Neue EP verbindet Seoul und LA

Von Hollin Jones

Love X Stereo sind Toby Hwang und Annie Ko. Das Songwriting- und Produktionsduo aus Soul startete mit Punkrock und wandte sich dann dem Elektro-Pop zu. Kurz nach der Veröffentlichung ihrer EP "ÄNɎƏŊ", die in Zusammenarbeit mit der Sängerin Da1sy Døøm aus LA entstand, sprachen sie mit uns über Songwriting, Produktion und die Verschmelzung von Realem und Virtuellem.

Was sind eure musikalischen Backgrounds und wie habt ihr euch kennengelernt?

Annie Ko: Toby ist ein echtes Punkrock-Kid der 90er und hat schon in der Highschool angefangen, Musik zu machen. Er war in einer Band namens 18 Cruk, eine der ersten koreanischen Punkbands. Ich wollte Anfang der 2000er Jahre eigentlich R'n'B-Sängerin werden, aber leider wollte damals aufgrund von Napster und Problemen der Musikindustrie niemand in neue Künstler investieren. Also wurde ich aus meinem Vertrag entlassen, was sich letztlich ein Glücksfall erwies. Wir hatten einige gemeinsame Bekannte und lernten uns über diese kennen, das war 2005.

Wie funktioniert eure kreative Partnerschaft, also wer macht was?

TH: Normalerweise mache ich zuerst einen Beat und arbeite dann verschiedene Jams und Ideen dazu aus. Wir hören uns viele Gitarren- und Synthesizer-Sounds an. Wenn wir etwas Besonderes finden, fangen wir damit einen Song an. Annie kümmert sich in der Regel um die Texte, das Songwriting, den Gesang und die Synthesizer. Ich mache Recording, Produktion, Mixing und spiele auch einige Synthesizer und Gitarren ein.

Arbeitet ihr eher "in-the-box" oder bevorzugt ihr Hardware, um eure Sounds zu produzieren?

TH: Wir benutzen eine Menge echter Instrumente, Hardware-Synthesizer und Gitarren. Software-Synthesizer mögen wir nicht so sehr, obwohl wir manchmal auf sie zurückgreifen, wenn wir einen Sound brauchen, den wir nicht haben. Aber im Großen und Ganzen haben wir das Gefühl, dass echte Instrumente einfach wärmer und authentischer klingen.

Gab es einen entscheidenden Track oder einen Moment, der eurer Meinung nach den Startschuss für eure Musikkarriere gegeben hat?

AK: Es gab zwei große Momente. Als wir uns kennenlernten, spielten wir noch in Punkrock-Bands. 2010 waren wir dann in Tokio und sahen eine Band, die so etwas wie zwei Bands in einem war. Sie spielten eine Show, dann kamen sie zurück und spielten eine weitere Show in einem völlig anderen Stil. Das hat uns dazu inspiriert, unseren Stil zu ändern - Punkrock schien zu dieser Zeit im Sterben zu liegen und wir waren ziemlich gelangweilt davon. Also gründeten wir 2011 Love X Stereo, um etwas Neues und Experimentelles zu machen.

Das andere Ereignis war unser Album "We Love We Leave, Part 2", bei dem wir mit einem Produzenten aus London namens Adrian Hall zusammenarbeiteten. Der Sound, den er mit uns kreierte, war genau so, wie wir ihn uns vorgestellt hatten, und wir erkannten, dass wir mit unseren Überlegungen richtig lagen, aber bis zu diesem Zeitpunkt einfach noch nicht die richtigen Leute getroffen hatten, die uns dabei helfen konnten. Als er unser Material abmischte, wurde es immer besser und besser.

Wir haben weiter mit ihm zusammengearbeitet, er hat sogar Dolby-Atmos-Mixe für unsere neuen Singles gemacht. Wir haben mit unserem Produzenten J-Path an den Tracks gearbeitet, aber die Stems für den Atmos-Mix nach London geschickt. In den frühen 2010er Jahren fanden wir in Korea nicht die richtigen Leute, mit denen wir zusammenarbeiten konnten, also haben wir vieles nach London und an andere Orte ausgelagert, was uns sehr geholfen hat.

Wie ist die Idee für die neue EP entstanden?

AK: Da1sy Døøm, deren richtiger Name Mindy Song ist, war mit dem Gitarristen der Smashing Pumpkins, Jeff Schroeder, in einer Band namens Night Dreamer. Wir hörten, dass sie für ein Konzert nach Seoul kommen würden und uns als Vorgruppe haben wollten. Das war im Jahr 2019 und dann kam Covid dazwischen. 2021 kontaktierte sie mich überraschend und fragte, ob wir zusammenarbeiten wollten. Wir hatten bereits einen Song geschrieben - es ist der zweite auf dem Album < 자각몽 Lucid / Dreams > - den ich perfekt für eine Kollaboration hielt, und wir verbrachten einige Zeit damit, die Texte hin und her zu tauschen.

Wie seid ihr mit der Entfernung zwischen Seoul und LA umgegangen?

AK: Zum Teil haben wir Dateien hin- und hergeschickt, aber letztes Jahr kam sie tatsächlich nach Seoul und wir haben hier den Gesang für den ersten Track aufgenommen. Und auch das Musikvideo haben wir an beiden Orten aufgenommen und beides ist in die fertige Produktion eingeflossen.

Sowohl ihr als auch euer Produzent arbeitet mit Cubase. Bezieht sich eure Liebe zu Hardware auch auf Outboard-Effekte?

TH: Ich habe 2007 mit Cubase angefangen, mit der Version SX3! Für die Effekte habe verschiedene Gitarrenpedale und andere Prozessoren, mit denen ich die Sounds erzeuge. Zum Mischen verwende ich die in Cubase eingebauten PlugIns, die EQs und die anderen Mixing-Tools. Normalerweise benötige ich keine PlugIns von Drittanbietern.

Gibt es bestimmte Funktionen von Cubase, die euer Leben einfacher machen und ohne die ihr nicht leben wollt?

TH:Ich mag die Time-Stretching-Funktionen sehr, und ich bin ein großer Fan der neuen Equalizer und der Beat-Sync-Funktion. Und die MIDI-Funktionen sind einfach genial! Außerdem benutze ich Cubase schon ewig, deshalb ist es mir sehr vertraut. Ich habe auch schon andere DAWs ausprobiert, fand sie aber nicht so intuitiv. Die Automation und die MIDI-Bearbeitung in Cubase passen einfach zu meiner Arbeitsweise. Als wir in den USA und Europa auf Tour waren, haben wir alle unsere Synthesizer mit Cubase verbunden und es auch als DAW für unsere Live-Sets genutzt.

Ich mag die Time-Stretching-Funktionen sehr, und ich bin ein großer Fan der neuen Equalizer und der Beat-Sync-Funktion. Und die MIDI-Funktionen sind einfach genial!

Habt ihr abgesehen von der neuen EP noch andere Projekte, von denen ihr uns erzählen könnt?

AK: Wir wurden ausgewählt, dieses Jahr auf der MU:CON aufzutreten, einem von der Regierung finanzierten Showcase-Festival. Das haben wir schon einmal gemacht und wir sind stolz darauf, dass wir erneut ausgewählt wurden. Und wir freuen uns darauf, wieder auf Reisen zu gehen – wir haben nicht wirklich viele koreanische Texte, also möchten wir versuchen, auf mehr internationalen Festivals aufzutreten, vielleicht sogar mit Da1sy Døøm, wenn sich die Gelegenheit ergibt.

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