelegenheit mit Martijn Westerholt dem Keyboarder und Gründer der Band mal wieder ein Interview zu führen.

Martijn, unser letztes Interview liegt jetzt bereits über zehn Jahre zurück. Inzwischen hat Cubase nicht nur die Versionsnummer 10 erreicht, sondern Delain fünf sehr erfolgreiche Alben veröffentlicht und die nächste Veröffentlichung im Februar steht bereits in den Startlöchern. Ihr habt jede Menge zu tun! Meiner Meinung nach klingt Delain wie keine zweite Symphonic-Metal-Band. Das liegt nicht nur am Sound, sondern auch an einer speziellen visuellen Komponente, welche sich zum einen in der außergewöhnlichen Coverkunst und auch in den Musikvideos der Band widerspiegelt. War dies letztlich auch dein und Charlottes (Charlotte Wessels, Gesang) Ziel, nicht „nur“ die Musik zu machen für die ihr brennt, sondern etwas zu schaffen, das sich bewusst von der Masse abhebt und etwas spezieller daherkommt?

Erstmal möchte ich mich sehr für deine netten Worte bedanken. Ist das wirklich schon 10 Jahre her? Ach du Schande! Haha, wie die Zeit verfliegt! Es war eigentlich nie unser Ziel uns bewusst von anderen Bands abzuheben, ich denke wir sind einfach nur total stur darin unser eigenes Ding zu machen, ohne dabei gegebenen Abläufen oder Personen hinterherzurennen. Ich denke, es ist einfach die logische Konsequenz, dass die Dinge in der Folge irgendwie ein wenig anders laufen. Die künstlerische Gestaltung ist einer dieser Aspekte. Charlotte hat da ein außergewöhnlich scharfes Auge für alles Künstlerische und sogar eine Ausbildung in dieser Richtung.

Was unsere Musik betrifft, vermute ich, dass es sich seit meiner Anfangszeit mit Within Temptation einfach ununterbrochen weiterentwickelt hat. Irgendwie habe ich mich an der Kombination aus gesättigten, fetten Gitarrensounds und orchestralen Elementen scheinbar immer noch nicht totgehört. Ich liebe dramatische, epische und bombastische Musik. Das war schon immer so. Ich liebe aber auch den Synth-Vibe der 80er, weshalb auch immer mal wieder elektronische Elemente in unserer Musik zu finden sind. Diese Kombination unterscheidet sich schon ein wenig von anderen Vertretern unseres Genres.

Im gleichen Zug haben die Bandmitglieder über die Jahre des Öfteren gewechselt. Hatte dies auch einen Einfluss auf die Art wie ihr heute arbeitet und komponiert?

Nach dem ersten Album hat sich unser Schreibprozess langsam und konstant entwickelt, so dass heutzutage eigentlich Charlotte Wessels, Guus Eikens und ich alle Tracks gemeinsam komponieren und ich sie im Anschluss dann produziere. Wie auch immer, die Rolle unseres Gitarristen (Timo Somers, Anm. des Autors) wuchs ebenfalls stetig mit. Er steuert mittlerweile jede Menge zu den Gitarren-Arrangements bei, aber auch was Riffs und Drums betrifft. Alles in allem bin ich wirklich sehr stolz auf unser Team, das sich mittlerweile zu einem regelrechten Uhrwerk entwickelt hat, das einfach richtig gut tickt.